“… eine Käserolle für uns zu machen?” fragte mich der Michelmann mit großen Augen als er mich nach meinem langen Arbeitstag vom Bahnhof abholte. Und wer kann diesen wunderschönen blauen Augen schon widerstehen? Frau Landgeflüster jedenfalls nicht. Und in der Lage eine Käserolle zu machen, ist sie immer, denn die geht ja pupsieinfach und ganz flux.

Zuhause hat mich der Michelmann aber erst in den Garten geführt, um mir zu zeigen, was er heute Feines an seinem freien Tag gebastelt hat. Na, da hat er sich sein Lieblingsessen aber wirklich verdient. Er durfte sich dann auch die Füllung aussuchen und hat sich – oha! – eine vegetarische Variante gewünscht. Mit Lauch, Champignons, Schnittlauch und Walnüssen.

kaeserolle

Auch das Fernsehprogramm durfte sich der Michelmann heute aussuchen. Raten Sie mal, was bei uns wohl läuft? Und als Fußballexpertin muss ich Ihnen leider sagen, dass die Wölfe leider zu blöde sind, das Tor zu treffen kann ich Ihnen verraten, dass nur die Mannschaft gewinnen kann, die Tore schießt. In diesem Sinne: genießen Sie den Abend und vergessen Sie nicht: es ist nur Fußball. Ohmmm.

…. war ganz schön nass und stürmisch. Glücklicherweise war ich aber regentechnisch wieder ein richtiges Glückskind. Alle Regen- und Graupelschauer kamen in den Momenten herunter, als ich entweder unter dem Vordach des Bahnhofs, im Zug, im Büro oder in einem Geschäft war. Am Nachmittag bin ich anderthalb Stunden durch die Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes spaziert. Sehr ungewöhnlich für mich, aber das ergab sich so, weil ich auf den Michelmann gewartet habe. Der hat nämlich zu einer für ihn ganz ungewohnten Zeit die Welt gerettet. Deshalb konnte ich mir aussuchen, wie ich nach Hause komme: entweder 40 Minuten auf den Bus oder 90 Minuten auf den Michelmann warten. Natürlich hätte ich die sieben Kilometer auch zu Fuß gehen können. Aber das wäre bei diesem Wetter keine gute Idee.

Ich bin also einmal durch die Einkaufsstraßen der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes spaziert. Als Erstes habe ich meinen neuen Personalausweis abgeholt. Jetzt habe ich einen feinen Kleinen im Scheckkartenformat. Ich bin froh, dass wir für mich ein Passbild “selbstgebastelt” haben. Das Original habe ich nämlich zurückbekommen. Was hätte ich mich geärgert, wenn ich ein Teures beim Fotografen hätte machen lassen. Bei jedem Schauer während meines Spaziergangs bin ich in einen Laden gegangen, um zu schauen, was die Dame von Welt in dieser Saison trägt. Eingekauft habe ich aber nur ein paar Lebensmitteln in unserem kleinen Supermärktchen. Trotzdem hat mir meine Shoppingtour gefallen. Denn die Geschäfte waren ganz leer und das, trotz der Osterferien.

Zuhause habe ich zuerst die Dinge eingesammelt, die der Sturm durch den Garten geweht hat. Morgen soll das Wetter glücklicherweise wieder besser werden. Darauf freue ich mich. Auch wenn dieses unbeständige Wetter etwas Gutes hat: Dass es das Einzige ist, wovon ich zu berichten weiß, zeigt doch, wie gut es uns gerade geht. Wir genießen die Zweisamkeit zuhause. Ganz ohne Termindruck oder Stress. Und das ist gut so.

Bedanken möchte ich mich noch schnell für Ihre Kommentare zum Eintrag zur Europawahl und die darin hinterlassenen Links. Ich wünsche mir von Herzen, dass sich jeder mit dem Thema “TTIP” auseinandersetzt. Es ist so wichtig. Nehmen Sie sich bitte die Zeit (sofern Sie es noch nicht getan haben) und klicken Sie auch die Links in den Kommentaren an. Vielleicht schreiben Sie auch für die Leser Ihres eigenen Blogs einen Eintrag zu diesem Thema. Wenn wir nicht jetzt die Richtigen wählen, wann dann?

Gestern hatten wir herrliches Frühlingswetter. Heute sah es fast genauso schön aus, zumindest von drinnen nach draußen. Allerdings war es heute so windig, dass es nicht wirklich Spaß machte, im Garten zu sein. Deshalb habe ich die Zeit zum Wäsche legen und bügeln genutzt, während der Michelmann die Welt rettet. Außerdem habe ich meine Winterstiefel wegsortiert und mein Zimmer aufgehübscht. Ich mache solche Arbeiten manchmal richtig gern und immer dann, wenn der Michelmann  die Welt retten muss. Dann können wir seine freie Zeit gemeinsam verbringen, wenn wir das möchten.

Als er am frühen Nachmittag nach Hause kam, war ihm nach richtiger Männerarbeit. Also hat er meinem Auto neue Schuhe angezogen. Jetzt fährt mein Smartie wieder auf Sommerreifen. In der letzten Woche war er übrigens beim TÜV und ohne Beanstandung durchgekommen. Das hat mich riesig gefreut. Schließlich wird er am Donnerstag schon elf Jahre alt. Ich habe in der Zeit Kürbisse und Gurken gesät und meine Sämlinge auf der Fensterbank und im Gartenwohnzimmer betuddelt.

fensterbank

Danach habe ich den Michelmann überredet, noch eine Tour zu machen. Wer so fleißig die Welt und den Smartie rettet, soll im Feierabend auch Spaß haben. Der Michelmann findet es immer doof, wenn ich  den ganzen Tag allein zuhause war und er danach noch eine Tour macht. Aber ich finde das gar nicht schlimm und ermutige ihn dann auch loszufahren. Schließlich konnte ich meinen Tag so gestalten, wie ich Lust und Laune hatte, und außerdem könnte ich ja auch mitfahren. Dazu war es mir heute aber zu kalt und windig. Da habe ich es mir lieber auf dem Sofa gemütlich gemacht. Das mag ich nämlich auch. Besonders, wenn der Post-Leo mir die LaLu in den Briefkasten geworfen hat.

lalu

Ich habe auch noch ein wenig telefoniert und eine Gartensendung im Fernsehen angeschaut. Als der Michelmann wieder nach Hause kam, war es auch schon Zeit für das Abendessen. Wir haben meistens eine Packung Spaghetti im Hause für den Fall, dass wir ein einfaches schnelles Nudelssen zubereiten möchten. Normalerweise bevorzuge ich selbstgemachte Nudeln, aber Spaghetti selbst zu machen, ist selbst mir zu fisselig. Dazu gab es eine leckere Gemüsesauce (passierte Tomaten, gewürzt mit meinem Kräutersalz und Pfeffer, dazu Paprika, Champigons, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch)

Spaghetti mit Gemüsesauce

Spaghetti mit Gemüsesauce

Spaghetti mit Gemüsesauce

Spaghetti mit Gemüsesauce

Wieder ein ganz wundervolles vegetarisches Essen und das bei dieser schönen Kulisse.

Ich könnte mir vorstellen, dass es bei der anstehenden Europawahl am 25. Mai eine noch geringere Wahlbeteilung geben wird, als bei allen anderen Wahlen. Dabei finde ich persönlich, dass gerade die Wahl in diesem Jahr eine der wichtigsten überhaupt ist. In diesem Jahr entscheiden wir nämlich nicht nur über irgendwelche Politiker, die künftig mehr oder weniger unsinnige Entscheidung treffen. Nein, in diesem Jahr entscheiden wir uns konkret, ob wir das Freihandelsabkommen mit den USA möchten oder nicht. Mir macht dieses Abkommen wirklich große Sorgen. Wenn Sie bereits länger im “Landgeflüster” lesen, dann wissen Sie, dass mir ein selbstverantwortliches, gesundes und freies Leben im Hier und Jetzt viel wichtiger als Geld, Karriere und Konsum ist. Deshalb wundert es Sie wahrscheinlich auch nicht, wenn ich dem Abkommen gegenüber kritisch bin.

Sollte Ihnen bisher die Zeit oder Lust gefehlt haben, sich mit dem Thema “Transatlantic Trade and Investment Partnership – TTIP” zu beschäftigen, dann nehmen Sie sich bitte die Zeit. Dieses Abkommen wird unser aller Zukunft nämlich für immer stark verändern. Informieren Sie sich bitte, ob Sie das Abkommen unterstützen möchten oder dagegen sind. Und: gehen Sie bitte zur Wahl. Wenn Sie nicht gehen, stimmen Sie für das Abkommen, auch wenn Sie es eigentlich gar nicht möchten. Vielleicht ist es Ihnen auch egal. Aber wenn Sie Kinder oder Enkel haben, dann überlegen Sie, ob Sie denen dieses Abkommen wünschen. Klingt jetzt vielleicht furchtbar moralisch, arrogant und überheblich. So ist es aber selbstverständlich gar nicht gemeint. Ich finde es nur wichtig, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet – egal wie sie auch aussehen mag – und sich aktiv für das entscheidet, was er möchte. Furchtbar finde ich Menschen, die selbst nicht aktiv werden, aber im Nachhinein jammern, dass alles doof ist und alle so gemein sind. Es ist, wie es ist: wir haben immer die Wahl.

Und damit mir auch keiner vorwirft, dass ich ihn bei seiner Wahl beeinflussen möchte, verlinke ich ein Interview, das ein Reporter vom WeDeEr mit Herrn De Gucht, dem EU Handelskommissar geführt hat. Herr De Gucht ist die treibende Kraft für den Abschluss des “TTIP” und hatte in diesem Interview die Möglichkeit, mit guten Argumenten Werbung für sein “Baby” zu machen und uns davon zu überzeugen. Das Interview wurde in Englisch geführt. Aber selbst, wenn Sie kein oder nur wenig Englisch verstehen, lernen Sie Herrn De Gucht in diesem Video kennen. Hier können Sie ein paar sehr aussagekräftige übersetzte Zitate aus dem Interview lesen. Dort finden Sie auch ein Video mit anderen Stimmen zu “TTIP”.

 

 

So sonnig in das Wochenende zu starten ist toll. Auch heute begrüßte uns die Sonne am frühen Morgen. Wir sind heute schon um sieben aufgestanden, da lachte sie schon vom Himmel. Der Michelmann hat heute die Welt gerettet und ich habe derweil ein wenig Hausfrau gespielt: Einkaufen auf dem Markt und im Supermärktchen, Betten beziehen, Wäsche waschen, solche Dinge eben. Und weil ich so früh aufgestanden bin, konnte ich dann schon um zehn in den Garten.

Frühstück

Es gab ein kleines zweites Frühstück für mich, bevor ich  im Gartenwohnzimmer und auch in dem Beet an der Auffahrt gewerkelt habe. Danach habe ich es mir richtig gemütlich gemacht, gelesen und mich von der Sonne wärmen lassen.

GWZ

Nach dem späten Mittagessen musste ich auch nicht mehr lange auf den Michelmann warten. Und weil das Wetter so schön war, hat der Michelmann vorgeschlagen, eine Tour über das Land zu unserem Baum zu machen. Eine schöne Idee, weil wir dann gleich mal nachschauen können, ob sich schon die ersten Blätter zeigen.

Lieblingsbaum

Aber so weit ist es noch nicht. Die Buchen sind genauso spät dran wie meine Lieblingsplatane bei uns im Dorfe. Die habe ich gestern Nachmittag besucht, um nachzuschauen.

Platane

Ich hoffe, Sie hatten auch so einen schönen Tag wie wir. Für morgen wünsche ich Ihnen schon einmal einen wunderbaren Sonntag. Alles Liebe, Ihre Frau Landgeflüster.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

April 2014
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~japanische Weisheit~

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