Frau Landgeflüster hat heute kurzfristig das Programm geändert. Nachdem sie mit Tina telefoniert hat, riss der Himmel auf und die Sonne fing an zu scheinen (ein Zeichen!). Und so entschied sie sich ganz spontan in die Kleinstadt vor den Toren ihres Dorfes zu wanderen, um ihr Auto zu holen. Nach dem überraschenden Wintereinbruch gestern hat sie nämlich ihr Auto in der Firmentiefgarage gelassen, damit es dort auftauen kann, und hat sich vom Michelmann in  seiner Mittagspause (um 17 Uhr!) nach Hause fahren lassen. Der Spaziergang führte mich zunächst wie immer durch das halbe Dorf. Und so konnte ich sehen, dass unser neuer Supermarkt (finde ich persönlich immer noch unnötig für unser Dorf) schon kurz vor der Vollendung ist:

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Aber immerhin macht unser Tante-Emma-Laden nicht zu, sondern versucht auf dem gleichen Gelände wie der Supermarkt sein Glück als kleiner Dorfladen weiterzubestehen. Bisher ist der ehrlich gesagt ziemlich schäbige Laden direkt neben unserem Grundstück. Das ist sehr praktisch, weil wir ratzfatz mal schnell rüberhuschen und auch mal “anschreiben” lassen können.  Das ist dann nicht mehr so leicht möglich. Dafür wird es natürlich ruhiger werden. Es hat alles Vor- und Nachteile. Trotzdem verliert unser Dorf durch den neuen Supermarkt wieder ein wenig mehr seinen dörflichen Charakter. Und das finde ich sehr schade. Eröffnung wohl in der nächsten Woche.

Nachdem Dorf gehe ich am Waldesrand entlang. Auf der anderen Straßenseite befinden sich Felder. Kurz hinter dem Ortsschild treffe ich heute dieses Schild:

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Oho, Treibjagd. Also aufgepasst, Frau Landgeflüster. Die Strecke ist vier Kilometer lang und es wäre nicht schön, von der Meute umgeworfen zu werden.

Auf dem einen Feld ist ein mobiler Hochsitz aufgestellt:

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Beim genaueren Betrachten sehen wir einen einsamen Jäger beim Eierschaukeln:

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Auf dem zweiten Feld sitzt ein noch einsamerer Jäger auf einem Klappstuhl. Den habe ich nicht mehr fotografiert, denn auf einmal waren Schüsse und wildes Geschrei zu hören. Da ist Frau Landgeflüster schnell weitergelaufen.

Nach etwas mehr als einer Stunde war ich bei meinem Smartie und bin dann wieder nach Hause gefahren, nicht ohne vorher dem Michelmann einen kleinen Brief hinter die Windschutzscheibe zu klemmen.

Zuhause ist Frau Landgeflüster noch eine Runde durch den Garten spaziert und hat sich gar sehr so sehr über die ersten Schneeglöckchen gefreut.

(ein schöner Tag, auch wenn Frau Landgeflüster schniefenderweise auf dem Sofa sitzt, weil sie das gar so traurige Ende ihres Filmes gesehen hat.)