Frau Landgeflüster erledigt ihre Post. Da sie nichts mehr fürchtet, als dass die Empfänger ihrer Briefe Nachporto zahlen müssen, ist ihr wichtigstes Utensil die Briefwaage. 20 Gramm dürfen Standardbriefe wiegen, um noch 55 Cent zu kosten. Also möchte Frau Landgeflüster lieber, dass die Briefe nur 19 Gramm wiegen. Sicher ist sicher, falls ihre Waage ein Grämmchen unterschlägt.

Natürlich wäre sie auch bereit 1,45 Euro draufzukleben, wenn es denn sein muss.  Aber drei DIN A 4-Seiten plus Umschlag wiegen nur 19-20 Gramm, wenn man den richtigen Briefumschlag erwischt! Bei den ersten sechs Briefen waren es die richtigen. Der siebte Brief musste in einen anderen Umschlag und was soll ich sagen: die Waage zeigt 21 Gramm an. Wie doof. Also wiegt Frau Landgeflüster alle Umschläge ab, die sie findet, und der Michelmann lacht sich einen ab. 90 Cent wegen einem Gramm, die möchte sie der Post nicht schenken. Verdient die doch sowieso immer sehr gut an Frau Landgeflüster. Der letzte Umschlag, ähm, ein Andenken aus irgendeinem Urlaub, der ist es! 19 Gramm inklusive Brief! Na bitte! Die 90 Cent nutze ich lieber für zwei also insgesamt 14 zusätzliche Postkarten.

Bei der Post in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes, in dem es leider keine Post mehr gibt, zur Sicherheit noch einmal nachgewogen: Sechs Briefe wiegen 20 Gramm, ein Brief 19 Gramm, der “Andenken-aus-irgendeinem-Urlaub-umhüllte-Brief”. Alles ist gut.

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Nachtrag: Dank Frau Soulsilence weiß ich jetzt, dass ich nur 90 Cent gezahlt hätte, nicht 1, 45 €. Ich schicke meist Brief im größeren Format, die kosten soviel.