Manchmal bekommt man so richtig schöne Geschenke oder man gönnt sich selbst etwas Nettes. Früher hat Frau Landgeflüster sich diese Dinge öfter für besondere Anlässe zur Seite gelegt oder nur ganz sparsam verwendet, weil es so kostbar, teuer, zu schade oder sonst was war. Das machte sie solange, bis sie auf eine kleine Geschichte stieß, deren Quelle sie leider nicht mehr kennt. Sollte sich der Erfinder dieses Textes finden, möge er sich bitte melden. Ich möchte mich nicht mit falschen Federn schmücken. Aber ich möchte Ihnen diese Geschichte gern zeigen. Ich habe sie eben nämlich ganz zufällig beim Aufräumen gefunden. Vielleicht macht sie auch Ihnen bewusst, dass es immer besser ist, jeden Tag als Besonderen zu sehen, der es verdient, mit schönen Dingen geschmückt zu werden und auch Träume und Wünsche nicht auf die lange Bank zu schieben. Und die Geschichte geht so:
Ein Mann öffnet die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holt ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er wirft das Papier weg und betrachtet die Seide und die Spitze. „Das habe ich ihr gekauft, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt acht oder neun Jahre her. Sie hat sie nie getragen, sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist diese besondere Gelegenheit gekommen.“ Er nähert sich dem Bett und legt die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die das Bestattungsinstitut abholen wird. Seine Frau ist gestern gestorben.
Soweit die Geschichte. Machen Sie was daraus.

14 comments
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August 25, 2009 um 12:57
berliner luft und ostseewelle
Huch! Das ist ja ziemlich traurig!!!
Aber so wahr…
Hm, Frau Landgeflüster, ich hab den Holunderblütensirup auch noch nicht angerührt.
Aber ich denke, wir werden nächste Woche zur Wohnungseinweihung mit Sekt und Holunderblütensirup anstoßen.
August 25, 2009 um 13:38
Alexandra
Liebe Frau Landgeflüster, diese Geschichte gibt wirklich zu denken. Mir gab schon vor 5 Jahren eine andere, aber im Kern ähnliche Geschichte zu denken. Der Mann meiner Freundin plante , wenn er in Rente gehen würde, sich einen besonderen Mercedes Oldtimer mit Flügeltüren zu kaufen. Dafür hatte er schon eine tolle Garage ans Haus angebaut, schöner gefliest als mein Wohnzimmer. Er war Elekromeister und arbeitete nach Feierabend viel nebenher um sich so seinen Traum erfüllen zu können. Er gönnte sich nichts nebenher, immer nur Arbeit. Als er das Geld für das Auto beisammen hatte erkrankte er an Morbus Hodgekin, bekam Chemo und Bestrahlungen und verstarb dann innerhalb von 6 Monaten. Er hat sich seinen Traum nie erfüllen können, hat aber auch nie richtig gelebt, sondern immer nur gearbeitet. Ich habe nur kleine Träume und versuche sie immer zeitnah zu leben. Wie heißt es so schön: CARPE DIEM
In diesem Sinne leben Sie ihr leben JETZT
Lieben Gruß
Alexandra
August 25, 2009 um 13:53
Kerstin
Auch, wenn es sehr traurig ist, so ist doch so viel Wahres an dieser Geschichte. Ich kann mich da auch identifizieren – wie oft möchte ich mir etwas „für die besondere Gelegenheit” aufheben – ich denke mal, das Geschriebene wird mich heute den Tag über nicht mehr los lassen…
Ja, ich werde auch versuchen, mehr den Augenblick zu leben und mein Augenmerk auf die schönen Dinge des Lebens richten. Da hat man einfach mehr davon!
Sei lieb gegrüßt von Kerstin
August 25, 2009 um 14:07
Rockstrickerin
.. auf später verschieben wenn der richtige Zeitpunkt ist.. aufheben weil es für „jeden Tag“ zu schade ist.. kann ich leider auch zu oft zu gut. aber ich arbeite dran, jeden tag zu genießen. Man weiß ja nie, was morgen ist und ob man es morgen überhaupt noch genießen kann.
In diesem Sinne.. danke für diese Geschichte, die mir einen sehr langen Moment Gänsehaut verschafft hat und eine Anregung wieder mal darüber nachzudenken, nicht alles auf morgen zu verschieben, was man auch heut schon genießen könnte.
Liebe Grüße Simone
August 25, 2009 um 14:31
Frau Landschnack
Liebe Frau Landgeflüster,
danke für diese Geschichte, die einem so den ein oder anderen Gedanken in den Kopf bringt!!
Darf ich sie verlinken?
LG Melli
August 25, 2009 um 15:11
Frau Landgeflüster
Liebe Melli, natürlich darfst Du. Liebe Grüße.
August 25, 2009 um 17:44
Tine
Lange Zeit hab ich auch so oder so ähnlich gedacht, es gab ein Ereignis in meinem Leben, daß mich sehr traurig und nachdenklich machte und von da an, hab ich versucht, das Leben wirklich auszukosten und ich bin ein Mensch, der sich über Kleinigkeiten freuen kann, über die andere nur abfällig lächeln, sei es die ISS am Himmel oder die Ballon-WM vor 2 Jahren, wo mich der gleichzeitige Start von 82 Ballons begeistert hat, oder eine schöne CD oder Buch oder mein superfröhliches Kind, wenn sie eine MatheZwei heimbringt und im Pool vergnügt quitscht. Manche Menschen haben für all die schönen Dinge kein Auge, kein Ohr, kein Gefühl.
Eine sehr schöne Geschichte, die nachdenken lässt! Danke Frau landgeflüster!
August 25, 2009 um 18:12
april
Ich kenne die Geschichte; sie geistert schon seit Jahren im Internet herum, aber man sollte sie von Zeit zu Zeit wieder lesen. Ich glaube, viele machen das so: dies und das ist zu gut und wird verwahrt. Irgendwann ist es schlecht geworden (Champagner) oder unmodern und man hat den Genuss versäumt.
August 25, 2009 um 19:20
fraeuleinfrieda
Obwohl auch ich diese Geschichte schon häufiger gelesen habe, neige ich leider durchaus auch dazu, so zu denken…und ich hab keine Ahnung warum!!! Es gibt echt keinen Grund dazu.
Deshalb dank ich Dir, liebe Frau Landgeflüster, dass Du uns mit dieser kleinen Geschichte mal wieder ins Gedächtnis rufst, das jeder Tag ein Besonderer ist und auch so behandelt werden sollte
Einen ganz lieben Gruß von Katja
August 25, 2009 um 19:50
Aufheben für später…. « Bei Frau Landschnack
[...] 25. August 2009 in Uncategorized | Tags: Nachdenklich, schön …. Nachdenklich schön bei Frau Landgeflüster…. KLICK [...]
August 25, 2009 um 20:50
specialagentgibbs
Als ich ihre Einleitung gelesen habe, habe ich mich direkt an die Geschichte erinnert. Dass diese dann auch kam, fand ich dann richtig gut.
Leider nehme ich mir viel zu selten Beispiel an dieser Geschichte…
August 25, 2009 um 22:59
Suse
Ja, irgendwie traurig und dann sehr anregend es anders zu machen.
Oft tue ich mich auch schwer damit. Aber manchmal klappt es. Und dann freue ich mich sehr.
Danke für diese Geschichte.
August 25, 2009 um 23:41
irodeschi
Kann man jeden, wirklich jeden Moment geniessen? Kann man jeden Tag leben, als wenn es der letzte wäre? Ich denke, das ist kaum zu verwirklichen. Man kann nur nahe herankommen.
Aber besonders schöne Dinge für irgendwann später aufheben, das muß nicht sein. Also, Mädelz und Junx, nehmt euch die traurige Geschichte, die uns Frau Landgeflüster erzählt, zu Herzen.
Köpft den Champagner, packt eure schönsten Kleider aus und feiert das Leben
August 26, 2009 um 9:14
elana
Ich kannte diese Geschichte auch von irgendwoher und sie begegnete mir auch immer wieder einmal. Jedes Mal fasste ich mich an die eigene Nase und änderte meine Gewohnheiten und jedes Mal falle ich wieder mit der Zeit ins alte Muster zurück? Waaas, den guten Pulli jetzt anziehen? Einfach so? Geht nicht. Ich könnte ihn ja noch bei einer passenden Gelegenheit brauchen. Und dann ist er nicht mehr modern, der Pulli, oder er gefällt nicht mehr. Dumm, nicht? Und jetzt geh ich gleich mal runter und ziehe einen ganz bestimmten Sommerpulli an, ja genau, den, der schon seit langer Zeit auf seinen Auftritt wartet.
Danke für’s Erinnern, liebe Eva.
LEBE JEDEN TAG, ALS WÄRE ES DEIN LETZTER …