Der Tod gehört zum Leben dazu, heißt es. Klar, so ist es auch und täglich lese ich in der Zeitung darüber. Unfallberichte mit Todesfolgen, Verbrechen, Todesanzeigen oder Berichte über prominente Verstorbene. Dennoch mache ich mir immer Gedanken über die Person, die hinter der Todesmeldung steckt. Besonders betroffen bin ich, wenn Menschen ganz jung oder tragisch sterben, egal, ob sie mir persönlich bekannt sind oder nicht. Noch viel, viel mehr erschüttert mich die Todesnachricht, wenn dieser Mensch für sich keinen anderen Ausweg mehr sah, als sich selbst das Leben zu nehmen. Wie verzweifelt muss dieser Mensch gewesen sein? Wie furchtbar muss es nun für die Angehörigen und Freunde sein, aber auch für die Kollegen, Vorgesetzte und anderen Menschen, die vorher noch Kontakt mit der verstorbenen Person hatten? Mein Mitgefühl gilt Frau Enke mit ihrer kleinen Tochter und den anderen Angehörigen. Genauso aber denke ich die ganze Zeit an die beiden Zugführer und die Rettungskräfte, die unfairerweise in diese Tragödie hineingezogen wurden. Ich bin der Meinung, jeder Mensch ist ab eines gewissen Alters für sein Leben selbst verantwortlich und hat somit auch das Recht, sein Leben selbst zu beenden. Kein Verständnis habe ich allerdings dafür, wenn bei dieser Entscheidung andere zu Opfern werden. Kein Mensch hat das Recht das Leben eines anderes zu zerstören und wer meint, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, der soll diese Tat auch allein umsetzen und nicht andere hinzuziehen. Ich wünsche allen Beteiligten viel Kraft, dass Geschehene zu verarbeiten und wünsche mir von tiefsten Herzen, dass die beiden Zugführer ganz viel Unterstützung und professionelle Hilfe erfahren, damit ihr eigenes Leben lebenswert bleibt.

Nachtrag: es ist schon bemerkenswert, mit welchem Geschick der Radiosender heute morgen die Nachricht behandelte. Morgens nach dem Aufwachen hörten wir eine Meldung über den Tod von Herrn Enke, danach wurde ein Lied von Laid Back gespielt, in der die Liedzeile „Nighttrain is coming…“ vorkommt. Dann folgten weitere Worte über das Geschehene, bevor das Lied „So soll es bleiben“ von Ich&ich kam, das mit den Worten „Ich warte schon so lange auf den einen Moment“ beginnt. Blöder Zufall. Richtig doof aber fand ich, dass auch das Lied „I just died in your arms tonight“ von Cutting Crew gespielt wurde. Das finde ich wirklich daneben!