Hätte ich geahnt, was sich im Laufe des gestrigen Tages in den Medien abspielen wird, hätte ich meinen Eintrag von gestern nicht veröffentlicht. Den Abend zuvor wurde ich von der Nachricht per kurzer Einblendung in der Sendung meine Lieblingsmoderatorin Ina Müller darüber informiert und war sehr betroffen, ohne überhaupt die näheren Umstände zu kennen. Am nächsten Morgen, als wir vor dem Aufstehen wie immer noch ein wenig im Bett liegen blieben, um bei Radiomusik und Nachrichten langsam wach zu werden, wurden wir mit den Details des tragischen Ereignisses konfrontiert. Diese Details zusammen mit der Musik erschütterten mich sehr und aus diesen Gefühlen heraus entstand der letzte Eintrag, den ich in der Pause bei der Arbeit schrieb. Es ist manchmal schwierig seine Gefühle in Worte zu fassen, besonders, wenn sich die Gedanken wie gestern bei mir ständig im Kreis drehen. Ihre Kommentare aber zeigen mir, dass einige wohl ähnlich dachten. Vielen Dank für alle Ihre Gedankenanregungen, die Sie mir da gelassen haben. Ich habe intensiv über jeden einzelnen Ihrer Kommentare nachgedacht.
Gestern Abend, nachdem ich zuhause bei mir selbst angekommen war, also nach all dem, was ich brauche, um nach einem extrem anstrengenden Tag wieder zur Ruhe zu kommen, habe ich irgendwann den Fernseher angemacht. Gleich auf dem ersten Sender konnte ich einen kleinen Ausschnitt aus der Pressekonferenz mit der Ehefrau sehen. Ich war schockiert und schaltete um. Dort das gleiche Thema, nur war es diesmal die Konferenz mit dem Manager der Nationalmannschaft. Und ich schaltete von einem Sender auf den nächsten um, immer weiter, immer schneller. Kein Sender, der in diesem Augenblick nicht das gleiche Thema zeigte. Ich hörte hier die Ankündigung einer Sondersendung und auch da und dort. Beim nächsten Programm ein Interview mit jemanden, der irgendwann einmal irgendwo Kontakt hatte und nun meint, ein Urteil abgeben zu können. Es war unglaublich. Ich habe mich für unsere Mediengesellschaft geschämt und den Fernseher ausgemacht. Und bitter bereut, meinen Eintrag veröffentlicht zu haben. Denn auch ich habe geschrieben, über etwas, das ich gar nicht beurteilen kann. Habe beklagt, das er keine Rücksicht genommen hat auf die beiden Zugführer. Natürlich meine ich immer noch, dass sich jeder, der sich selbst tötet, andere bei der Tat nicht hineinziehen sollte. Aber ist diese Forderung nicht vielleicht furchtbar anmaßend von mir? Was löst diese schreckliche Krankheit in einem Menschen aus? Im Laufe der vielen Jahre des Leidens und besonders gerade in diesem Moment, in dem der Entschluss zur Handlung wird? Wie kann ich ihn für eine Tat verurteilen, wenn ich nicht weiß, ob er gerade in diesem Moment überhaupt wusste, das er etwas macht und was er da tut? Auch andere Fragen werden für immer unbeantwortet bleiben, auch wenn in diesen Tagen sehr viele „Antworten“ dazu gegeben werden. Was brachte das Fass zum Überlauf? Warum konnte die Liebe nicht helfen? Warum stand das private Glück nicht im Vordergrund? Fragen, die nie beantwortet werden. Da können noch so viele Menschen meinen, eine unqualifizierte Antwort geben zu müssen.
Die Pressekonferenz der Ehefrau hat mich entsetzt, weil ich es mich schockierte, dass die arme Frau so schnell an die Öffentlichkeit ging und, wie sie auftrat. Aber auch dies möchte ich gar nicht beurteilen. Wenn sie das Bedürfnis hatte, sich der Öffentlichkeit zu erklären, finde ich den Auftritt gut, sehr mutig und bewundernswert. Wurde sie von Beratern dazugedrängt, tut sie mir sehr leid. Aber auch dann finde ich es bewundernswert, dass sie das so tapfer ertragen hat. Ich selbst wäre sicherlich nicht in der Lage dazu. Eines hat sie in jedem Fall erreicht: sie hat das Thema Depressionen öffentlich gemacht, hat der Krankheit ein Gesicht und viele Gefühle gegeben. Dafür bin ich ihr dankbar und ich hoffe, dass ihre Worte das Bewusstsein unserer Gesellschaft verändert.
Ich wünsche der Familie von ganzen Herzen die Kraft, diese schwere Zeit zu überstehen und wünsche ihr alles Gute für die Zukunft. Möge sie die Ruhe und Unterstützung finden, die sie zum Trauern und zum Verarbeiten braucht. Ihm wünsche, dass er seinen Frieden findet und uns allen in guter Erinnerung bleibt. Uns allen wünsche ich, dass unsere Gesellschaft erkennt, dass es kein Schweigen und kein Verschweigen über diese furchtbare Krankheit geben darf. Mögen wir alle aus diesem tragischen Tod lernen und mögen wir uns jetzt alle zurückhalten, weiter zu (ver)urteilen, zu spekulieren, zu hetzen, die Einschaltquoten nach oben pushen und Profit aus diesem Geschehen herausschlagen zu wollen. Lassen wir ihm seinen Frieden. Er hat es verdient.

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November 12, 2009 um 17:16
Gina
Er und alle Menschen, die ihm wirklich nahe standen.
November 12, 2009 um 17:44
Jana
Es hat mich vorhin richtig gefreut, als ich diesen Artikel von dir gelesen habe. Gestern – ich muss es gestehen – war ich so gar nicht mit deinem Artikel so einverstanden. Doch ich wollte mich dazu nicht äußern, weil ich befürchtete, mit meiner Meinung mal wieder anzuecken. Besonders toll finde ich, wenn man über seine Äußerung noch einmal nachdenkt und ggf. auch diese noch einmal ändert. Viele Menschen hätten nicht den Mut dazu.
Wie du geschrieben hast „Denn auch ich habe geschrieben, über etwas, das ich gar nicht beurteilen kann. Habe beklagt, das er keine Rücksicht genommen hat auf die beiden Zugführer. Natürlich meine ich immer noch, dass sich jeder, der sich selbst tötet, andere bei der Tat nicht hineinziehen sollte. Aber ist diese Forderung nicht vielleicht furchtbar anmaßend von mir?“ Genau das habe ich (leider) auch von dir gedacht.
Ich habe eine sehr gute Freundin, die unter Depressionen leidet und ich weiß, das trotz vieler Hilfe meinerseits, sich ihr Zustand mehr und mehr verschlimmerte und ich hilflos daneben stehen musste. Am schlimmsten war ein Abend, als sie anrief und mir androhte, dass sie sich umbringt. Einer der schlimmsten Abende in meinem Leben. Sie hat es nicht getan.
Ich habe gestern Abend, als ich das Interview mit seiner Witwe gesehen habe, mit geweint. Ich weiß nicht, warum sie sich das angetan hat oder warum sie gezwungen wurde, in die Öffentlichkeit zu gehen.
Die Depression ist eine sehr sehr schlimme und geächtete Krankheit. Mit Krebs, einem Knochenbruch oder einer anderen physischen Krankheit, können alle mit umgehen. Aber wer unter einer Depression oder einer Angsterkrankung leidet, der wird schnell zu einem Bekloppten, der sich mal zusammenreißen sollen, erklärt.
Ich wünschte, die Gesellschaft würde mit psychischen Erkrankungen anders umgehen. Das der Fall Enke daran etwas ändern wird, mag ich zu bezweifeln. In 2 Tagen, wenn das Thema kein Geld mehr bringt, wird man sich einem anderen Thema widmen.
Viele liebe Grüße, Jana
November 12, 2009 um 19:07
Kerstin
Wir haben uns heute in der Firma auch nochmal länger darüber unterhalten. Und mir ist ebenfalls klar geworden, dass dieser Mensch, in der Situation, in der er sich befand, nicht mehr Herr seiner Gedanken war und sicher nicht an die armen Zugführer gedacht hat. Krank – er war ein kranker Mann. Und in seiner Lage war er nicht mehr Herr seiner Sinne. Und trotzdem tun mir die Zugführer leid, denn sie müssen damit irgendwie fertig werden.
Und auch denke, dass es Frau Enke schlichtweg ein persönliches Bedürfnis war, ein wenig mehr Verständnis in diese unsere tolle Gesellschaft zu bringen. Ein paar Hintergründe preis zu geben. Er war wirklich ein kranker Mann und er hatte Angst – über einen längeren Zeitraum. Letztenendes ist er daran zugrunde gegangen. Ich wünsche mir, dass sein Tod so manchem die Augen öffnet und wir anfangen, einmal nachzudenken.
Ich habe jetzt lange darüber nachgedacht, was ich dazu schreibe – ich habe einfach die Gedanken aufgeschrieben, die mir so in den Sinn kamen.
Und nach wie vor wünsche ich Frau Enke und der kleinen Tochter, aber auch allen anderen Menschen, die ihm nahestanden, sehr viel Kraft, um die kommende Zeit zu überstehen. Es wird nicht einfach sein….
Ganz liebe Grüße von Kerstin
November 12, 2009 um 19:37
multiples
Du Liebe,
ich freue mich sehr über den heutigen, neu überdachten Artikel, denn genau wie Jana war ich mit dem gestrigen nicht so ganz einverstanden und das auch aus den gleichen Gründen.
Eigentlich wollte ich schon gestern einen langen Artikel über meine Depression schreiben und versuchen das Denken zu vermitteln, dass mich mal fast so weit wie Herrn Enke gebracht hat – zur Zeit ist mir das Thema aber zu heiss und auch in mir ist zuviel aufgewirbelt. Da muss erstmal etwas Gras drüber wachsen.
Wenn man aus dieser tragischen Geschichte nur irgendetwas gutes ziehen kann, dann ist es dass Tabuthema Depressionen mal an die Oberfläche kommt, dass darüber gesprochen und geschrieben wird.
Herrn Enke und seinen Angehörigen wird dies nichts mehr nützen – aber vielleicht, vielleicht kommen wir ja irgendwann dorthin, dass psychische Krankheiten anerkannt und nicht belächelt oder gar verurteilt werden.
Ich grüße Dich lieb
Angela
November 16, 2009 um 15:30
schrecklichschoenesleben
Ich finde, Du hast in Deinen beiden Beiträgen Deine Überlegungen sehr gut niedergeschrieben und uns nahegebracht. Es gehört auch was dazu, seine Meinung zu revidieren und dass dann auch zu kommunizieren.
Ich kann zum Thema Depressionen auch ein persönliches Liedchen singen.
Es gibt kaum eine quälendere Erkrankung und ich glaube, wenn man an dem Punkt ist, an dem Herr Enke gewesen ist, dann will man nur, dass alles vorbei ist. Egal wie.
Schlimm, dass es für ihn keine Hilfe mehr gab bzw. er nicht mehr in der Lage war, sich dem Leben zu stellen. Ich hoffe nun wenigstens, wie Angela, dass das Thema nicht mehr tabuisiert wird. Genauso, wie unsere Gesellschaft auch lernen muss, mit dem Thema Tod und Trauer offener umzugehen.Es hätte mir damals geholfen, offen darüber reden zu können. Aber sowas will keiner hören.
November 12, 2009 um 22:03
Renate
Ich freue mich über deinen heutigen Artikel!
In meinem Umfeld gibt es zwei Menschen, die mir sehr nahe stehen. Beide leiden seit vielen Jahren unter Depressionen, die nur mit Medikamenten „in den Griff“ zu bekommen sind. Und anscheinend wird die Krankheit auch vererbt. Jeweils ein Kind dieser beiden ist auch depressiv. Das eine Kind hat sich vor zwei Jahren das Leben genommen. Auf dieselbe Weise wie der Sportler. Die depressive Mutter wird darüber wohl nie richtig weg kommen, unter anderem, weil sie sich schuldig fühlt.
Wer mit dieser Krankheit nicht konfrontiert wurde, in irgendeiner Form, weiß nicht, wie belastend sie sein kann. Für alle Beteiligten. Und das Schlimme ist, dass niemand wirklich helfen kann – nur mit Medikamenten das Schlimmste abwenden. Die unendliche Leere, die depressive Menschen empfinden, kann sich ein „Gesunder“ nicht mal erahnen. Ich empfinde ein tiefes Mitgefühl für solche Menschen. Und ich fühle auch eine schreckliche Hilflosigkeit, weil man einfach nichts tun kann.
Lieber Gruß von Renate
November 13, 2009 um 5:41
Frau Neumalklug
deswegen hielt ich mich bei dem Thema extrem kurz. Es war absehbar, jedenfalls für mich, welch Welle das mit/nach sich zieht. Depressionen sind ein Thema für sich. Der Mister hatte ähnlich pathologische im Zuge eines Burnouts und das über Jahre hinweg. Auch er mied es, darüber zu reden, wollte nach außen alles „schick“ wissen, unsere Mitarbeiter hätten was erfahren können, man hätte ihn dann nicht mehr respektiert, wohl möglich getuschelt…blabla! So ging es in seinem Kopf. Bis ich ihm in den Hintern trat und quasi zu einer Therapie zwang. Es gibt keinen anderen Weg daraus, nur erkennen das die Betroffenen am wenigsten und man selbst als Angehörige steht daneben und mag anfangs nicht sagen, bloss nicht dran rühren, es könnte dadurch ja noch schlimmer werden. Bei uns war es das Messer auf der Brust, das den Knoten löste.
Ich kann das Ganze ein Stück weit nachvollziehen aber nur erahnen, welch Qualen er selbst erlitten haben muss um schliesslich diesen Weg zu gehen.
Ich will jetzt nicht seine Frau kritisieren, falls es so rüber kommt… Nie nicht, jeder muss seinen Weg finden damit umzugehen, für mich war es die mir angeborene „rabiate“ Art, die schlussendlich auch half.
Ich hoffe inständig, die Presse lässt sie erstmal in Ruhe! Es reicht wirklich!
November 13, 2009 um 11:08
Gina
Das ist auch meine Meinung! Die Langversion findet sich hier:
http://ginasradweg.wordpress.com/2009/11/13/wenn-man-keine-ahnung-hat/
Und damit würde auch ich es gern bewenden lassen.
Gina
November 13, 2009 um 14:04
nebelschwaden
Liebe Frau Landgeflüster,
ich habe lange überlegt, ob ich auch einen Post zu diesem Thema schreibe, aber ich hatte Angst, nicht die richtigen Worte zu finden für das, was mich seit der Nachricht vom Freitod des Robert Enke bewegt. Es sind so viele Sachen, die mir durch den Kopf gehen.
Als ich die Nachricht am Abend hörte und dann von den Umständen im Videotext las, waren meine Gedanken ähnlich wie deine – insbesondere in Bezug auf die Lokführer. Ich hatte schon in diesem Moment den Verdacht, dass da Depressionen im Spiel sind.
Erst wenige Tage zuvor hatte ich in der Buchhandlung das Buch von Sebastian Deisler entdeckt und mir fest vorgenommen, es mir demnächst zu kaufen, weil ich mich über jeden Depressivkranken freue, der wieder ins Leben zurück gefunden hat. Ich freue mich deswegen so sehr über jeden, der es schafft, weil ich selbst es auch vor ein paar Jahren geschafft habe. Und genauso trauere ich um jeden, der diesen Weg nicht für sich findet oder nicht finden kann.
Ich glaube, niemand, der es nicht selbst erlebt hat, weiß oder kann sich nur annähernd vorstellen, was in einem depressiven Menschen vor sich geht. Jeder von uns kennt den Winterblues, aber der ist in seiner Intensität mit einer wirklichen Depression überhaupt nicht zu vergleichen.
So wie du erschüttert warst über die pietätlos anmutende Gestaltung der Radiosendung finde ich es immer wieder pietätlos, wenn in allen Medien von SelbstMORD die Rede ist. Selbstmord hat für mich immer den bitteren Beigeschmack einer Anklage. Aber was will man bei solch einer Tat anklagen – selbst der Gesetzgeber stellt die Eigentötung nicht unter Strafe. Warum kann man aus Respekt vor dem Verstorbenen nicht einfach das Wort Suizid oder Freitod wählen? Hinter jedem, der in den Freitod geht, steht ein Mensch mit einem schweren Schicksal. Warum muß man ihn pusthum noch mit dem Makel eines SelbstMORDES belegen?
Und noch kurz dies zum Auftritt von Frau Enke bei der Pressekonferenz: Sicher ist dieses Verhalten und dieser Umgang mit einem solchem Schicksalsschlag schwer nachvollziehbar, aber ich finde es mutig und couragiert von dieser Frau. Ich ziehe echt den Hut vor ihr. Vielleicht war es einfach nur ein Befreiungsschlag, den sie tun mußte, damit sie weiterleben kann – auch weiter leben ohne diese Krankheit. Die Co-Abhängigkeit von Angehörigen eines Suchtkranken ist in den letzten Jahren in der Gesellschaft immer mehr entabuisiert worden. Und das ist auch gut so. Ich wage die These, dass auch Angehörige von Depressivkranken in eine Art Co-Depression fallen. Frau Enke hat es selbst geschildert, dass sie ihrem Mann zu Liebe (weil er es eben nicht wollte) geschwiegen hat. Ich denke, dass sie dieses Schweigen über all die Jahre sehr belastet hat. Wie schwer muß sie daran getragen haben, ihrem Mann nicht wirklich helfen zu können, vielleicht einen Ausweg zu sehen, diesen aber nicht gehen zu können, weil er es nicht will. Vielleicht so sehr, dass sie jetzt endlich das Schweigen brechen konnte, ohne ihn dabei „zu hintergehen“.
Ich finde es auch wichtig, dass sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen ist. Vielleicht ist es ein ganz wichtiger und entscheidender Schritt in Richtung Entabuisierung einer Krankheit, für die die Betroffenen selbst nichts können, die diese selbst erst sehr spät zu erkennen vermögen. Manchmal muß eine Gesellschaft durch solche Geschehnisse für gewisse Themen sensibilisiert werden. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie viele Depressivkranke es vielleicht auch in ihrer unmittelbaren Umgebung gibt. Das Fatale an dieser Krankheit ist nämlich, dass man es den Betroffenen meist nicht ansieht. Durch den schleichenden Verlauf dieser Erkrankung entwickeln die Betroffenen ein merkwürdig anmutendes Talent für Schauspielerei. Und selbst, wenn man es erkennt, kann man selbst nichts tun. Ich halte es sogar für gefährlich, wenn man glaubt, man könne als Laie (als Freund oder Partner) dem Betroffenen helfen. Man kann es nicht. Diese Erkrankung gehört in professionelle Hände. Ich glaube, auch das wollte Frau Enke vermitteln. „Wir haben geglaubt, mit Liebe schaffen wir das!“ Das ist für mich DER zentrale Satz dieser Pressekonferenz!
Ich hoffe, dass die Gesellschaft durch den Tod von Robert Enke wach gerüttelt ist, aber ich befürchte, dass in einem Monat niemand mehr davon spricht.
In Gedanken bin ich bei der Familie und wünsche Ihnen Kraft für die nächste Zeit und dass die Sonne in ihrem Leben wieder aufgeht.
In Gedanken bin ich auch bei den Lokführern und Rettungskräften sowie deren Familien, die von einem Augenblick zum nächsten massiv in ein Geschehen gezogen wurden, auf das sie ohne Einfluß waren, dass sie aber noch auf Jahre belasten wird.
In Gedanken bin ich auch bei allen Depressivkranken und wünsche ihnen, dass sie den Weg zurück ins Leben finden.
Und Ihnen, liebe Frau Landgeflüster, danke ich für Ihre tiefgehenden Gedanken udn dass Sie uns daran teilhaben lassen. Ich wünsche Ihnen und dem Herrn Michelmann ein schönes Wochenende. Lassen Sie es sich gut gehen.
Frau Nebel
November 13, 2009 um 14:05
nebelschwaden
Hoppala – ich hätte doch einen eigenen Post draus machen sollen. Entschuldigung, dass ich Ihren Kommentarkasten so vollstopfe.
November 16, 2009 um 14:25
nina
Frau Landgeflüster, ich finde beide Posts berechtigt.
Jeder Mensch hat, meiner Meinung nach, das Recht sein Lebensende selber zu bestimmen, doch nicht in dem er anderen Menschen damit schadet.
Und Herr Enken hat den Lokführen dadurch geschadet. Sicher unbeabsichtigt, doch hat er ihnen Schaden zu gefügt.Deshalb verstehe ich den Ärger in Ihrem ersten Post nur zu gut. Das er krank war steht außer Frage und ich denke, er hat in dem Moment nicht an die Folgen für die Lokführer gedacht, sondern war so in seiner Depression gefangen, dass er keinen anderen Weg gesehen hat.
November 16, 2009 um 18:34
Frau Landgeflüster
Herzlich Willkommen im Landgeflüster, Nina, und danke für deinen ausführlichen Kommentar.