Bevor ich mich über meine heutige Post (Ja, sind Sie denn wahnsinnig?) äußere, möchte ich Ihnen eine neue Erkenntnis von Frau Landgeflüster verraten. Da der kleine Smartie heute morgen unter einer 20 cm dicken Schneeschicht versteckt, unser Dorf komplett eingeschneit und die Straßen somit ungeräumt waren, habe ich das großartige Angebot vom Michelmann freudestrahlend angenommen und mich mit seinem Allrad-Hondi zur Arbeit fahren lassen. Da der Michelmann selbst bis um 22 Uhr die Welt retten muss, blieb mir für den Heimweg die Wahl zwischen 6 Kilometer im Tiefschnee am Waldesrand nach Hause zu stiefeln oder mit dem Bus zu fahren. Sie werden es nicht glauben, aber Frau Landgeflüster hat sich für den Bus entschieden. Ein ganz besonderes Erlebnis, weil Frau Landgeflüster in den fast 13 Jahren, die sie hier nun schon wohnt, erst zwei- oder dreimal mit dem Bus gefahren ist.
Über die Busfahrt gibt es gar nichts Negatives zu berichten. Pünktlich, sauber, modern, freundlicher Busfahrer, was möchte man mehr? Auf dem Fußweg nach Hause fielen mir die unterschiedlich geräumten Gehwege auf und es ist, wie es ist: am geräumten Weg erkennt man den Menschen, der sich dahinter verbirgt. Hier mein Fotobeweis allerdings mit qualitativ schlechten Beweisfotos. Mein IwiPhone war in der Dunkelheit etwas überfordert und beim letzten Foto fehlte mir die ruhige Hand.
Foto 1:

Beim genauen Betrachten erkennen Sie im Hinter- und im Vordergrund penibel geräumte Wege, dazwischen ein Stückchen ungeräumter Fußweg. Nicht zu erkennen ist, dass die Grenze zwischen geräumt und ungeräumt auf den Zentimeter genau an der Linie des Gartenzauns verläuft. Was sagt uns das? Zum einen, dass die beiden Nachbarn den in der Mitte wohl nicht so mögen. Jedenfalls sieht es so aus. Bei uns ist anders, wenn wir oder unsere Nachbarn Schnee schieben, nehmen wir es mit “meins” und “deins” nicht so genau. Die geräumten Wegteile sind übrigens die von den Menschen, die den öffentlichen Grünstreifen an der Straße mehr pflegen als wir unseren Rasen im Garten.
Kommen wir nun zum Foto 2:
Hier sehen Sie im Vordergrund den Gehweg von dem Nachbarn, der seinen Gehweg umweltfeindlich entsalzen noch penibler geräumt hat. Das ist der, in dessen Gärten kein einziges Unkraut wächst, also so ganz anders als bei uns weil wir das ja nicht totspritzen. Auch werden sie bei ihm im Herbst kein einziges Blatt Laub im Garten finden. Jedenfalls nicht über einen längeren Zeitraum. Der Michelmann und ich werfen manchmal eins heimlich beim Spazierengehen in den Vorgarten. Bitte verraten Sie uns nicht.
Der Gehweg im Hintergrund ist das unseres direkten Nachbarns. Früher war dort Tante Emma. Seitdem der neue Nachbar dort renoviert, wird weder gefegt, noch Laub entfernt oder Schnee geräumt. Das ist manchmal rutschig und nicht so toll. Bei so viel Schnee ist es ganz schön schwierig für Radfahrer und Fußgänger. Aber da die Renovierung des Hauses noch im vollen Gange ist, gehen wir mal davon aus, das es künftig nicht ganz so arg sein wird.
Und damit kommen wir zum dritten, leider gar sehr unscharfen, Foto:

Das ist das Haus vom Nikolaus Landgeflüster. Unser Gehweg ist zu jeder Jahreszeit gleich: Unkraut, ja manchmal schon. Aber nie soviel, dass es ungepflegt aussieht. Laub, ja, aber nur soviel, dass man den Herbst erkennt, aber nicht soviel, dass man ausrutscht. Schnee, ja, aber soweit geräumt und mit Sand abgestreut, dass man zwar nicht rutscht oder das Gehen zu anstrengend wird, aber doch soviel, dass die vielen Kinder sich mit dem Schlitten über den Gehweg ziehen lassen können.
Insgesamt sieht unser Gehweg durch das Dorf sehr lustig aus. Wie eine Schlange mit unterschiedlichen Mustern. Gut finde ich, dass es jedem selbst überlassen bleibt, wie er es handhabt und keiner bis auf Frau Landgeflüster hier im Blog das zum Thema macht. Jedenfalls hat mit mir noch keiner geschimpft.
So, nun wissen Sie, was ich auf meinem Nachhauseweg erlebt habe mir heute Abend auf dem Nachhauseweg aufgefallen ist.
Mein erster Gang, Sie ahnen es vielleicht war zum Briefkasten. Um es kurz zu machen:
- Die Girlande am Balken reicht nicht aus. Un.glaub.lich.
- Mein Postbote überlegt bestimmt, ob ich nicht doch irgendeine Promitorte bin.
- Ist es vielleicht blöd, dies Thema so hoch aufzuhängen. Aber ich freue mich nun einmal so. Sorry.
Um es noch kürzer zu machen: Danke! Danke Ihnen allen. ♥
Mein zweiter Gang, Tine ahnt es vielleicht, war der Gang zu den großen Umschlägen. Liebe Tine, da Du ja Deinen Absender auf den Umschlag geschrieben und mir erlaubt hast, ihn schon jetzt zu öffnen, habe ich natürlich sofort hineingesehen. Vielen lieben Dank für diesen großartigen Weihnachtsgruß. Der Weihnachtsmann passt perfekt in unser Weihnachtszimmer und hängt nun ebenfalls am (zweiten) Holzbalken.
Und nun ruft der Hunger!


10 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Dezember 22, 2009 um 18:35
tonari
Unser Räumdienst heißt BSR und macht zum Glück keine nachbarschaftlichen Unterschiede
Ach, hatte ich keinen Absender geschrieben? *grübel*
Dezember 22, 2009 um 18:37
Frau Landgeflüster
Doch hast Du
Aber hast Du mir auch erlaubt schon reinzuschauen???
Dezember 22, 2009 um 19:23
tonari
Nein, hatte ich nicht. Darfste aber
Dezember 22, 2009 um 19:38
Frau Landgeflüster
hoho, danke! Ich bin dann mal weg…..
Dezember 22, 2009 um 19:44
GZi
Gott sei Dank wohnen wir an einer Straße, an der ein öffentlicher Radweg langgeht… aber im Garten/Hof/auffahrt ist immer noch mehr als genug zu schippen! Leider wird jetzt alles matschig…
Dezember 22, 2009 um 19:45
Kerstin
Schön, wenn sich das Weihnachts-Feeling durch die komplette Adventszeit zieht. Ganz großartig finde ich das!
Und bezgl. des Schneeräumdienstes – wir haben hier auch so einen super-peniblen Nachbarn. Er macht das Ganze aber mit einem motorisierten Schneeräumfahrzeug. Der ganze Hof, der bestimmt 300 qm hat, muß gründlichst geräumt sein. Und nein, nicht etwa, wenn es aufgehört hat zu schneien, nein. Er macht das, sobald die Schneedecke die Dicke von 1 cm erreicht hat – und dann immer wieder und immer wieder…
Sei lieb gegrüßt und einen kuscheligen Abend wünsche ich Euch beiden,
Kerstin ♥
Dezember 22, 2009 um 20:54
llewella
Dieser Artikel ist ein wunderbarer Abschluß des heutigen Tages, ganz ehrlich. Die Betrachtungen der unterschiedlichen Räum-Methoden veranlaßten mich zum Lachen, so dass sich sogar Schnäuzelchen dazu herabließ, mit einem breiten Grinsen im Gesicht ein paar Abschnitte zu lesen.
Wir haben auch so einen Nachbarn – er mäht Rasen und man erkennt keinen vorher-nachher-Unterschied. Er dampfstrahlt jeden Samstag die Räder der Kinder. Kein Unkraut darf das Hälschen recken und das Gemüsebeet ist ganz bestimmt mit einem Winkel angelegt worden.
Und geschippt wird natürlich auch aufs akkurateste
Dezember 22, 2009 um 21:15
Katja
Dein Bericht über die unterschiedliche Schneeschiebemoral ist prima und ich werde sicher beim nächsten Schneespaziergang mal genau drauf achten

Tja…und das mit dem Busfahren ist auch nicht so meins…
Aber schön, dass Du gut angekommen bist.
Liebe Grüße von Katja
Dezember 22, 2009 um 22:34
kittynn
Aber liebe Frau Landgeflüster, irgendwie sind Sie in gewissen Kreisen doch sehr prominent. Der Postbote hätte also recht, würde er Sie für eine “Promitorte” halten
Mai 24, 2010 um 19:15
blickfreie Fenster – eine Studie von Frau Landgeflüster « Landgeflüster
[...] Verhaltensmustern und Denkweisen ihrer Mitmenschen interessiert. Sie hat auch bereits die ein oder andere wissenschaftliche Studie zu bestimmten Themenveröffentlicht (die verlinkten Einträge sind zwei [...]