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Früher, als Kind, wollte ich immer Lehrerin werden. Dieser Wunsch ging so weit, dass ich, als ich endlich eingeschult wurde, mit meinen Stofftieren und Puppen jeden Ferientag Schule gespielt habe.
Je älter ich wurde, um so mehr verblasste dieser Wunsch. Jetzt, im hohen Alter, bin ich erleichtert, diesen Job nicht machen zu müssen. Ich finde, es gibt nur wenige Jobs mit so viel Verantwortung und Härte. Nicht jeder ist dafür geeignet aber macht ihn vielleicht trotzdem. Heute Nachmittag schauen Herr Rebell und Frau Landgeflüster gemeinsam Dokumentationen im Fernsehen. Darunter der wohl deprimierenste Bericht über Lehrer, den Frau Landgeflüster sich vorstellen kann. Tolle Lehrer, die nicht dürfen, was sie zum Wohle der Kinder wollen, und Lehrer, die nicht wollen, was sie sollen, zum Nachteil der Kinder. Frust und Unlust, Motivation und Gegenwind. Doofe Kinder, doofe Eltern, doofe Kollegen, doofes System.
Ich grüße heute Abend einfach mal alle Lehrer unter Ihnen, die sich trotz widriger Umstände jeden Tag auf’s Neue aufmachen, etwas Gutes für unsere Gesellschaft zu tun.
Irgendwann muss auch Frau Landgeflüster sich von ihrem schönen Tannenbaum verabschieden, meint der Michelmann. Schließlich haben die Nachbarn auch schon alle ihre Weihnachtsbeleuchtung aus den Fenstern abgebaut. Nur der doofe Weihnachtsmann hängt noch beim Nachbarn. Bei dem mit dem großen Schneeschieber, Sie wissen schon… Damit Frau Landgeflüster sich langsam an die Trennung von dem Bäumchen gewöhnen kann, steht es nun vor dem Esszimmerfenster und darf dort als Gartenbaum noch einige Zeit im Schnee stehen.

Leider ist es bei uns heute grau und trübe, aber ich habe gerade die Fotos von der Kamera vom Michelmann herunter geladen und ein schönes sonniges Foto von unserer Dorfstraße gefunden. Das stelle ich einfach noch einmal ein. Ein wenig Sonne und Licht in diesen Tagen kann bestimmt nicht schaden.
Dieses Foto von der bereiften Birke auf dem Nachbargrundstück (nein, nicht der mit dem Schneeschieber) finde ich auch ziemlich gut:
Und das sind die Eiszapfen, die sich an unserem Hausdach gebildet haben:
Und ein Foto habe ich noch. Meine neue Jacke. Hach, die ist heute nämlich geliefert worden. Ich habe sie mir am Wochenende bestellt, weil sie so ein schönes Türkis und schöne Stickereien hat, was leider auf diesem geblitzten Foto gar nicht so gut zu erkennen ist. Und ist sie kuschelig warm und weich, weil sie ein dickes Fellfutter hat.
Außerdem hat sie eine Kapuze (ich liebe Kapuzenjacken!) und das Beste: sie war gerade preislich heruntergesetzt. Alles Argumente für Frau Landgeflüster, sich gerade diese Jacke zu bestellen und sich heute riesig darüber zu freuen. Wäre mein Rebell heute nicht so gemein zu mir, würde ich zum Tai Chi fahren und die Jacke gleich dazu anziehen. Ich glaube, ich habe schon einmal berichtet, dass unser Training in einer doofen Schulsporthalle stattfindet, in der es im Winter sehr kalt und ungemütlich ist. Deshalb ist die Jacke auch dafür sehr geeignet. Leider geht es mir aber heute gar nicht so gut und deshalb habe ich das Training abgesagt und weihe die Jacke liegenderweise auf meinem Sofa ein. Und freue mich trotzdem. Und, ähm, natürlich ist dieses Foto eine Ausnahme. Ich werde nicht beginnen, jedes Kleidungsstück, dass ich mir künftig kaufen werde, hier einstellen. Was für eine Vorstellung!
Sie wissen bereits, dass ich viel lieber Filme auf DVD sehe als im Fernsehen. Keine Sendereinblendungen, keine Werbung, Sehvergnügen pur. Deshalb freue ich mich immer, wenn der Michelmann Zeit hat, zur Videothek zu fahren und neue DVDs auszuleihen. Kino ist natürlich noch toller als DVD zuhause gucken. Wenn keine lautstark während des Filmes unterhaltenen Frauengruppen, keine Chipstüten knisternden, in die Rückenlehne tretenden oder auf sonst irgendeine Weise unangenehmen Menschen im gleichen Film sitzen. Aber ins Kino kommen wir leider nur sehr selten, weil der Michelmann ja immer so blöde Arbeitszeiten hat. Und Filme gucke ich nun mal am allerliebsten mit dem Michelmann. Deshalb haben wir eben auch in den letzten Tagen Filme aus der Videothek gesehen, die mich wieder positiv überrascht haben.
Erwähnenswert finde ich zum Beispiel den Film “Sieben Leben“, von dem ich vorher nicht wusste, worum es inhaltlich geht. Das ist bei diesem Film auch besser so. Das Thema finde ich schon ziemlich heftig, aber die Schauspieler sind sehr überzeugend. Sie erinnern sich, ich mag am liebsten Filme, die mir realistisch erscheinen. Das ist hier auf jeden Fall so. Will Smith gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern. Ich muss aber zugeben, ich kenne ihn nur aus Filmausschnitten in Vorschauen, in denen ich ihn albern und anstrengend fand. Dies war der erste Film mit Mister Smith, den ich ganz gesehen habe, und da hat er mir richtig gut gefallen. Ganz und gar kein lustiger Film, aber gut anzusehen.
Der zweite Film, den ich Ihnen vorstellen möchte, ist “The Royal Tenenbaums“. Dieser Film ist witzig gemacht, allein schon durch seine Erzählweise, die an Filme mit Audrey Tautou erinnert. Nett, wenn man skurrile Filme mag. Die Handlung können Sie sich bei diesem Film ruhig vorher durchlesen, das ist bei dem egal. Man kann diesen Film bestimmt auch öfter sehen und immer wieder Neues entdecken.
Unsere gemeinsamen Filmabende finde ich großartig. Frau Landgeflüster liegt dann immer unter einer riesigen Decke auf dem Sofa, der Michelmann sitzt im Sessel daneben. Auf dem Tisch eine Kerze. Es gibt eine knister- und knirschfreie Verpflegung. Gestern zum Beispiel Orangen (Frau Landgeflüster) und Geflügelwürstchen (Michelmann), Apfelschorle (Frau Landgeflüster) und Wasser (Der Michelmann) und nach der Pipi-Pause Melisse-Lavendel-Tee (Frau Landgeflüster) und Honig-Fenchel-Tee (Der Michelmann). So, nun wissen Sie ganz genau Bescheid!

