Früher, als Kind, wollte ich immer Lehrerin werden. Dieser Wunsch ging so weit, dass ich, als ich endlich eingeschult wurde, mit meinen Stofftieren und Puppen jeden Ferientag Schule gespielt habe.
Je älter ich wurde, um so mehr verblasste dieser Wunsch. Jetzt, im hohen Alter, bin ich erleichtert, diesen Job nicht machen zu müssen. Ich finde, es gibt nur wenige Jobs mit so viel Verantwortung und Härte. Nicht jeder ist dafür geeignet aber macht ihn vielleicht trotzdem. Heute Nachmittag schauen Herr Rebell und Frau Landgeflüster gemeinsam Dokumentationen im Fernsehen. Darunter der wohl deprimierenste Bericht über Lehrer, den Frau Landgeflüster sich vorstellen kann. Tolle Lehrer, die nicht dürfen, was sie zum Wohle der Kinder wollen, und Lehrer, die nicht wollen, was sie sollen, zum Nachteil der Kinder. Frust und Unlust, Motivation und Gegenwind. Doofe Kinder, doofe Eltern, doofe Kollegen, doofes System.
Ich grüße heute Abend einfach mal alle Lehrer unter Ihnen, die sich trotz widriger Umstände jeden Tag auf’s Neue aufmachen, etwas Gutes für unsere Gesellschaft zu tun.


17 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Januar 14, 2010 um 18:44
Suse
Bei den Gedanken an Lehrer und deren Beruf kommt mir dann (aber nicht nur dann) mein Kind in den Sinn, dass immer noch genau diesen Beruf ergreifen will. Schon sehr lange und immer noch. Ach ja!
Januar 14, 2010 um 21:13
jule
Liebe Frau Landgeflüster, ich danke Ihnen für den besonderen Gruß. Ich machs einfach gerne und ich denke auch, dass ich mir den richtigen Beruf für mich ausgesucht habe. Aber ich gebe es zu: es gibt Situation oder Tage, die ziehen mir die Schuhe aus. Das kann auch die Tatsache sein, dass zum angekündigten Schlittenfahren nur 3 von 32 Schülern einen Schlitten mitbringen, 8 davon in dünnen Jogginghosen erscheinen (bei Ostwind und geüfühlten -15 °C) oder wenn ein Schüler aufgrund von verbaler Provokation eine Zweitklässlerin, die zufällig vorbeikommt, durch die Luft wirbelt.
Ach, und nun weiter Zeugnisse schreiben
LG Jule
Januar 14, 2010 um 21:38
Frau Landgeflüster
Herzlich Willkommen hier im Landgeflüster, Jule. Ich finde es toll, dass Du (meist) Freude an Deinem Beruf hast und hoffe, dass es auch immer so bleibt und die Glücksmomente den schlechten Tagen überwiegen.
Januar 14, 2010 um 22:58
mariechen
Danke, ganz einfach danke!
Bin seit 30 Jahren in der Schule (auf der “richtigen” Seite vom Pult), mittler weile Schulleiterin derselben und glaube, an der für mich richtigen Stelle zu sein. Ich hoffe, so ist es auch für meine erziehungsschwierigen, sozial und emotional behinderten, aber liebenswerten Schüler und für meine Kollegen.
LG
mariechen
Januar 15, 2010 um 19:57
Frau Landgeflüster
Hallo Mariechen, ich freue mich für Dich. So soll es auch immer bleiben.
(Habe ich Dich schon Willkommen geheißen? Wenn nicht: ♥lich Willkommen.)
Januar 14, 2010 um 23:21
wint0r
Vielleicht sollte man aber auch die armen Schüler einmal grüssen,die trotz der Lehrer, die nicht wollen,ihren Kopf gerade halten und sich das Wissen selbst aneignen.Oder die Schüler die sich von solchen Lehrern quasi quälen lässen müssen – Schüler (Ich könnte ja fast “wir” schreiben!) sind die andere Seite der Medaille!
lG!
Januar 15, 2010 um 19:58
Frau Landgeflüster
Euch Schüler grüße ich dann, wenn ich eine entsprechende Reportage über Schüler lese. Versprochen.
Herzlich Willkommen, wint0r.
Januar 15, 2010 um 8:35
schangrila
Mein Sohn macht gerade ein dreiwöchige Praktikum an einer Realschule. Ein berufsorientierendes Praktikum welches zum Schulplan der Oberstufe gehört.
Er will einmal Geschichte, Erdkunde und SoWi unterrichten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich ihm das früher nicht zugetraut, aber ich freue mich darüber und hoffe, dass er vieles von dem, was ihm heute vorschwebt, auch verwirklichen kann.
Leider sind die politischen Voraussetzungen nicht dazu angetan, in jungen Leuten den Wunsch zu wecken, ins Lehramt zu gehen.
Man kann nur hoffen, dass sich da mal etwas bewegt.
Januar 15, 2010 um 20:00
Frau Landgeflüster
Herzlich Willkommen, Frau Schangrilla! Ohne junge, engagierte und optimistische Menschen, die sich trauen, diese Aufgabe zu übernehmen, wird sich nichts ändern. Ich drücke die Daumen, dass sich all seine Erwartungen und Wünsche erfüllen.
Januar 15, 2010 um 12:44
Christiane
Auch ich danke dir für den Gruß!
Ich bin seit 13 Jahren Lehrerin (Hauptschule) und es ist immer noch mein Traumberuf (obwohl ich früher eigentlich Archäologin werden wollte).
Natürlich gibt immer wieder Schwierigkeiten (Schüler, Eltern, schlimme Kollegen aber v.a. bescheuerte Neuerungen, die sich irgendwelche Menschen am grünen Tisch ausdenken), aber ich freue mich nach wie vor jeden Tag darauf mit meinen Schülern zu arbeiten.
Ich hoffe, das bleibt auch die nächsten Jahre so!
Liebe Grüße und gute Besserung
Christiane
Januar 15, 2010 um 20:01
Frau Landgeflüster
Liebe Christiane, ich freue mich immer riesig, wenn ich lese, dass jemand wirklich seinen Traumberuf ausüben kann. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bei Dir immer so bleibt.
Dem Rebellen geht es wieder gut, danke.
Januar 15, 2010 um 19:21
frau kuni
dazu empfehle ich ergänzend einen der letzten Artikel bei Frau Kuni, überbeschriftet mit “das Informationsgespräch”
Januar 15, 2010 um 23:42
Frau Antonmann
Vielen Dank:) und einen Gruß zurück.
Januar 16, 2010 um 16:55
Frau Landgeflüster
Danke. Schön mal wieder von Ihnen im Landgeflüster zu lesen.
Januar 16, 2010 um 13:11
rebis
Das ist aber mal ein netter Gruß!!!
Lieben Gruß zurück, unbekannterweise
Uta
(auch eine, die sich in ihrem Traumberuf fühlt, bei allen Widrigkeiten, die einem zweifellos tagtäglich begegnen, ist es das Beste was mir (beruflich) passieren konnte, genau dort gelandet zu sein!)
Januar 16, 2010 um 16:54
Frau Landgeflüster
Herzlich Willkommen, Uta, schön Dich hier im Landgeflüster begrüßen zu dürfen. Ich wünsche Dir, dass Du immer so viel Freude an Deinem Beruf behältst. Traumberuf klingt toll!
Januar 26, 2010 um 20:04
Jan-Martin Klinge
Vielen Dank