Du durchsuchst gerade das Tagesarchiv für den Januar 16, 2010.
Vielen Dank, dass Sie sich noch einmal gemeldet haben, um Ihren Musikwunsch zu konkretisieren. Und, weil es gerade zu diesem Lied eine ganz besondere Jugenderinnerung gibt, bekommt das Lied 28vdT einen ganz eigenen Eintrag.
Hinter dieser Nummer verbindet sich die Maxisingle “Talk Talk” von der gleichnamigen Band. Das Lied selbst war zu einer bestimmten Zeit (im Sommer 1982) mein Song. Bevor ich ihn überhaupt hören konnte, hatte mir meine Schwester schon wochenlang davon vorgeschwärmt. Sie war 16 Jahre alt und durfte schon in die Disco, während ich, ein Jahr jünger, nicht hinein kam. Klar hatte ich mich damals schon seit zwei Jahren heimlich in die Discotheken geschlichen, die es mit dem Jugendschutzgesetz nicht so eng genommen haben. Aber gerade in diese In-Disco in der Innenstadt meiner alten Heimat, da kam ich eben noch nicht hinein, weil jeden Abend eine Ausweiskontrolle stattfand. Oh, das war so gemein und doof. Aber Frau Landgeflüster wäre nicht Frau Landgeflüster, wenn sie es nicht doch immer wieder versucht hätte. Und, was soll ich sagen? Einmal hat es geklappt. Der Türmann hat mich mit durch gewunken, weil ich mich ein Junge aus der Clique als Freundin durchgeschleust hat. Irgendwann spielte der DJ dann endlich “Talk Talk”! Zum erstenmal konnte ich es hören und ich war hin und weg. Natürlich tanzten wir fleißig, auch als es ein zweites und ein drittes Mal gespielt wurde. Tja, und nun kommt es. Irgendwann sagte der DJ: “So, wir kommen jetzt zu einer Verlosung. Der- oder Diejenige, die die Eintrittskarte mit der Nummer hat, die wir gleich ziehen, darf sich eine Platte von mir aussuchen!” Sie ahnen jetzt, was kommt? Meine Nummer wurde gezogen. Kurz habe ich überlegt, ob ich überhaupt nach vorne gehe. Schließlich war ich zu einer falschen Uhrzeit an einem falschen Ort und hatte echt Schiss, dass sie mich doch noch entdecken. Aber sollte ich mir die Chance entgehen lassen?
Also bin ich tapfer nach vorne zum DJ und habe mir seine Maxisingle von Talk Talk aushändigen lassen. Boah, war der sauer! Denn Sie müssen wissen, die Maxisingle, ich meine genau diese eine Version, deren Cover ich gerade in der Hand halte, die gab es damals nirgends zu kaufen. Nirgendwo. Internet und so gab es ja noch nicht.Was haben wir die Platte damals zuhause gespielt. Hoch und runter, runter und hoch. Ohne Ende. Seit mehr als 27 Jahren halte ich sie in Ehren. Einfach, weil so schöne Erinnerungen daran hängen.
Danke, liebe Frau Irodeschi, dass Sie mich heute wieder daran erinnern. Vielen, vielen Dank.
Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen! Weil der Michelmann morgen schon wieder um halb sechs auf muss, um die Welt zu retten, findet unser Abend zuhause statt. Und so erfüllt der Michelmann auch schon heute unsere Musikwünsche. Eigentlich hatte ich geplant, alle Lieder bei you*tube zu suchen und einen Link zu hinterlassen. Doch sie waren nicht zu finden. Jedenfalls nicht die Versionen, die der Michelmann aufgelegt hat. Zumindest die den Maxisingles. Entweder gab es Versionen, die sich total anders anhören (anders abgemischt oder statt vocal nur intrumental) oder ich habe die Lieder gar nicht gefunden. Wir haben auch LPs gezogen, bei denen hat der Michelmann grundsätzlich das erste Lied auf der ersten Seite gespielt. Und jetzt kommen Ihre und meine Lieder. Für uns alle ♥

Damit Sie wissen, welchen Beitrag Sie zu unserem Musikabend beigetragen haben, kommt hier unsere Liederliste (LP=Langspielplatte, MS=Maxisingle, EP=Mini-LP)
Die liebe lFF, 33vF: “Runaway” von Bon Jovi (LP)
Andrea (Frau Hamburgissimo), 25vdT: “Radio Bostich” von Voyou (MS)
Katja, 26vF: “A Cha Cha at the Opera” von A Cha Cha at the Opera (MS)
Kerstin (die Neue), 13vF: “Never gonna give you up” von Rick Astley (LP)
GZi (kielnotiert), 173vdT: “Money changes everything” von Cindy Lauper (LP)
Für Frau Landgeflüster:
12vF: “Legs”von The Art of Noise (MS)
73vF: “W.Y.H.I.W.Y.G” von Front 242 (LP)
96vF: “Boys don’t cry” von The Cure (LP)
15vdT: “Ego” von Kim Wild (LP)
36vdT: “Los Linos del Parque” von Two of China (MS)
84vdT: “Schizophrenic Party” von Schwefel (EP)
(Pssst, ich verrate Ihnen etwas. Einige der Lieder finde ich selbst etwas, sagen wir, anstrengend und ungewöhnlich. Natürlich nur die, vom Michelmann. Meine Mädchenplatten erkennen Sie bestimmt schon am Interpreten, oder???)
Und der Filmfilm des Abends ist heute “Lange Beine, kurze Lügen” mit Bruce Willis. Leider habe ich keine ausführliche Filmbeschreibung für Sie gefunden. Nicht sehr aussagekräftig, aber der Michelmann wird schon wissen, warum er gerade diesen Film ausgewählt hat.
Der Michelmann kommt um halb vier von der Arbeit und bringt den wohl leckersten Kuchen der Welt mit, gebacken von einem großartigen Biodorfbäcker aus der Region. Nachdem wir den zusammen mit einer leckeren Tasse Kaffee verspeist haben, führt der Michelmann Frau Landgeflüster in sein Zimmer, schubst sie auf das Sofa, packt eine DVD aus der Videothek aus und schaltet sein Kino an. “Ich muss noch mal los zu dem Elektroladen, den Du so doof findest. Ein neues Scherblatt für den Rasierer kaufen und das bekomme ich nur dort. Du darfst Dich solange auf das Sofa legen und auf mich warten.” Oh, Grey’s! Die erste DVD der fünften Staffel. Toll!, findet Frau Landgeflüster und fragt: “Dann dauert Dein Einkauf bestimmt länger, oder?” Der Michelmann lacht und fährt los. Männerkram kaufen.
Der Michelmann hat seine Mittagspause wirklich toll genutzt, finde ich. Sogar einen Frauenfilm für morgen hat er aus der Videothek mitgebracht. Das ist großartig von ihm, denn dies ist wieder das (wie immer jedes zweite) Wochenende an dem die liebste Freundin nicht zuhause ist. Sonst wäre der morgige Tag und dieser Film natürlich perfekt für unseren obligatorischen Frauentag, den wir gewöhnlich einmal im Monat veranstalten. Verraten hat mir der Michelmann noch nicht, was ich morgen sehen werde. Aber das haben Sie wahrscheinlich genauso wenig wie ich erwartet.
Schon immer habe ich Musik geliebt. Entsprechend viele Schallplatten habe ich mit in die Ehe gebracht. Der Michelmann, der Musik genauso liebt wie ich, hat auch ganz viele Scheiben mitgebracht. Sie wissen bereits, dass wir gern die alten Platten auflegen und manchmal auch dazu tanzen. Jetzt, wo wir unser Haus gerade umgestalten, ist die ganze Musikanlage vom Michelmann neu arrangiert und lädt noch mehr dazu ein, die beiden Schallplattenspieler anzuschmeißen. Auch die Schallplatten sind jetzt viel leichter zu greifen. Und deshalb hören wir in den letzten Tagen öfters die alten LPs. Daraus hat sich ein neues Spiel entwickelt: Frau Landgeflüster nennt eine Zahl zwischen 1 und 249 und den Zusatz “von der Tür” oder “vom Fenster”. Der Michelmann zählt die Schallplatten aus und legt sie auf. Gestern vor dem Fußballspiel waren es die Herren ZZ Top mit einem Lied, dessen Titel ich vergessen habe, danach ein paar Lieder von Frau Turner live in Birningham 1988, “Forever young” die Maxisingle von Alphaville und “Such a shame” von Talk Talk. Es gibt Lieder, die treffen immer meinen Nerv, und das war früher so und wird sich auch nie ändern. Zu toll, dass mein Rebell gestern so reizend war und mit mir tanzen wollte. Nach dem Fußballspiel hat der Michelmann noch einige Maxisingles hervorgekramt, Sie wissen schon, die aus den guten alten Discozeiten, damals in den frühen Achtzigern. Nee, was waren das schöne Zeiten, damals noch in der großen Stadt.
Heute Abend wünsche ich mir die 12, 73 und 96 vom Fenster und die 15, 36, 84 von der Tür. Wer das wohl ist? Wenn Sie mögen, suchen Sie sich auch eine Zahl aus, dann spielt der Michelmann auch ein Lied für Sie.
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Apropos Michelmann: Gestern hat der Michelmann zwei Orangen gepellt und in Spalten geteilt. Für jeden eine. Frau Landgeflüster lag wie angekündigt auf dem Sofa, hatte das Laptop auf dem Bauch und griff immer mal wieder zu den Orangen. Eine Spalte nach der anderen wanderte in ihren Mund. Irgendwann fragte der Michelmann: “Na, die schmecken Dir aber gut, oder?” und sie antwortete: “Ja, soooo gut.” Für mich, die ich lange, lange Zeit gar kein Obst, Gemüse und vieles andere auch nicht essen konnte, ohne davon krank zu werden, ist es noch immer ein großartiges Gefühl, in eine saftige frische Orange zu beißen. Die Säure gleichzeitig mit der Süße auf der Zunge zu schmecken, hm, hach, so lecker. Das gleiche Glücksgefühl überkommt mich bei ganz vielen Lebensmitteln. Ich bin inzwischen der totale Genußmensch und esse einfach zu gern. Am liebsten, wenn die einzelnen Zutaten gut herauszuschmecken sind. Also ohne viel Sauce und Ketchup nur zur Currywurst. Das war früher anderes. Als Singlefrau in der ersten Wohnung habe ich angefangen, viel aus der gelben Tüte mit dem roten Namen zu kochen oder Fertiges aus der Kühltruhe. Billig, einfach, lecker, sattmachend. Für fast jedes Gericht der Welt gibt es so eine Tüte mit einer fertigen Gewürzmischung. Heutzutage kommt mir so etwas nicht mehr ins Haus. Dazu esse ich viel zu gern. Bei mir gibt es kein Herunterschlingen nur, wenn es in Notfällen nicht anders geht und der jeweils erste Bissen ist immer eine besondere Freude.Klingt das doof? Ja. Ist aber trotzdem so. Wahrscheinlich musste ich erst krank gesund werden, um dieses Gefühl kennenzulernen.
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Ich musste nie samstags zur Schule, das war auf dem Gymnasium nicht üblich. Meine Schwester hatte auf der Realschule Samstagsunterricht. Meine Schwester muss samstags nie arbeiten, ich ja. Früher hatte ich nie Mitleid mit meiner Schwester. Sie heute auch nicht, glaube ich.
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Früher durfte man bei der Arbeit nicht bloggen. Heute leider auch nicht. Deshalb wünscht Ihnen Frau Landgeflüster noch schnell einen schönen gemütlichen Morgen (Sitzen Sie noch im Pyjama am Frühstückstisch?), blickt dann wieder eifrig auf den großen Monitor und schielt nur noch ab und zu heimlich auf das IwiPhone…


Ihr Geflüster