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Der kann ganz schön aufregend sein. Besonders die Zugfahrten. Aus reiner Gewohnheit haben wir uns heute das “Niedersachsenticket” gezogen, dass wir üblicherweise nutzen, um nach Hamburg, Bremen oder Oldenburg zu fahren. Tja, das war natürlich das falsche Ticket, denn bekannterweise liegt Travemünde nicht in Niedersachsen, sondern in Schleswig-Holstein. Also hätten wir uns das “Schöne-Wochenend-Ticket” kaufen müssen. Wir hatten nicht darüber nachgedacht und hätten es auch nicht gemerkt, wenn uns der Kontrolleur kurz vor Lübeck nicht beim Schwarzfahren erwischt hätte! Ups. Der nette Herr war aber gut gelaunt und hat uns mit dem Auftrag für die Rückfahrt ein weiteres Ticket für die Strecke Lübeck-Ahrensburg zu kaufen, entlassen. Ab Ahrensburg darf man nämlich das “Niedersachsenticket” wieder benutzen. In Lübeck hieß es dann umsteigen in den Zug nach Travemünde. Natürlich hätten wir auch für dieses kurze Stück einen Fahrschein nachlösen müssen, darauf haben wir aber großzügig verzichtet, mit dem Vorsatz vor der Rückfahrt auch wirklich eine durchgehendes Ticket von Travemünde nach Ahrensburg zu lösen.

In Travemünde war es erwartungsgemäß großartig. Schnee, Sonne und auch ein paar Eisschollen. Allerdings viel weniger vor 14 Jahren, als wir das erste Mal Eisschollenhopsen gemacht haben. Damals türmten sie sich am ganzen Strand. Heute waren es nur wenige, einzelne Eisstücke. Es war gar nicht so kalt wie erwartet, ich hätte mit eisigem Wind gerechnet. Der Schal blieb also den ganzen Tag im Rucksack.

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Wir sind stundenlang am Strand spaziert. Zwischendurch sind wir Essen und Kaffeetrinken gegangen, haben uns bei Niederegger aufgewärmt und uns dann auf die Heimfahrt gemacht. Wir haben auch wirklich noch das zusätzliche Ticket gezogen und das war auch gut so. Denn kurz bevor unser Zug in Travemünde ankommen sollte, kam eine Durchsage, dass der Zug ersatzlos wegen eines Unfalls gestrichen wird. Also mussten wir mit dem Bus von Travemünde nach Lübeck und dort hinein wären wir ohne Fahrschein nicht gekommen. Da der Bus langsamer war als die Bahn, haben wir unseren Anschlußzug nach Hamburg verpasst und hatten Zeit, in dem Café im Bahnhof eine riesige weiße Trinkschokolade zu trinken. Hm, war die lecker. Im Zug nach Hamburg wurden wir dann wieder kontrolliert, den zusätzliche Fahrschein haben wir also richtig abgefahren.

In Hamburg sind wir nicht gleich in den nächsten Zug gestiegen, sondern noch ein wenig durch das dunkle, abendliche Hamburg spaziert. Das war auch sehr nett, denn auch wenn wir nicht weit von Hamburg entfernt wohnen, sind wir meist nur tagsüber dort. Es war ein rundherum gelungener Tag und ich bin wirklich froh, dass wir uns aufgemacht haben. Zwar ist die Verlockung groß, bewegungsarm zuhause im Warmen herumzuhocken, aber das können wir noch öfter. Und wer weiß, wann wir wieder so einen Winter erleben. Morgen kommt dann aber das Kontrastprogramm schlechthin: ich werde mit der liebsten Freundin bestimmt den ganzen Tag am brennenden Kamin sitzen, unterbrochen nur von der Zubereitung unserer Getränke und Speisen. Ich glaube kaum, dass wir sonst üblich eine Aktivität außerhalb der vier Wände durchführen. Aber wir werden sehen….

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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