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Frau Landgeflüster hat seit einer Stunde eine gar fürchterliche Nies- und Schnupfenattacke. Aber noch viel doofer ist, dass der Michelmann seit anderthalb Stunden Feierabend hat und auf den Autonothilfdienst warten muss, weil mein Smartie rumzickt und keinen Meter fährt. Ganz schön doof, das alles. Mögen Sie vielleicht noch ein drittes Mal die Daumen drücken???
sagte der Michelmann vorhin, als ich ihn bei meiner Ankunft in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes in seiner Mittagspause am Bahnhof traf. “Ich finde das frühe Aufstehen richtig toll. Seitdem bin ich tagsüber viel munterer.” Dazu müssen Sie wissen, dass der Michelmann morgens mit mir aufsteht, damit wir beide nicht alleine frühstücken und in den Tag starten müssen. Genauso bleibe ich auf, wenn er bis nachts die Welt rettet, damit er nach der Arbeit nicht allein den Tag beenden muss. Sie kennen das ja vielleicht auch: nach einem anstrengenden Arbeitstag sofort ins Bett gehen und schlafen ist schwierig. Irgendwie muss man doch erst einmal wieder herunter und in die Entspannungsphase kommen. Da ist es einfach nett, wenn da jemand ist, der sich für den eigenen Alltag interessiert und ein offenes Ohr hat. Wir genießen den gemeinsamen Start und das gemeinsame Ende des Tages immer sehr. Auch wenn die Nächte dadurch nach vier oder fünf Stunden vorbei sind.
Aber der Michelmann hat Recht, auch ich bin angenehm überrascht, wie leicht es ist, so plötzlich mit weniger Schlaf auszukommen. Ich weiß zwar nicht, wie es sein wird, wenn die alberne und total überflüssige Zeitumstellung auf uns zu kommt und wir dann um halb vier aufstehen müssen. Aber ich gehe mal davon aus, dass ich damit auch klar kommen werde.
Abends bin ich in dieser Woche erst um 19 Uhr zuhause und trotzdem habe ich jeden Tag noch einiges im Haushalt gemacht. Das habe ich mir auch so vorgenommen, weil ich meine Wochenenden nicht damit verbringen möchte, alles aufzuarbeiten, was in der Woche liegengeblieben ist. Dafür sind mir meine Wochenenden einfach zu schade. In dieser Woche beginnt mein Wochenende schon sehr früh. Ich danke Ihnen für’s Daumen- und Pfotendrücken, es hat geklappt. Am Freitag habe ich frei und weil ich morgen zum letzten Tai Chi vor den Osterferien möchte, werde ich auch schon um 16 Uhr Feierabend machen und ins Wochenende starten. Und, juchee, wenn der Michelmann morgen um 23:15 Uhr nach Hause kommt, können wir “Lieblingstag-schon-am-Donnerstag” feiern. Klingt großartig, oder?
Frau Landgeflüster hat gerade ein Minütchen Zeit und das nutzt sie jetzt, um Ihnen viele Grüße aus der großen Stadt zu senden.
Die netten Kollegen, die ich sonst immer in meiner Pause treffe, sind heute alle unterwegs. Also müssen Sie mich durch meine Pause begleiten. Hier scheint sogar die Sonne und ich freue mich auf morgen. Dann wird nämlich die Dachterrasse geöffnet. Drücken Sie mir die Daumen, dass es morgen auch sonnig ist. Das wäre fein.
Und soll ich Ihnen noch etwas verraten? Ich überlege, ob ich nicht am Freitag kurzfristig frei nehme. Der Michelmann hat nämlich auch frei. Also drücken Sie mir auch die Daumen, dass mein Chef mitspielt.
Ups, ich merke gerade, ich verlange ganz schön viel von Ihnen. Gleich zwei Daumen! Na, Sie können es sich ja ein bisschen einteilen. Nicht, dass ich Ärger mit Ihrem Chef oder Ihrer Familie bekomme, weil Sie die wegen fehlender brauchbarer Hände vernachlässigen.
In diesem Sinne: viele Grüße aus der großen Stadt.
Zu meiner Lieblingspost gehören eindeutig die Pakete aus der Toskana!
Jetzt können wir wieder schlemmen. Nudeln, wenn es wieder einmal so schnell gehen muss, dass keine Zeit für Selbstgemachte bleibt. Neues Olivenöl und die leckere Ricottacreme, diesmal in einer selbstzusammengestellten Auswahl. Hmmm, ich freu mich!


Ihr Geflüster