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Frau Landgeflüster hat gerade ein Minütchen Zeit und das nutzt sie jetzt, um Ihnen viele Grüße aus der großen Stadt zu senden.

Die netten Kollegen, die ich sonst immer in meiner Pause treffe, sind heute alle unterwegs. Also müssen Sie mich durch meine Pause begleiten. Hier scheint sogar die Sonne und ich freue mich auf morgen. Dann wird nämlich die Dachterrasse geöffnet. Drücken Sie mir die Daumen, dass es morgen auch sonnig ist. Das wäre fein.

Und soll ich Ihnen noch etwas verraten? Ich überlege, ob ich nicht am Freitag kurzfristig frei nehme. Der Michelmann hat nämlich auch frei. Also drücken Sie mir auch die Daumen, dass mein Chef mitspielt.

Ups, ich merke gerade, ich verlange ganz schön viel von Ihnen. Gleich zwei Daumen! Na, Sie können es sich ja ein bisschen einteilen. Nicht, dass ich Ärger mit Ihrem Chef oder Ihrer Familie bekomme, weil Sie die wegen fehlender brauchbarer Hände vernachlässigen.

In diesem Sinne: viele Grüße aus der großen Stadt.

Zu meiner Lieblingspost gehören eindeutig die Pakete aus der Toskana!

Jetzt können wir wieder schlemmen. Nudeln, wenn es wieder einmal so schnell gehen muss, dass keine Zeit für Selbstgemachte bleibt. Neues Olivenöl und die leckere Ricottacreme, diesmal in einer selbstzusammengestellten Auswahl. Hmmm, ich freu mich!

Der Michelmann ist ein regelmäßiger Besucher der Videothek in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes. Das wissen Sie bereits. Fast jede Woche fährt er dorthin und leiht einige Filme aus. Immer ganz unterschiedliche, damit er mir für jede Lebenslage den richtigen Film präsentieren kann. Wenn ich müde bin, müssen es eher die seichten Filme sein, wenn ich dagegen wach und munter bin, die Anspruchsvollen. Wenn ich melancholisch bin, dürfen es die traurigen ohne Happy End sein, und bei bester Laune, die kitschigen Liebesfilme, die mich auch gern zum Weinen bringen. Hach, ich liebe es, DVDs zu gucken. Kino ist auch toll, aber nur, wenn die Plätze um mich herum großzügig frei sind und keine sprechenden, knisternden, kauenden Menschen direkt um mich herumsitzen. Filme zuhause gucken ist großartig für mich mit meinem rebellischen Wirbeln. Denn im Kino rumzappeln möchte ich natürlich nicht.

Auch in der letzten Woche hat der Michelmann mich mit großartigen Filmen versorgt. Drei möchte ich Ihnen heute empfehlen und ich beginne mit „Nichts als die Wahrheit„. Sehr spannend erzählt. Der zweite Film heißt „Married life“ und spielt in den 40/50er Jahren. Auch dieser Film ist nett anzusehen. Aber fragen Sie mich bitte nicht nach einer konkreten Handlung. Dieser Film beginnt einfach, erzählt die Geschichte der beteiligten Menschen und endet. Ein richtiger Entspannungsfilm. Den dritten Film haben wir, man lese und staune, am Sonntag nach dem Frühstück am brennenden Kamin geguckt. Zu keiner anderen Zeit hätte ich diesen Film geguckt, als zu dem Zeitpunkt, bei dem das Frühstück noch sackt und der Michelmann und Frau Landgeflüster überlegen, was sie bei so schlechtem Wetter an einem Sonntag Sinnvolles machen können. „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mit einem stark an Michael Jackson erinnernden Johnny Depp. Und wenn Sie mich jetzt fragen, wie der Film mitten in der Fastenzeit zu ertragen ist, dann antworte ich Ihnen: „Sehr gut. Achten Sie auf den deutschen Jungen Augustus und Sie werden keinen Heißhunger auf Schokolade bekommen.“

Mir haben alle drei Filme gut gefallen. Alle drei keine, die man sooft sehen muss, wie „Mamma Mia“ oder „Tatsächlich Liebe“, aber für eine kleine Erholungspause eignen sie sich allemal.

Heute ist so ein Tag, über den es so gar nichts zu berichten gibt. Er war gut, keine Frage, aber in keinsterweise bemerkenswert. Oder finden Sie es interessant, dass es heute wieder geschneit hat? Der Zug superpünktlich, angenehm leer und das Personal freundlich war? Der Arbeitstag so ausgefüllt war, dass er ratzfatz wieder vorbei war? Der Michelmann wieder bis spät die Welt rettet und Frau Landgeflüster zuhause, das Essen für den morgigen Tag vorbereitet und gebügelt hat und sich gleich auf das Sofa legen und ein bisschen fernsehen wird? Wissen Sie was, ich schreibe heute einfach nur ganz kurz:

Schön, dass Sie mich auch heute wieder besuchen, obwohl ich gar nichts zu berichten habe. Morgen, wenn ich nichts zu bügeln und ein wenig mehr Zeit zum Bloggen habe, da werde ich Ihnen von den neusten Filmen berichten, die ich in der letzten Woche gesehen habe. Und wenn irgendetwas Aufregendes passiert, dann erfahren Sie es auch. Jetzt wünsche ich Ihnen noch schnell einen schönen Abend und eine gute Nacht. Alles Liebe, Ihre Frau Landgeflüster.

Heute hatten wir wieder Zeit und Lust, einen weiteren Gutschein einzulösen.

Geplant war die Einlösung schon im Dezember, denn traditionell isst der Michelmann Baumkuchen nur in der Adventszeit. Er liebt Baumkuchen, aber nur den hochwertigen aus Salzwedel. Früher hatte ich einen Kollegen aus Salzwedel, bei dem ich jedes Jahr vor unserem Weihnachtsentstressungsurlaub einen Baumkuchen bestellte. Dieser Kollege hatte uns aber im vorletzten Jahr verlassen und so entstand die Idee für diesen Gutschein. Im Dezember fehlte uns die Zeit dorthin zu fahren, denn unser Weg führte uns nach Paris und Frankfurt.

Salzwedel habe ich erst zweimal zuvor gesehen. Einmal kurz nach der Grenzöffnung und ein weiteres mal vor ungefähr acht Jahren. Bei meinem zweiten Besuch war ich ziemlich enttäuscht. Einerseits waren einige Häuser und Straßenzüge wunderschön hergerichtet und renoviert. Es gibt nämlich viele tolle Fachwerkhäuser, die es auch wirklich verdient haben, als Kulturdenkmäler herzuhalten, wie Sie auf meinen heutigen Fotos erkennen können.

Gleichzeitig waren die Kontraste in dieser Stadt so unglaublich krass. Viele verfallene und kaputte Häuser. Damals war ich ziemlich enttäuscht, dachte ich doch, die Zeit seit der Wende und die Aufbruchstimmung in unserem Lande hätten gereicht, den ganzen Stadtkern komplett wieder herzurichten. Wurde nicht immer in der Presse darüber berichtet, wie viele Gelder für den Aufbau Ost geflossen sind? Deshalb war ich wirklich gespannt, wie es heute, acht Jahre später, in Salzwedel aussieht. Und, was soll ich sagen? Ich bin maßlos enttäuscht. Die kaputten, verfallenen Häuser gibt es noch immer. Okay, damit hatte ich auch gerechnet, schließlich ist jede Stadt und Kommune pleite. Allerdings weiß ich nicht mehr, ob sie damals schon so verfallen waren:

Viel schlimmer aber ist die Verschmutzung, besonders an den schönen, renovierten Häuser. Überall Schmiereien auf Wänden und Türen. Ganz furchtbar. Ich werde nie verstehen, warum Menschen so etwas tun. Fotos habe ich keine davon gemacht, sie hätten mich nur deprimiert.

Der Einkauf im Baumkuchengeschäft hat uns zum Schmunzeln gebracht. Die Dame im Laden war nicht wirklich kundenfreundlich. Ich finde, wenn Kunden eine nicht ganz billige Ware kaufen, dann dürfte die Verkäuferin gern auch einmal auf 2 Cent verzichten. Jedenfalls, bevor sie ein Drama daraus macht, weil die Kunden keine 2 Cent klein haben und sie nun 98 Cent herausgeben muss. Zumal sie den Kuchen nach Gewicht und  keine festausgezeichntete Ware verkauft.

Nach dem Spaziergang durch die Innenstadt sind wir wieder nach Hause gefahren und haben es uns vor dem brennenden Kamin gemütlich gemacht. Das Wetter war sehr wechselhaft und nicht gemütlich. Also genau richtig für einen schönen Film.

Damit bleiben uns noch 18 weitere Gutscheine.

Bevor der schönste Tag in diesem Jahr zu Ende geht, schreibt Frau Landgeflüster über das, was sie heute erlebt hat. Damit kein Detail dieses großartigen Tages in Vergessenheit gerät. Kennen Sie das Gefühl tiefster Zufriedenheit und größter Freude darüber? So geht es mir heute. Dieser Tag war so schön, die Stimmung so entspannt. Der Michelmann und ich haben uns immer wieder angeschaut und angestrahlt.

Vielleicht lag es daran, dass wir nach so langer Zeit endlich mal wieder einen Tag erlebten, den wir von morgens bis abends und ganz unverplant miteinender verbringen konnten. Ganz ohne Verpflichtungen, weder freiwilligen noch verordneten. Schon gestern Abend haben wir uns auf das Aufwachen und das gemeinsame Frühstück gefreut. Bevor wir zum Bahnhof in die Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes gefahren sind, haben wir unterwegs angehalten, um nach einem Badteppich Ausschau zu halten. Und so begann unsere Einkaufstour. Wir fanden nicht nur den Badteppich, sondern auch gleich noch einen für das Schlafzimmer. Damit sind nun alle Teppichwünsche erfüllt, die wir seit längerem hegen.

Bei unserem Einkauf in der großen Stadt konnten Sie uns ja fast live begleiten. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie glücklich ich über meine neuen Errungenschaften bin. Sollten Sie ein wenig entsetzt darüber sein, wie viel ich mir gekauft habe, so kann ich sie beruhigen. Frau Landgeflüster geht nur ein bis zwei Mal im Jahr richtig einkaufen. Sie wissen doch, Frau Landgeflüster und Einkaufen, zwei Welten prallen aufeinander. Sie mag nun mal keine engen, vollen, warmen, stickigen und lauten Geschäfte. Lieber läuft sie jahrelang mit den gleichen Klamotten herum, als sich beim Einkauf zu quälen. So oft sind wir in Geschäfte gegangen und genauso schnell hinaus, weil Frau Landgeflüster es nicht ertragen hat. Heute aber war wieder so ein Tag, da war alles gut. Ich hatte mir gar nicht vorgenommen, so viel anzusehen. Denn dann muss ich ja auch viel anprobieren und das finde ich im Winter noch blöder als im Sommer. Gibt es etwas Schlimmeres, als winterwarm eingepackt durch viel zu warme Geschäfte zu stiefeln, Dinge auszuwählen, durch den Laden zu schleppen, um sich dann auszupellen und alles anzuprobieren? Vorgenommen hatten wir uns mehr oder weniger nur eine Besichtigung der großen Ernst-August-Passage. Doch als wir sahen, wie leer das erste Geschäft war, gingen wir hinein und ich war angenehm überrascht, dass es auch gar nicht so heiß war.  Gleich am ersten Ständer sah ich dann ein Kleid, das genau meinen Wünschen entsprach. Sie können sich meine Freude vorstellen. Und so stöberten wir noch ein wenig herum und fanden weitere nette Teile für mich.

Danach dachten wir kurz daran, den Einkauf zu beenden und gleich etwas essen zu gehen. Aber glücklicherweise gingen wir dann doch noch in die anderen beiden Geschäfte. Schuhe kaufen ist mit Frau Landgeflüster nämlich auch gar nicht so leicht. Sie hat zwei unterschiedlich große Füße und benötigt dazu auch noch eine Zwischengröße. Und als wenn das den Schuhkauf nicht schon kompliziert genug macht, schreibt ihre rebellische Wirbelsäule ihr ganz genau vor, wie hoch ein Hacken sein darf. Dabei würde Frau Landgeflüster so gern auch mal richtig hohe Schuhe tragen, weil sie einfach einen besseren Gang machen als flache Schuhe. Heute an diesem FrauLandgeflüsterfindetganzvieltolleSachen-Tag probierte sie vier Paar ganz unterschiedliche Schuhe an, die sie allesamt großartig findet. Alle mit ca. 5 cm hohen Hacken, also nicht ganz flach. Das ganze letzte Jahr hatte sie vergeblich danach gesucht und heute gleich vier Paare auf einmal. Und weil es in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes nie, nie, nie so günstige Lederschuhe gibt, habe ich sie mir alle gekauft. Al.le. Ätsch!

Der Michelmann hat natürlich auch noch etwas bekommen, nicht das Sie denken, er wäre nur zum Tütenschleppen mitgekommen. Auf dem Bahnhof haben wir kurz überlegt, noch einmal in die Lounge zu gehen. Aber beim Blick auf die Uhr stellten wir fest, dass uns  in den nächsten Minuten ein Zug nach Hause bringen würde. Also sind wir gleich in den Zug gestiegen und nach Hause gefahren. Dort musste der Michelmann noch ein paar Zutaten für das Abendessen einkaufen und Frau Landgeflüster hat sich spontan überlegt, sich von 15 Zentimetern ihrer inzwischen viel zu langen Haare zu trennen. Jetzt kann der Frühling kommen.

Zum Abendessen gab es eine Garnelenpizza vom wohl besten Pizzabäcker der Welt und danach einen Film auf DVD. Über den berichte ich Ihnen morgen, denn ich habe auch noch einen zweiten, den ich in dieser Woche gesehen habe und Ihnen auch noch vorstellen möchte.

Ich hoffe, Sie hatten auch so einen famosen Tag wie wir. Das würde mich sehr freuen. Ich wünsche Ihnen allen eine gute Nacht und morgen einen schönen Sonntag.

die passenden Schuhe

Wissen Sie, was das bedeutet? Ich habe alle meine Wünsche für dieses Jahr erfüllt. Ich freu mich so!

Und jetzt wieder im Zug nach Hause.

Wir haben den zweiten Laden so eben verlassen und der Michelmann ist gerade allein in den großen Elektroladen gegangen, in dem die Luft so schlecht ist, dass Frau Landgeflüster lieber draußen wartet. Der Stuhl unter dem riesigen Sonnenschirm lädt zum Bloggen ein.

Im ersten Laden hat Frau Landgeflüster einen Rock, zwei Kleider, zwei Blusen und eine Strickjacke in die Umziehkabine mitgenommen. Jetzt raten Sie, was sie gekauft hat? Richtig, einen Rock, zwei Kleider, zwei Blusen und eine Strickjacke! Im zweiten Geschäft hat der Michelmann eine ganz kuschelige Jacke gefunden. Heruntergesetzt von 49€ auf 12€. Jetzt raten Sie, ob sie Frau Landgeflüster gekauft hat! Richtig, hat sie.

Ups, da kommt der Michelmann. Bis später, wir gehen jetzt etwas essen.

Zu dem Komfort, den mir mein teueres Jahresticket bietet, gehört neben der Möglichkeit samstags bis zu vier Personen mitzunehmen auch die Reservierung der Bahn Comfort Plätze und die Einladung in die Lounge der Doitschen Barn. Damit verbunden ist die Nutzung leerer und sauberer Toiletten und freie Getränkewahl.

Das Alles versöhnt mich ein wenig mit den recht hohen Fahrpreisen. Und natürlich haben wir den Kaffee in der Lounge gleich getestet. Trinkschokolade erst nach der Fastenzeit.

Schön ist es hier am großen Fenster mit Blick auf die Fußgängerzone und sehr bequem.

fragt Frau Landgeflüster den Michelmann nach dem Frühstück. Das ist die obligatorische Frage danach, was wir denn Schönes am Wochenende machen möchten. Der Michelmann antwortet spontan: „Shoppen fahren“.  Genau dies hat Frau Landgeflüster befürchtet und schaut seufzend aus dem Fenster. Sie weiß ja, wie gern der Michelmann shoppen geht und wenn das Wetter nicht ganz so doof wäre, wäre das vielleicht auch etwas für sie. Schließlich wünscht sie sich braucht sie ja unbedingt noch ein bis drei schöne Kleider. Und während sie den Nieselregen betrachtet kommt ihr eine rettende Idee: „Soll ich Dir nicht den Bahnhof in der großen Stadt zeigen? Mit meinem teuren Bahnticket darf ich Dich am Samstag doch kostenlos mitnehmen.“ Der Vorteil am Bahnhof in der großen Stadt ist, es gibt viele Läden in der unteren Etage und direkt daneben befindet sich ein riesiger Einkaufstempel, in den man sich einige Stunden aufhalten kann ohne zu frieren oder nass zu werden. Perfekt für dieses Wetter. Allein würde ich wohl nicht in diese Passage gehen, Sie wissen ja, Frau Landgeflüster und Einkaufen. Aber mit dem Michelmann ist alles toll… So lerne ich die Passage wenigstens auch mal kennen.

Drücken Sie mir die Daumen, dass ich ein hübsches Kleid finde. Es darf auch ruhig sein bisschen länger sein als mein heutiges, damit es ein bisschen züchtiger aussieht, wenn ich die Arme so hoch nehme, um es im Spiegel zu fotografieren.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.

~japanische Weisheit~

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