• Fußball gucken in der Lounge der Bahn macht sehr viel Spaß.
  • Folgende Situation ergab sich dort heute: elf Männer und eine Frau Landgeflüster saßen gemeinsam auf roten Sesseln, je nach Lust und Laune mit Eis oder einem warmen Getränk von der Kaffeebar oder einem Kaltgeränk nach Wahl. Ab und zu neugierige Männer, die sich dazu stellten und meist Frau Landgeflüster fragten, wer denn spielen würde oder wie der aktuelle Spielstand gerade wäre. Klar, Frau Landgeflüsters Fußballkompetenz spricht sich herum.
  • Toll, dass Südafrika gewonnen hat. Doof, dass die Mannschaft dennoch nicht weiterkommt.
  • Sie wissen, Frau Landgeflüster ist eine Französin im Herzen. Aber sie hätte es lieber gesehen, dass der Gastgeber solange wie möglich im Turnier verbleibt.
  • Ich habe keine Ahnung, was in der französischen Mannschaft wirklich vorgefallen ist. Und weiß auch nicht, was wahr oder ausgedacht ist, von dem was in den Medien veröffentlicht wurde. Aber spielerisch sind die Franzosen eine einzige Enttäuschung, daher ist das Ausschieden auch gut. Adieu!
  • Das Spiel wurde immer spannender und hat es mir Spaß gemacht. Schade, dass die Südafrikaner ihre Chancen nicht besser nutzten.
  • Ein Vorteil des Fußballs in der Lounge ist, dass der Ton angenehm heruntergeregelt ist. Lasst Bilder sprechen! Interessant war das Bewerbungsgespräch (!), das ein Anwalt mit einer Bewerberin in voller Lautstärke mitten drin führte. Unglaublich, oder? Stellen Sie sich das einmal vor: Sie bewerben sich und treffen Ihren vielleicht zukünftigen Chef auf der Durchreise am Bahnhof. Die Arme hat sich wacker geschlagen und keine erkennbaren Probleme damit gehabt, dieses Gespräch vor so vielen Menschen führen zu müssen. Dennoch konnte Sie seine Erwartungen wohl nicht ganz erfüllen. Ich drücke dennoch die Daumen, dass es vielleicht klappt. Da mein letztes Bewerbungsgespräch gefühlte 25 Jahre zurückliegt, war dieses sehr informativ für mich. Wer weiß, vielleicht kann ich diese Erfahrung noch einmal gebrauchen?
  • Das zweite Nachmittagsspiel war fast torlos. Aber da es unwahrscheinlich war, dass Südafrika einen Vorsprung von vier oder mehr Toren erzielt, standen die beiden Mannschaften für das Achtelfinale von Beginn an s gut wie fest.
  • Der Michelmann hat mir heute von dieser Verschwörung berichtet. Da wird mir ja Angst und Bange. Glücklicherweise habe ich auch schon ein paar Berichte gehört und gelesen, in denen bewiesen wurde, dass wir in diesem Jahr Weltmeister werden müssen. In einem wurde haarklein vorgerechnet anhand der Jahreszahlen unser Weltmeistertitel und irgendwelchen anderern Daten, die als Summe immer eine bestimmte, immer gleiche dreistellige Zahl ergaben. Das war besonders faszinierend. Leider weiß ich nicht mehr, wo und wann ich das gesehen habe.
  • Der Beitrag für den morgigen Sieg im Hause Landgeflüster:
  1. Frau Landgeflüster trägt das kleine Schwarze.
  2. Es gibt wieder Currywurst-Pommes zum Abendessen, dazu Puffbier.
  3. Wir überlegen uns, ob wir uns vor dem Spiel ins Auto setzen und 7 Stunden über’s Land fahren. Aber das entscheiden wir morgen spontan.
  • Die ersten 35 Minuten zeigen: Griechenland verteidigt sich tapfer und Nigeria führt 1:0 gegen Südkorea.
  • Griechenland und Südkorea haben die Möglichkeit, noch weiterzukommen.
  • Ein griechischer Spieler hat einen Lappen im Mund. Frau Landgeflüster bekommt Zahnziehen und Würgen. Wissen Sie, dass es für sie kaum etwas Schlimmeres gibt, als die Vorstellung auf eine Stoffwindel beißen zu müssen?
  • 38 Minute: Ausgleich der Koreaner, die so weiterkommen würden.
  • Mir wäre es recht, wenn die Griechen ins Achtelfinale kommen. Ich habe so einen netten griechischen Kollegen, der immer sehr hilfsbereit ist. Außerdem wäre das ein schönes Abschiedsgeschenk für den vielleicht scheidenden Otto Rehagel.
  • Soweit das heutige Fußballgeflüster.
  • Habe ich Ihnen eigentlich schon verraten, dass ich wegen morgen sehr nervös bin?