Gestern war schon ein komischer Tag. Ich fühlte mich müde und kaputt. Das lag natürlich daran, dass ich fünf Stunden früher aufstehen musste, als in den letzten drei Wochen. Die wirren Träume in der Nacht machten die Sache auch nicht besser. Warum wir im Traum in China landeten und nach dem Auschecken noch einmal durch finstere, lange Gänge zurück in den Flieger mussten, um dort haufenweise liegengebliebenes Handgepäck einzusammeln und dabei von einigen fiesaussehenden Chinesen verfolgt wurden, werde ich wohl nie erfahren.
Der erste Arbeitstag war anstrengend, obwohl ich ganz bewusst darauf achtete, den ganzen Tag ganz langsam und ruhig zu arbeiten. Durch die kranke Woche konnte ich den Urlaub nicht auf gewohnte Weise vorbereiten und das merkte ich gestern immer wieder.
Mein Spaziergang in die Innenstadt der großen Stadt war gut. Sehr entspannend. Endlich frische Luft. Dort aber war es mir viel zu laut. Die Bühnen waren relativ nah beieinander und die Musik sehr, sehr laut. Durch den Tinnitus scheine ich wirklich empfindlicher geworden zu sein. Ich merke es auch bei den Fußballspielen im Fernsehen. Nicht nur an den Vuvuzelas, die für alle anstrengend sind, sondern auch an den Monologen der Reporter. Wir stellen den Ton immer sehr leise.
Ich bin gestern also nur einmal bis zum Bahnhof spaziert und habe mich dann dort in die Lounge gesetzt. Das habe ich Ihnen ja gestern schon berichtet. Irgendwie bin ich mit meiner Fahrzeit aber total durcheinander gekommen. Wenn ich den Michelmann um acht von der Arbeit abholen möchte, ohne lange in der ausgestorbenen Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes warten zu müssen, kann ich den Zug um 18:40 Uhr nehmen. Ich aber nahm den Zug um 17:40 Uhr und merkte dann im Zug, dass ich ja eine Stunde zu früh in der Kleinstadt sein würde. Also hätte ich durchaus noch bis zum Ende des Fußballspiels bleiben können und danach auch noch das ganze Kaffeeangebot durchprobieren können.
Und weil es schwer ist, sich um diese Uhrzeit eine Stunde in der Kleinstadt aufzuhalten ohne sich zu langweilen, bin ich die sieben Kilometer vom Bahnhof bis zu unserem kleinen Häuschen eben zu Fuß nach Hause gegangen. 70 Minuten brauchte ich dafür und so war ich 15 Minuten vor dem Michelmann zuhause. Das passte gerade, den leckeren Gemüseauflauf in den Ofen zustellen, den der Michelmann vorbereitet hatte, um kurze Zeit später gemeinsam essen zu können.
Und damit ich es heute ein wenig leichter habe, schaffe ich mir eine Motivationshilfe, die mich durch diesen Tag bringen wird. Zum einen eine Abstreichliste mit den Zahlen 8,7,6,5,4,3,2,1,0. Um 8 Uhr streiche ich dann die 8 durch, um 9 Uhr die 7 bis ich um 16 Uhr die 0 durchstreichen kann. Und die größte Motivation ist, dass ich kurzfristig einen freien Tag für Mittwoch eingereichen werde. Denn da hat der Michelmann auch seinen freien Tag und das bedeutet, wir können ganz spontan einen Eintagesurlaub einlegen. Das wird mir sehr gut tun und deshalb freue ich mich da auch schon sehr darauf. Und dann dauert es auch nicht mehr lange bis zum Wochenende.


9 Kommentare
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Juni 22, 2010 um 8:07
Sabine
Kein Wunder, dass dir der Tag nach deinem Urlaub schwergefallen ist. Dein Körpfer muss sich nun wieder umstellen, aber das wird dir gelingen. Du bist ja so ein positiver Mensch!
Wirst sehen – und der gemeinsame Mittwoch wird dir guttun. Ich freue mich für dich, wenn das klappt.
Komm gut durch den Tag und vielleicht mache ich das auch mal mit dem Abstreichen.
LG Sabine
Juni 22, 2010 um 8:25
Frau Landgeflüster
Danke.
Leider habe ich gestern auch gleich die erste doofe Kollegin kennengelernt, die mich gestern arg geärgert hat. Glücklicherweise hat die aber ab morgen Urlaub
ich wünsche Dir einen tollen Tag!!
Juni 22, 2010 um 9:45
Lebensumbau
…zum Glück ist morgen “Bergtag”, da ist die Hälfte schon mal geschafft. Ich wünsche auf alle Fälle (wenn auch verspätet) einen guten Start und trotz Anfangsschwierigkeiten noch eine schöne Woche. LG
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Juni 22, 2010 um 11:19
Frau Nilsson
Liebe Frau Landgeflüster, es wird wieder besser, Sie werden sehen!
Und ich habe doch extra was in meinem Blog für Sie gepostet
Juni 22, 2010 um 12:06
Frau Landgeflüster
Ach, Sie Liebe, ich habe das gestern im Zug gelesen, aber Ihr Blog lässt mich mit dem IwiPhone nicht kommentieren. Ich wollte mich abends bedanken und habe es danb doch vergessen. Das tut mir soo leid.
Juni 22, 2010 um 13:50
Special Agent Gibbs
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann darfst du in zehn Minuten die zwei streichen! Daher wünsche ich dir viel Kraft, um die letzten zwei Arbeitsstunden noch zu überstehen, und dann einen wunderschönen Feierabend sowie morgen einen schönen Kurzurlaubstag mit dem Michelmann
!
Juni 22, 2010 um 15:14
Kerstin
Es ist oft schwierig, sich nach einem Urlaub wieder in den Job einzufinden. Ich hoffe, heute hattest Du einen leichteren Tag. Und wenn Du dann morgen frei hast, kannst Du den Tag genießen und Dich ganz langsam auf das große Fußball-Ereignis am Abend vorbereiten.
Ich mußte mir gestern spontan einen Tag Urlaub nehmen, aber ich habe diesen Tag auch sehr genossen.
Schön, mal so zwischendurch einen Tag weniger zu arbeiten. Die Idee mit der Abstreichliste gefällt mir übrigens ausgesprochen gut. Die werde ich mir für die ganz schlimmen Tage aufheben.
Sei lieb gegrüßt von Kerstin ♥
Juni 22, 2010 um 21:15
Frau Landgeflüster
@ alle: Danke für Eure aufmunternden Worte. Heute war es wirklich besser
Juni 22, 2010 um 21:32
Danke! « Landgeflüster
[...] Arbeitswelt. Heute war es gar nicht mehr so doof. Die Zeit ging so schnell herum, dass ich mit dem Abstricheln meiner Zahlen gar nicht mehr nachkam. Ich bin pünktlich gegangen, um meinen Eintagesurlaub auch so [...]