sagt der Michelmann und fügt hinzu: “so als Hetero.”
Er blättert sie durch, während Frau Landgeflüster mit der liebsten Schwester telefoniert. Frau Landgeflüster hatte diese Zeitung gestern bei Tante Emma gekauft, als sie die Brötchen für das erste deutsche Frühstück kaufte. Die Zeitschrift ist aber auch nett. Sie hat die erste Fahrt in die große Stadt versüßt.
Der Tag in der großen Stadt war angenehm und so hat Frau Landgeflüster beschlossen, auch morgen wieder dorthin zu fahren. Auf der Rückfahrt hatte der Zug 20 Minuten Verspätung, aber das soll auf der Strecke in die Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes inzwischen nichts Ungwöhnliches mehr sein. Ganz im Gegenteil. Manchmal sind es auch 60 Minuten. Nun gut, die Baustelle, die diese Verspätungen auslöst, soll Mitte Dezember fertig sein und danach gibt es bestimmt nie wieder Verspätungen bei der Doitschen Barn. Und Frau Landgeflüster beginnt dann auch mit ihrem Weihnachtsentstressungsurlaub. Hach, wie toll. Nur noch 2 1/2 Monate arbeiten und dann haben wir wieder Ferien! Toll, oder?
Aprospos Weihnachtsentstressungsurlaub. Liebe Frau Rotkraut, stellen Sie sich vor. Der Michelmann weiß heute schon, was er Ihnen zu Weihnachten schenken möchte. Na, was sagen Sie nun?
◊
Bevor Sie jetzt beginnen, sich über Frau Landgeflüsters Gedankengänge zu wundern, erzähle ich Ihnen noch von unserem zweiten Tag in Deutschland. Bereits am Strand mit Blick auf St. Tropez hat sich Frau Landgeflüster vorgenommen, montags einen zukünftig obligatorischen Gartentag einzulegen. Auch wenn sie nach diesem ungewohnten Arbeitstag doch ein wenig müde war, hat sie ein wenig im Garten gewerkelt. Die Stockrosen sind geschnitten, die weißen Ballonblumen, die sie als Ersatz für die weißen Petunien für die Gartenparty gekauft hatte, eingepflanzt und auch noch einige Wildkräuter gezupft. Den “Hallo-ich-bin-wieder-zuhause-Kaffee” mit dem Michelmann hat sie danach im Kaminzimmer zu sich genommen, kurz vor dem Abendessen.
Morgen findet bei Frau Landgeflüster der zukünftig obligatorische Haustag statt. Sie hat nämlich Lust, ihr Haus ein wenig herbstlich zu dekorieren. Schlauer wäre es natürlich gewesen, heute den Haustag zu machen und morgen, wenn das Wetter noch schöner sein soll, den Gartentag. Aber dann gibt es morgen eben erst den Kaffee – klar, im Gartenwohnzimmer – und später die Hausverschönerung.
◊
Der Michelmann hat sich wohl durch den riesigen Temperatursturz eine Erkältung zugezogen. Schon am Tage klagte er mir sein Leid per Mail. Und so war ich sehr froh, als ich auf dem Weg zur Haltestelle ein wunderbares “Werd-bitte-wieder-gesund-Geschenk” für ihn gefunden habe. Eine wunderschön glänzende Kastanie, die am Wegesrand lag.
◊
Unser zweites deutsches Abendessen war ein wenig französisch angehaucht. Davon berichte ich Ihnen in den nächsten Tagen, wenn ich Ihnen ein paar kulinarische Impressionen zeigen werde. Für morgen habe ich einige Fotos unserer Reise vorbereitet. Ich hoffe, Sie vertragen noch einige ohne in Herbstdepressionen zu verfallen.
◊
Den Abend werden wir faul auf dem Sofa verbringen. Ich habe Ihnen zwar noch etwas von unserem Fernseh- und Leseverhalten in Frankreich zu berichten, aber auch das hebe ich mir für die nächsten Tage auf. Dieser Eintrag ist sowieso wieder viel zu lang. Geben Sie zu, Sie haben ihn bestimmt nicht bis zum Ende gelesen!
(Hach, ist schon schön, wieder hier zu sein)


9 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
September 20, 2010 um 22:32
Heike
Hi meine liebe Frau Landgeflüster, es ist vollbracht..Reiseroute zusammen geschrieben..viel Spaß dabei..lG HEike
September 20, 2010 um 22:39
Frische Brise
Ich habe bis zum Ende gelesen
Weißt Du, daß in der DDR jede berufstätige Frau einen “Haushaltstag” hatte?
Ein Tag im Monat war frei, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen. Daran mußte ich gerade denken.
September 21, 2010 um 20:05
Frau Landgeflüster
Oh, das ist ja eine tolle Sache gewesen. Nein, wusste ich bisher nicht. Jetzt mit meinen 12 Stundentagen könnte ich die auch gut gebrauchen!
September 20, 2010 um 23:31
GZi
Liebe Frau landgeflüster, Du sprichst mir aus der Seele… ich hatte heute zwar keinen Haushaltstag, aber einen Vorstands- und Schreibtischtag und habe das Gartenarbeiten auf morgen verschoben – ja, weil das Wetter besser sein soll. hier hat es heute mal wieder nur geregnet. Und das schon seit drei Tagen non stop.
September 21, 2010 um 9:28
Sunni
Liebe Frau Landgeflüster,
wie können Sie nur denken, dass man einen Ihrer erhofften und ersehnten Texte nicht bis zum Ende lesen würde???
Die Rezeptzeitschrift im Saisoneinklang finde ich auch toll, es sind ja oft nur die kleinen Anregungen, die man mitnimmt ins eigene Leben. Oder man erfreut das Herz an Bildern, die toll gemacht sind.Viel Spass in Haus und Garten!Sunni
September 21, 2010 um 14:20
Rotkraut
oh! da bin ich aber gespannt!
Auch ich weiß schon was der Michelmann von uns zu Weihnachten bekommt!
Gelesen wird hier bis zum letzten Satz, bis zum letzten Buchstabe – hach, ja es ist schön das Sie wieder da sind!
viele liebe Grüße
September 21, 2010 um 19:44
Miss Zwopi
Was denken Sie denn von Ihren Lesern, liebe Frau Landgeflüster: jeder Buchstabe wird aufmerksam betrachtet – manchmal halt auch erst am nächsten Tag
An den DDR-Haushaltstag kann ich mich auch noch dunkel erinnern. Aber ich habe stets ca. 80 Überstunden, da könnte ich mir mindestens monatlich solch einen Luxustag leisten, wäre da nicht die liebe Arbeit, die wartet. Aber gestern (20.9.) habe ich mir einen solchen “Luxustag” im Anschluss an meine Rom-Woche geleistet… und ich war den ganzen Tag mit lauter schönen Nebensachen der Welt beschäftigt: lesen, am Computer werkeln (der Adventskalender wartet schon wieder, ein bisschen Online gespielt), an meinen Balkon- und Zimmerblumen rumgezupft… hach, war das schön müßig. Und heute lese ich zum Feierabend Ihren Blog “nach” und stöbere auch noch ein bisschen bei den anderen herum. Viele liebe Grüße – und ich warte schon gespannt auf weitere Frankreich-Fotos!! LG Miss Zwopi
September 22, 2010 um 16:57
Kulinarische Impressionen aus Südfrankreich « Landgeflüster
[...] zweite französische Abendessen, das am frühen Abend stattfand, sah so [...]
Oktober 15, 2010 um 12:58
Shoppingtag « Landgeflüster
[...] organisiert gern kleine Mitbringsel aus der großen Stadt für den Michelmann. Es darf mal eine Kastanie sein oder ein gefundenes Geldstück wie am Montag. Viele Kastanien aus der großen Stadt hat der [...]