Du durchsuchst gerade das Tagesarchiv für den November 19, 2010.

  • Lieblingstag feiern. Glücklicherweise hatte der Bombenalarm im Bahnhof der großen Stadt keine Auswirkungen auf meine Heimfahrt. Heute fuhr der ICE zwar nicht wie gewohnt, das hatte aber nichts mit den gesperrten Bahnsteigen zu tun. Eine Bitte an mögliche Bombenleger: beschriften Sie ihre Tüten nicht mit “Müll”, sondern mit “Bombe”. Dann brauchen die armen Polizeimänner keinen Sprengstoff zu verschwenden.
  • ausschlafen. Hahaha, als Teilzeittucke kann ich jetzt jeden Morgen ausschlafen. Aber morgen machen wir es ohne Wecker.
  • zwei schöne Novembermorgenfrühstücke
  • eine Zugfahrt in die große Stadt
  • ein neuer Haarschnitt, kürzer, stufiger
  • die ersten Weihnachtskarten prägen (in diesem Jahr gibt es Selbstgeprägte, eine Teilzeittucke hat ja viel Freizeit!)
  • Sperrmüll zusammensammeln für die Abfuhr am Dienstag. (Ab Montag das Hoftor abschließen, damit nur das Sperrmüll von unseren ukrainischen und polnischen Gästen mitgenommen wird!)
  • zur Adventsausstellung beim Lieblingsfloristen in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes
  • noch ein paar 5-Kornflocken-Kekse backen (zweites Rezept)
  • Walnüsse weiß lasieren.
  • einfach nur treiben lassen und die gemeinsame freie Zeit genießen.

Da darf das Wetter offiziell so sein.

Aber, lieber Herr Wettermann, die Sonne darf auch ein bisschen scheinen. Auch ganz offiziell.

Frau Landgeflüster wundert sich

  • dass sich ganz schön viele zugfahrende Menschen nicht trauen, andere Reisende zu bitten, ihre Jacke, Rucksack, Tasche oder was auch immer vom Nachbarplatz zu entfernen, um sich selbst dorthin setzen zu können. Lieber durchlaufen sie den ganzen Zug, um einen freien Platz zu finden, bei dem sie nicht fragen müssen. Es gibt sogar Menschen, die lieber stehen. Frau Landgeflüster selbst spricht herzlich gern die Nachbarplatzbeleger an und bittet darum sich setzen zu dürfen. Aus Prinzip. Manchmal auch wenn andere Plätze vielleicht ganz frei sind. Selbst schuld, wenn die Beleger sich dann ärgern. Sollen sie doch bei der nächsten Reise ein Ticket für ihre Jacke, Rucksack, Tasche oder was auch immer kaufen. Dann darf der, die, das da auch sitzen.
  • dass viele Versicherungsvertreter, Verkäufer und andere berufstätige Menschen so gar keinen Wert auf Datenschutz legen. Da steht der Laptop geöffnet auf dem Tisch und die Nachbarn und Hintersitzer dürfen interessiert mitlesen. Gestern saß ich auf dem Rückweg im Gang, direkt neben mir saß ein Kollege von mir. Auf der anderen Seite am Gang saß ein Beschäftiger der würt*tem*berg*ischen Versicherung, der kräftig in die Tasten haute. Weil Frau Landgeflüster solche Offenheit ziemlich unprofessionell findet, konnte sie es sich nicht verkneifen scheinbar interessiert mitzulesen und dem Kollegen zu erzählen, dass sie es unseriös findet, wenn Versicherungsmenschen im Zug so offenherzig mit Kundendaten umgehen. Als ich meinem Kollegen dann sagte, wenn ich eine Versicherung bei der Würt*tem*berg*ischen hätte, würde ich sie jetzt sofort kündigen, guckte der V-Mann ganz böse. Ich glaube, er mochte mich nicht.
  • wie viele Reisende sich trauen, im rauchfreien Bahnhofsbereich der großen Stadt zu rauchen. Kaum hält ein ICE an, springen ganz schön viele Reisende aus dem Waggon, zünden sich eine Zigarette an und saug, saug, saug, als gäbe es keinen Morgen mehr. Beim Pfiff vor der Weiterfahrt werfen sie sich gegenseitig die Kippen vor die Füße und springen schnell in den Zug. Das sieht ziemlich komisch aus.
  • wie viele Mütter ihre Kinder hinter der weißen Haltelinie lassen, auch wenn Züge einfahren. Unverantwortlich! Hallo, schon einmal von der Sogwirkung eines Zuges gehört??? Ich bin ja auch nicht die Schwerste und kann Ihnen versichern, so ein Zug kann ganz schön mitreißend sein. Sogar wenn man 2-3 Meter hinter der weißen Linie steht.
  • dass so viele Menschen plötzlich und unerwartet komplett gelähmt werden, wenn sie aus dem Zug steigen oder auf den Bahnsteig gehen. Diese Lähmung tritt ausgerechnet direkt an der Treppe ein und je größer die Koffer, desto gelähmter die Reisenden. Kein anderer Mensch kommt an ihnen vorbei. Besonders ärgerlich für die Reisenden, denen nur ganz wenig Zeit für das Umsteigen bleibt. Das gleiche Phänomen tritt fast täglich an der Zugtür auf. Da stehen Leute bewegungslos ganz eng beieinander vor der Tür, dass man selbst kaum aussteigen geschweige denn vom Bahnsteig gehen kann. Da helfen dann nur Ellenbogen oder ein strahlendes Lächeln: “Hallo? Wenn Sie mir nicht ein wenig Platz machen, komme ich nicht raus und Sie nicht in den Zug.” Außer den Gelähmten gibt es noch die Hyperkativen, aber die sind auch doof. Das sind diejenigen, die in den Zug drängeln, obwohl andere noch aussteigen wollen.

Natürlich wundert sich Frau Landgeflüster nicht wirklich, denn scheinbar ist es normal. Sonst würde sie es ja nicht täglich erleben. In diesem Sinne: allzeit gute Fahrt!

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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~japanische Weisheit~

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