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Blauer Himmel, Sonnenschein!

Lieber Willi, kannst Du vielleicht eine Woche später heiraten? Der Michelmann und ich haben nämlich erst Anfang Mai Urlaub. Wir wären durchaus bereit, Deine Gästeliste mit unseren Namen zu bereichern. Stell Dir das mal vor: Lord Meikelmän and Lady Countrywhisper from the Lüneburger Heide.  Klingt doch großartig! Also, kleiner Prinz, überlege es Dir und gib uns rechtzeitig Bescheid.

Liebe Grüße,

Deine Frau Landgeflüster

P.S.: Was wünscht Ihr Euch zur Hochzeit. Ein Heidekörbchen?

Es schneit.

Es freut mich sehr, dass Ihnen meine Weihnachtskarten gefallen. Ich finde sie auch hübsch, weil sie so schlicht, aber doch sehr elegant aussehen. Und weil inzwischen einige von Ihnen nachgefragt haben, wie ich sie präge, zeige ich es heute. Sie sind bestimmt einverstanden, wenn Sie es statt in einer Mail auf diesem Wege erfahren. Damit sind dann auch gleich die Kommentare beantwortet ♥

Ich weiß gar nicht, ob „prägen“ überhaupt der richtige Ausdruck ist, aber ich nenne es so. Die wichtigsten Utensilien neben den Blankokarten ist der Lichtkasten, die Schablonen und der Prägestab. Sie konnten die Teile bereits sehen, als ich Ihnen die erste Karte zeigte. Der Lichtkasten wird angeschaltet und die gewünschte Schablone darauf gelegt. Nun wird die Karte auf die gewünschte Position auf die Schablone gelegt. Sie sehen, nun scheint die Schablone durch die Karte.

Jetzt kommt der Prägestab zum Einsatz.

Mit dem Stab wird das Papier in alle „offenen Stellen“ der Schablone gedrückt. Das sieht dann so aus:

Können Sie es erkennen? Wenn Sie die Karte dann umdrehen, also die Außenseite der Karte ansehen, sieht das Ganze so aus:

In meiner Bastelkiste habe ich diverse Schablonen mit Motiven für alle möglichen Anlässe. Vielleicht erinnern Sie sich ja an meine Tischkärtchen bei der letzten Gartenparty. Die waren mit kleinen Gartenmotiven verziert. Wenn ich Bücher verschenke, dann kommt da meistens auch noch ein geprägtes Lesezeichen hinein. Das Prägen ist eine ganz famose Möglichkeit, allem eine persönliche Note zu verleihen. Wenn mein Rebell doch nur besser mitspielen würde.

Heute fand ich ein kleines Päckchen in meinem Briefkasten. Mein Herz machte einen Sprung und, neugierig, wie ich sein kann, wollte ich es gleich öffnen. Leider entdeckte der Michelmann vor dem Öffnen aber diesen Hinweis:

„Das ist eindeutig ein Weihnachtsgeschenk“ , sagte er und riss mir das Päckchen aus den Händen. Meinen Einwand, dass dieses Päckchen doch schon vor dem ersten Advent angekommen wäre und das „Frohes Fest“ sich doch auch auf unseren Tiefkühltruhentag am ersten Dezember beziehen könne, ließ er nicht gelten.

Liebe Oma Eis, vielen lieben Dank für das Päckchen. Sobald ich es öffnen darf, melde ich mich noch einmal direkt bei Ihnen. Aber ich kann Ihnen versichern, ich habe mich heute schon einmal riesig gefreut.

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Weihnachtskarten selbst zu prägen. Das ist für mich ein großes Vorhaben, denn dies ist eine Arbeit, die mein Rebell gar nicht gern mag. Alles, was ein wenig kraftaufwendig ist, findet der Rebell ziemlich doof. Deshalb gibt es auch nur eine Weihnachtskarte am Tag.

Mit meiner Adventsdekoration habe ich noch nicht begonnen, denn ich warte noch auf eine Bestellung. Bis zum Wochenende wird sie da sein und am Samstag ist dann Dekozeit im Hause Landgeflüster. Und bis dahin zelebrieren wir die letzten Herbstabende. Mir egal, was der Kalender sagt, Advent ist Winter! Und wenn der Fernsehmann Recht hat, gibt es ab Mittwoch Schnee. Erinnern Sie sich noch an den letzten Winter? Da hatten wir hier in der Lüneburger Heide vom 17. Dezember bis zum 13. März ununterbrochen Schnee. Also, nicht nur ein bisschen Schneefall. Nein, eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke. In diesem Jahr lauten die Prognosen ja vom Jahrtausendwinter bis zum milden regenreichen Winter. Spannend. Und egal, was kommt, wir werden auch diesen Winter gemeinsam meistern, da bin ich mir ziemlich sicher!

So, und nun ist der Michelmann wieder zuhause. Deshalb verlasse ich Sie jetzt. Einen schönen Abend für Sie alle!

Draußen ist ein Wetter, wie es fieser nicht sein kann. Kalt! Grau! Nieseligpieselig! Und jetzt, um vier Uhr am Nachmittag, ist es schon richtig dunkel. Also nichts für schwache Novemberdepressionsnerven. Frau Landgeflüster hat das wohl bestmögliche Rezept dagegen gefunden:

Frisch gemahlener und aufgebrühter Kaffee von der Lieblingsrösterei in der großen Weihnachtstasse, dazu fünf wie Fleischbällchen aussehende Kekse, ein Stück Schokolade von Frau Momos Lieblingsschokoladenmarke, die auch zufällig meine Lieblingsschokoladenmarke ist, ein Tisch voller Kerzen und „Notting Hill“ im DVD-Spieler. Damit lässt sich dieser Novembergrusel schon ganz schön gut aushalten.

Liebe Frau Landgeflüster, am Freitag ab 16 Uhr am Kröpke in der großen Stadt! Nicht vergessen! Ein Date mit der musikalischen Entdeckung des Jahres!

Herr Meyer, wir sehen uns!

  • Lieblingstag feiern.
  • ausschlafen.
  • zwei schöne Novembermorgenfrühstücke
  • eine Zugfahrt in die große Stadt
  • ein neuer Haarschnitt, kürzer, stufiger
  • die ersten Weihnachtskarten prägen

Und so sieht die erste Karte aus:

  • Sperrmüll zusammensammeln für die Abfuhr am Dienstag.
  • zur Adventsausstellung beim Lieblingsfloristen in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes
  • noch ein paar 5-Kornflocken-Kekse backen (zweites Rezept *)

  • Walnüsse weiß lasieren.
  • einfach nur treiben lassen und die gemeinsame freie Zeit genießen.

*) 125 gr. Butter, 100 gr. Zucker (ich habe Agavendicksaft genommen), 1 Ei, 75 gr. gehackte Nüsse, 125 gr. 5-Kornflocken, 60 gr. Dinkelmehl, 1 TL Backpulver (Der Michelmann meint, die Kekse sehen aus wie Fleischbällchen. Es sind aber Kekse, ich schwör!)

Ein stiller Tag. Und deshalb ist die neue Esszimmertisch-Dekoration auch ein bisschen ruhiger.

Die geliebte Tischdecke aus Frankreich

und die Orangenscheiben vom Michelmann.

Einen schönen Sonntag für Sie alle.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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