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Endlich hat Frau Landgeflüster die Möglichkeit, bei Tageslicht die versprochenen Detailfotos ihrer Strickweste zu fotografieren. Hier also die Bilder:

Inzwischen habe ich die Weste einige Male getragen und bin immer noch sehr begeistert. Mutter Landgeflüster hat das Mieder, dss sie noch einmal nach der Originalvorlage stricken möchte, bereits angefangen. Dieses Mal werde ich es zwischendurch probieren, damit sie es bei Bedarf rechtzeitig ändern kann.

„Guck mal“ sprach Frau Landgeflüster heute nach dem Frühstück, als sie noch einmal die letzte LaLu durchblätterte: „Die alten Christbaumständer sind wirklich tolle Kerzenhalter. Schade, dass wir keinen haben.“

Sie blätterte noch ein wenig weiter und fuhr dann mit dem Michelmann in die große Stadt. Dort trennten sich ihre Wege, weil der Michelmann beim Einkaufen der Bestimmer sein darf. Frau Landgeflüster ist jetzt ja schon fast eine Dame von Welt und erlebt das Großstadtfeeling fast jeden Tag. Für den Michelmann ist ein Besuch in der großen Stadt aber noch ganz aufregend, weil es so viele Geschäfte gibt, die es auf dem Lande eben nicht gibt. Und weil der Michelmann ein echter Kerl ist, interessiert er sich auch gar sehr so sehr für alles was elektrisch ist. Und deshalb wollte er natürlich umbedingt in den Elektrotempel gleich am Bahnhof. Das ist ein Geschäft, das Frau Landgeflüster schon ziemlich langweilig findet, und so ist sie in die Einkaufsgalerie spaziert, um noch drei Weihnachtsgeschenke für den Michelmann und ein Kindermitbringsel für einen Besuch im Advent zu kaufen. Und das alles in 30 Minuten!

So ein Einkauf macht hungrig und deshalb sind wir nach unserem Treffen gleich in die Markthalle zum Essen gegangen. Von dort aus war es gar nicht weit zum samstaglichen Flohmarkt, den ich immer gern besuche. Und weil der Michelmann auch Lust hatte, sind wir am Leineufer spaziert und, nun schauen Sie mal, was wir uns gekauft haben:

Und weil der Verkaufsmann fand, dass ich mich richtig nett über meinen Fund gefreut und wirklich chamant nach einem kleinen Mengenrabatt gefragt habe, wurden die vier Ständer ein richtiges Schnäppchen. Glücklicherweise ist der Michelmann so stark, da konnte er sie gut tragen. Ja, so schnell lassen sich meine Wünsche erfüllen.

Wir sind danach langsam wieder durch die Fußgängerzone zurück zum Bahnhof spaziert und wurden äußerst pünktlich mit dem ICE zurück in die Kleinstadt vor den Toren unsers Dorfes gefahren. Es war eine Shoppingtour, wie ich sie liebe. Ganz entspannt. Wir haben vorher nämlich vereinbart, nicht nach Klamotten oder anderen anstrengenden Dingen zu schauen. Und daran haben wir uns gehalten. Ein perfekter Tag in der großen Stadt.

Wir eben. Kaffee, Kuchen, Kerzen. Wunderbar das.

  • Lieblingstag feiern. Glücklicherweise hatte der Bombenalarm im Bahnhof der großen Stadt keine Auswirkungen auf meine Heimfahrt. Heute fuhr der ICE zwar nicht wie gewohnt, das hatte aber nichts mit den gesperrten Bahnsteigen zu tun. Eine Bitte an mögliche Bombenleger: beschriften Sie ihre Tüten nicht mit „Müll“, sondern mit „Bombe“. Dann brauchen die armen Polizeimänner keinen Sprengstoff zu verschwenden.
  • ausschlafen. Hahaha, als Teilzeittucke kann ich jetzt jeden Morgen ausschlafen. Aber morgen machen wir es ohne Wecker.
  • zwei schöne Novembermorgenfrühstücke
  • eine Zugfahrt in die große Stadt
  • ein neuer Haarschnitt, kürzer, stufiger
  • die ersten Weihnachtskarten prägen (in diesem Jahr gibt es Selbstgeprägte, eine Teilzeittucke hat ja viel Freizeit!)
  • Sperrmüll zusammensammeln für die Abfuhr am Dienstag. (Ab Montag das Hoftor abschließen, damit nur das Sperrmüll von unseren ukrainischen und polnischen Gästen mitgenommen wird!)
  • zur Adventsausstellung beim Lieblingsfloristen in der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes
  • noch ein paar 5-Kornflocken-Kekse backen (zweites Rezept)
  • Walnüsse weiß lasieren.
  • einfach nur treiben lassen und die gemeinsame freie Zeit genießen.

Da darf das Wetter offiziell so sein.

Aber, lieber Herr Wettermann, die Sonne darf auch ein bisschen scheinen. Auch ganz offiziell.

Frau Landgeflüster wundert sich

  • dass sich ganz schön viele zugfahrende Menschen nicht trauen, andere Reisende zu bitten, ihre Jacke, Rucksack, Tasche oder was auch immer vom Nachbarplatz zu entfernen, um sich selbst dorthin setzen zu können. Lieber durchlaufen sie den ganzen Zug, um einen freien Platz zu finden, bei dem sie nicht fragen müssen. Es gibt sogar Menschen, die lieber stehen. Frau Landgeflüster selbst spricht herzlich gern die Nachbarplatzbeleger an und bittet darum sich setzen zu dürfen. Aus Prinzip. Manchmal auch wenn andere Plätze vielleicht ganz frei sind. Selbst schuld, wenn die Beleger sich dann ärgern. Sollen sie doch bei der nächsten Reise ein Ticket für ihre Jacke, Rucksack, Tasche oder was auch immer kaufen. Dann darf der, die, das da auch sitzen.
  • dass viele Versicherungsvertreter, Verkäufer und andere berufstätige Menschen so gar keinen Wert auf Datenschutz legen. Da steht der Laptop geöffnet auf dem Tisch und die Nachbarn und Hintersitzer dürfen interessiert mitlesen. Gestern saß ich auf dem Rückweg im Gang, direkt neben mir saß ein Kollege von mir. Auf der anderen Seite am Gang saß ein Beschäftiger der würt*tem*berg*ischen Versicherung, der kräftig in die Tasten haute. Weil Frau Landgeflüster solche Offenheit ziemlich unprofessionell findet, konnte sie es sich nicht verkneifen scheinbar interessiert mitzulesen und dem Kollegen zu erzählen, dass sie es unseriös findet, wenn Versicherungsmenschen im Zug so offenherzig mit Kundendaten umgehen. Als ich meinem Kollegen dann sagte, wenn ich eine Versicherung bei der Würt*tem*berg*ischen hätte, würde ich sie jetzt sofort kündigen, guckte der V-Mann ganz böse. Ich glaube, er mochte mich nicht.
  • wie viele Reisende sich trauen, im rauchfreien Bahnhofsbereich der großen Stadt zu rauchen. Kaum hält ein ICE an, springen ganz schön viele Reisende aus dem Waggon, zünden sich eine Zigarette an und saug, saug, saug, als gäbe es keinen Morgen mehr. Beim Pfiff vor der Weiterfahrt werfen sie sich gegenseitig die Kippen vor die Füße und springen schnell in den Zug. Das sieht ziemlich komisch aus.
  • wie viele Mütter ihre Kinder hinter der weißen Haltelinie lassen, auch wenn Züge einfahren. Unverantwortlich! Hallo, schon einmal von der Sogwirkung eines Zuges gehört??? Ich bin ja auch nicht die Schwerste und kann Ihnen versichern, so ein Zug kann ganz schön mitreißend sein. Sogar wenn man 2-3 Meter hinter der weißen Linie steht.
  • dass so viele Menschen plötzlich und unerwartet komplett gelähmt werden, wenn sie aus dem Zug steigen oder auf den Bahnsteig gehen. Diese Lähmung tritt ausgerechnet direkt an der Treppe ein und je größer die Koffer, desto gelähmter die Reisenden. Kein anderer Mensch kommt an ihnen vorbei. Besonders ärgerlich für die Reisenden, denen nur ganz wenig Zeit für das Umsteigen bleibt. Das gleiche Phänomen tritt fast täglich an der Zugtür auf. Da stehen Leute bewegungslos ganz eng beieinander vor der Tür, dass man selbst kaum aussteigen geschweige denn vom Bahnsteig gehen kann. Da helfen dann nur Ellenbogen oder ein strahlendes Lächeln: „Hallo? Wenn Sie mir nicht ein wenig Platz machen, komme ich nicht raus und Sie nicht in den Zug.“ Außer den Gelähmten gibt es noch die Hyperkativen, aber die sind auch doof. Das sind diejenigen, die in den Zug drängeln, obwohl andere noch aussteigen wollen.

Natürlich wundert sich Frau Landgeflüster nicht wirklich, denn scheinbar ist es normal. Sonst würde sie es ja nicht täglich erleben. In diesem Sinne: allzeit gute Fahrt!

Die Männer kickern seit Stunden im nicht wirklich geheizten Stall. Echte Männer eben! Frau Landgeflüster hat sich einen von der liebsten Freundin geliehenen Film angeschaut und nicht durchgehalten. Dabei hat sie es echt versucht. Aber „One last dance“ hat sie schauspielerisch und handlungstechnisch gar nicht überzeugt. Schade, aber ist so. Nach einer Stunde hat Frau Landgeflüster sich von Herrn Swayze verabschiedet, nachdem sie nebenbei auch ein wenig im Internet gestöbert hat. Gut, dass der Michelmann immer mal wieder schöne Dinge aus dem Fernsehen für mich aufnimmt. Ich habe mich mit Frau Müller und „Inas Nacht“ amüsiert und jetzt gucke ich, was mein Fernsehen noch zu bieten hat. Ohne Laptop. Gute Nacht.

Sie wissen ja, dass der Michelmann ganz oft am Wochenende die Welt retten muss. Damit das nicht zu fies für ihn ist, hat er dafür ab und zu einen freien Tag in der Woche. Es wäre zwar toller, wenn er am Wochenende zuhause bleiben dürfte, aber so ein freier Tag ist auch mal ganz schön. Für den Michelmann, weil er dann macht, was er möchte. Aber auch für Frau Landgeflüster.

Heute Abend hat sich der Michelmann seine Kindergartenfreunde zum Kickern eingeladen. Für das große Turnier hat er heute eingekauft. Ein Bierfässchen ist im Stall, Salztstangen und Chips stehen bereit, aber auch alkoholfreies Bier und Cola. Was Männer eben so mögen. Und weil der Michelmann der weltbeste Einkaufsmensch ist, hat er auch für Frau Landgeflüster eingekauft. Sie erinnern sich vielleicht noch daran, dass Frau Landgeflüster sehr gern Schokoladenpudding isst. Und weil das eben so ist, hat er heute beim Einkauf auch neues Puddingpulver gekauft. Und eine Tafel Schokolade.

Der Michelmann hat aber nicht nur Puddingpulver und Schokolade eingekauft, sondern – hahaha, jetzt schauen Sie sich das einmal an! Er hat auch vier so kleine Schüsselchen gekauft und sie zuhause mit frisch gekochtem Pudding gefüllt.

So können wir beide morgen und übermorgen einen Schokopudding mit Mandelstückchen mit zur Arbeit nehmen. Ganz ehrlich, für diese Art Überraschung liebe ich den Michelmann. Ich finde dies ganz zauberhaft.

Er hat auch das Abendessen für uns zubereitet. Einen leckeren Gemüseauflauf mit Hack vom Angusrind. Hm, so lecker.

Wir haben zum Dessert eine Tasse Kaffee getrunken und ein Stückchen Schokolade gelutscht. Der Michelmann hat für jeden zwei Stücke spendiert, aber sie war so schokoladig, dass wir beide mit einem zufrieden waren. Sie mögen uns Streber nennen oder langweilig finden. Wir waren aber einfach gesättigt von dem Auflauf.

Bei uns im Esszimmer ist es jetzt noch viel kuscheliger als sonst. Unsere Deckenlampe ist nämlich etwas verwirrt. Es ist eine mit eingebauten Dimmer, der nicht kaputt ist, aber von irgendeiner Funkfrequenz im Dorfe gestört wird und daher jede Sekunde die Lichtstärke verändert. Um nicht ganz kirre zu werden, lassen wir sie aus und beleuchten das Zimmer mit der Stehlampe, Kerzen und der kleinen Lampe aus dem Gartenwohnzimmer.

Witzigerweise merken wir erst jetzt, dass wir im Esszimmer die einzige wirklich hell leuchtende Deckenlampe haben hatten. Im Kaminzimmer haben wir gar keine Deckenlampe, in den anderen Zimmer eher schöne denn lichtbringende Kronenleuchter.

Mal schnell ein scharfes ungeblitztes Foto zu machen, ist kaum noch möglich. Blitzfotos selbst mag ich ja gar nicht. Nun gut, schön ist das kleine-Lampen- und Kerzen-Licht ja.

Der Michelmann hat für mich auch schon eine Orange für die Weihnachtsdeko vorbereitet. Das finde ich auch sehr nett, denn ich habe ihn gar nicht darum gebeten.

Sie sehen, meine Dekoration wird wieder sehr schlicht sein. Rot, Gold, Natur. Sie kennen das ja schon aus dem letzten Jahr.

Und apropos Weihnachtsdeko: Wissen Sie, was mir heute erst wieder auffiel? Ich zeige es Ihnen:

An unserer Küchenlampe hängen das ganze Jahr über Weihnachtsanhänger. Die habe ich, als ich sie damals kaufte, so gut befestigt, dass ich für mich entschied sie einfach hängen zu lassen. Die Anhänger sind auch erst auf den zweiten Blick als Weihnachtsteile zu erkennen.

Frau Landgeflüster behauptet jetzt natürlich, dass es eine ganz Jahresdeko ist. Ein Stern und ein Herz für Weihnachten, zwei Anhänger symbolisieren den Sommer und je einer den Frühling und den Herbst. Ist doch überzeugend, oder???

Inzwischen sind die Kindergartenfreunde da und Frau Landgeflüster hat sich in das Zimmer vom Michelmann verzogen. Dort wird sie den Abend ganz entspannt auf dem Sofa verbringen. Ganz unspektakulär, aber Frau Landgeflüster liebt es gerade so wie es ist.

Ihnen wünsche ich ebenfalls einen entspannten Abend. Alles Liebe, Ihre Frau Landgeflüster

Bevor ich Ihnen mein aktuelles, auch von der liebsten Freundin ausgeliehenes Zugbuch zeige, möchte ich Ihnen verraten, dass mein letztes Zugbuch wieder sehr schön zu lesen war. Frau Ingemarsson hat einen ganz wunderbaren Schreibstil, der mir sehr gefällt.

Das aktuelle Buch ist wieder von Monsieur Lelord. Das Fünfte, das ich von ihm lese.

Zur Zeit lese ich nur morgens auf der Fahrt in die große Stadt. Der ICE, mit dem ich dann fahre, ist immer recht leer und leise. Auf der Nachhausefahrt unterhalte ich mich meist mit meinem Sitznachbarn und lese am IwiPhone Ihre Blogs. Deshalb wird mich dieses Zugbuch bestimmt die ganze Woche begleiten. Und das ist gut so.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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~japanische Weisheit~

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