Du durchsuchst gerade das Tagesarchiv für den Januar 14, 2011.

  • Heute wollte ich eine längere Zugfahrt, um meine “Kleine Schiffe” in Ruhe lesen zu können. Der Bummelzug ist wesentlich leerer und kommt auch nur 15 Minuten später an.
  • Das war eine kluge Entscheidung! Ich musste ein wenig weinen. Das Buch ist so traurig! Glücklicherweise ist mein Mascara wasserfest. Ich war froh, dass weit und breit kein Mitreisender war und meine Tränen bald wieder trockneten.
  • Lesen Sie dieses Buch nie, nie, nie im Zug. Wenn Sie gefühlskälter als ich sind oder auf Dramen stehen, dann dürfen Sie es natürlich tun.
  • Auf der Rückfahrt habe ich das erste Laptop mit Sichtschutzfolie gesehen! Ich konnte mich noch so anstrengen, es war nichts zu erkennen.
  • Außerdem saßen auf dieser Fahrt nur Menschen mit iPhones um mich herum. Männer bevorzugen die 4. Generation, Frauen die 3.
  • Wenn sich zwei Frauen mit den wohl größten Reisekoffern der Welt im Zuggang treffen, dann geht gar nichts mehr. Kein vor und kein zurück.
  • Nett, wenn die Herren den Damen helfen, das Gepäck im Gepäckfach zu verstauen. Witzig, wenn sie merken, dass die Tasche oder der Koffer schwerer sind als gedacht. Die Gesichtsausdrucke sehen manchmal echt drollig aus.
  • morgen fahre ich schon um kurz nach sechs mit dem Zug. Sehr ungewohnt. Es ist schon so lange her, dass ich täglich um diese Zeit in die große Stadt gefahren bin. Gefühlsmäßig seit vielen Monaten, in echt erst seit 2 1/2.

Bekannterweise ist am Freitag immer unser Haupteinkaufstag der Woche. An diesem Wochentag bekommen wir unsere Biokiste, besucht der Michelmann den Hofladen, bei dem wir Käse und Fleisch kaufen, und den Biosupermarkt, bei dem er alles andere bekommt. Besonders spannend ist immer unsere Gemüse-Obstkiste.

Hier bestellen wir nicht nach Liste, sondern lassen uns immer überraschen. Wenn der Fahrer uns nicht antrifft, deckt er sie sorgfältig ab, bevor er sie versteckt. Das erhöht die Spannung ungemein!

Ein vorsichtiger Blick offenbart wie immer die Eier. Eine Papiertüte bedeutet meist Pilze. Heute Austernpilze!

Wie immer ist ein Gruß und ein Rezeptvorschlag dabei:

Es gibt Obst und Gemüse:

Die Äpfel lagern bei uns immer in einer eigenen Schale, deshalb sieht es so wenig aus. Da ich gestern die letzten Erdnüsse genascht habe, hat der Michelmann unseren Nussvorrat wieder aufgefüllt:

Für die Arbeit mische ich täglich ein Müsli für uns aus verschiedenen Getreideflocken und Nusssorten. Dazu gibt es einen Obstsalat und Joghurt. Die Schale, die wir beide mit zur Arbeit nehmen, ist recht groß. Daher werden wir auch beide satt. “Richtig” gegessen wird bei uns ja immer abends wie Sie wissen.

Heute gab es standesgemäß zur Eröffnung der Fußballsaison Currywurst – Pommes. Die Wurst vom Biobauern aus Angusrind und die Pommes in Demeter-Qualität, vom Michelmann geschnippelt. Beides so lecker.

Wenn Sie jetzt Mitleid mit uns haben, wegen der kleinen Portion: jeder bekam zwei. Denn in kleinen Portionen fritiert, schmeckt es am besten. Zum Fritieren verwenden wir übrigens keine Industriefette. Das soll ich unbedingt schreiben, meint der Michelmann. Also auch kein Dioxin in den Pommes.

Für Mutter Landgeflüster war es damals nicht so leicht, mich als Nesthäkchen ziehen zu lassen. Aber ich glaube, als sie realisierte, dass mein Auszug auch den Auszug meiner Musikanlage und meiner Schallplatten und CDs (? gab es die damals überhaupt schon?) bedeutete, spätestens da hat sie sich bestimmt gefreut… Als Jugendliche findet man natürlich immer, dass Musik um so besser klingt, je lauter man sie abspielt. Immerhin kannte meine Mutter damals alle Lieder von David Bowie und Janis Joplin.

Seitdem ich denken kann, liebe ich die Musik. Aufgewachsen bin ich mit der großen Schlagersammlung meiner Eltern und den 50 er Jahre Singles meines Vaters. Wie habe ich sie geliebt. Später, mit neun bekam ich einen wunderschönen roten Plattenspieler und je älter ich wurde, um so mehr Schallplatten kaufte ich mir. Als ich auszog durfte ich die Singles meines Vaters mitnehmen und ich halte sie noch immer in Ehren. Genau wie meine alten Schallplatten. Der Michelmann tickt da glücklicherweise genau wie ich und so veranstalten wir auch oft Musikabende. Davon habe ich Ihnen ja bereits öfter berichtet. Nun hat der Michelmann sich sein Zimmer neu eingerichtet. Deshalb räumt und kramt er jeden Abend herum, um alles wieder zu verstauen, was während der letzten Tage im Arbeitszimmer zwischengelagert war. Und während er heute den Endspurt einlegt, lege ich Schallplatten auf. Singles.

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal die Singles in der Hand hatte. Der Michelmann hat sie mir in die Hand gedrückt und ich habe sie sortiert. Und gleichzeitig die ein oder andere aufgelegt.

Auf dem Foto erkennen Sie meinen vielfältigen Musikgeschmack. Die Schiwago-Platte stammt allerdings aus der Sammlung meines Vaters. Diese Single habe ich damals total geliebt:

Und auch diese. Ich mochte eben schon immer Powerstimmen, egal ob weiblich oder männlich.

Meine Single-Sammlung werde ich nie hergeben. Auch wenn wir einen Schallplattenspieler haben, mit dem ich sie digitalisieren könnte. Aber das wäre nicht das Gleiche, denn normalerweise würde ich wohl nicht auf die Idee kommen, diese Lieder als CD zu hören.

Der Musikgeschmack ändert sich ja glücklicherweise mit zunehmender Reife. Und tanzen lässt sich noch immer ganz wunderbar nach dieser Musik. Für die Tänze mit dem Michelmann dürfen es dann diese Platten sein:

Als Vorschulkind war ich ja so in Peter Alexander verliebt! Vielleicht möchten Sie auch sehen, wo es sich ganz wunderbar sitzen lässt, um Musik zu hören.

Ich selbst kann da nicht gut Musik hören, weil ich ja immer tanzen muss. Wenn ich dann ausgepowert bin, kann ich mich auf eines der beiden Sofas werfen, die der Michelmann im Zimmer hat.

Der Michelmann hat sich für gelbe Glühbirnen in seinen Kugellampen entschieden. Daher sind die oberen Fotos etwas gelbstichig. Aber ich finde der Michelmann hat sich gut entschieden. Mir gefällt sein Zimmer richtig gut. Mit den hellen Regalen und den umgestellten Sofas sieht es weeeesentlich größer aus. Ich fühle mich hier pudelwohl und der Michelmann auch!

Ich höre tagsüber gwöhnlich äußerst selten Radio. Klar, im Auto und bei der Arbeit ja auch schlecht möglich. Morgens aber, da höre ich “Frühstück bei Stefanie” und die Nachrichten.

Heute in den Nachrichten natürlich die Hauptthemen die Unwetter in Brasilien und Australien, das Hochwasser in Deutschland und noch immer der Futtermittelskandal.

Gestern schon habe ich die furchtbaren Bilder der Naturkatastrophe in Brasilien im Fernsehen gesehen. Schlimm. Beeindruckt hat mit eine Australierin, die im Interview vom australischen Geist und der positiven “Wir packen es an-Wiederaufbaustimmung” erzählte. Kein Klagen, stattdessen das einfach so Hinnehmen und die Hilfsbereitschaft untereinander. Menschen, die alles verloren haben Bewundernswert! Seitdem spüre ich ein Gefühl der Scham. Nie wieder möchte ich über schlechtes Wetter oder Sturmschäden im Garten jammern. Möge ich diesen Vorsatz nie wieder vergessen.

Seit der Meldung über die Rücktrittsforderungen von Frau Aigner der Grünen grüble ich darüber nach, was konkret die damalige rot-grüne Regierung getan hat, um uns vor den letzten Skandalen zu schützen. Ich bekomme zu wenig mit oder vergesse zu schnell. Bin gespannt auf Frau Aigners “Maßnahmen” …

Apropos Maßnahmen: Bei Stefanie habe ich gelernt, dass das “Dschungelcamp” eine Wiedereingliderungsmaßnahme für prominente Arbeitslose ist und diese verpflichtet sind, daran teilzunehmen. Wegen dem Arbeitslosengeld und so. Sehr amüsant die Diskussion im Bistro heute morgen.

Und jetzt auf in den Zug! Einen schönen Tag für Sie!

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.

~japanische Weisheit~

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