Den heutigen Tag habe ich im Garten verbracht und auch jetzt, um kurz vor 5, sitze ich noch in meinem Gartenwohnzimmer und freue mich über diesen traumhaft schönen Tag hier zu hause.

Der Michelmann hat das Haus kurz nach neun verlassen, weil er an diesem Wochenende die Welt retten muss. Nachdem ich noch ein bisschen gebügelt und im Haus gewerkelt habe, bin ich um zehn in den Garten gegangen, um unseren Bauerngarten für das Gartenjahr vorzubereiten. Das war mein Plan für heute.

Dass ich das erste Mal in diesem Monat ganz schmerzfrei aufgewacht bin, hat mich so dermaßen motiviert, dass ich vier Stunden im Bauerngarten gewerkelt habe. Unterbrochen nur von einem Mittagessen…

… und einer recht kurzen Apfel-Pause, ….

… die lesenderweise im Gartenwohnzimmer verbrachte. Windgeschütz.

Für jedes der vier Beete des Bauerngartens brauchte ich eine Stunde. Mich hatte der Ehrgeiz gepackt, alles ganz sauber zu machen. Ich werde später im Gartengeflüster das Ergebnis präsentieren. Nachdem ich mit dem Bauerngarten zufrieden war, habe ich mir ein paar Zeitschriften geschnappt und mich ein wenig erholt.

In der ersten Zeitung las ich einen netten Artikel über den Frühling im Garten und wie man das Gartenjahr beginnen könnte. Irgendwie zog es mich wieder magisch in die Beete. Es haben sich eine Menge Gräser in den Beeten im großen Gartenteil breit gemacht und auf die habe ich mich gestürzt. Die richtige Arbeit, um den Gedanken freien Lauf zu lassen. Mein Gedanke schweiften zu dem gestrigen Artikel von der Freidenkerin und darüber hinaus dachte ich darüber nach, wie sich die Welt nach der furchtbaren Katastrophe in Japan verändert hat.

Während ich versuchte meine kleine private Welt zu verschönern, kam mir der Gedanke, welche Chance sich uns allen in diesen Tagen auftut. Der Michelmann und ich haben ja keine Kinder, denen wir unser Haus und den Garten vererben können. Aber dennoch bin ich jeden Tag bestrebt, dieses kleine Stückchen Heimat zu verschönern und in aller Linie uns, aber damit ja auch demjenigen, der nach uns hier einmal wohnen wird, einen Ort zu bereiten, an dem er hoffentlich genauso glücklich und zufrieden leben kann, wie wir.

Es sollte unser aller Anliegen sein, nicht nur die eigene kleine Welt zu verbessern, sondern auch die große Erde, die wir unseren Nachfahren vererben werden. Ich freue mich sehr, dass ich täglich 1-2 Mails erhalte, in denen mir Leser schreiben, dass sie angeregt durch den ein oder anderen Eintrag im Landgeflüster ihren Stromanbieter gewechselt haben. Als ich im letzten November über den Castortransport und der Demo in Dannenberg schrieb, meldeten sich auch der ein oder die andere. Aber da war die Situation noch eine andere, deshalb waren es nicht so viele. Trotzdem machte es mich schon damals total glücklich und auch ein ganz bisschen stolz, weil ich das Gefühl hatte, zumindest ein ganz klein bisschen dazubeizutragen, dass unsere Welt vielleicht ein bisschen besser wird.
Seitdem ich mich mit 14 nach meiner Konfirmation der Friedensgruppe unserer Kirche anschloss, mache ich mir Gedanken über den Beitrag, den ich als einzelner Mensch für diese Welt leisten kann. Ich komme aus einer Generation, in der Sätze wie “Jute statt Plastik” usw. geprägt wurden. Und dieser Wunsch ein Weltverbesserer zu sein, ist seitdem in meinem Herzen verankert.

Ich bin froh, dass der Michelmann genauso tickt wie ich. In den 15 1/2 Jahren, die wir nun zusammen sind, haben wir unsere Lebensweise gemeinsam ganz konsequent verändert. Klar, manche Dinge sind schon immer ganz selbstverständlich. Einkauf nie ohne Einkaufskorb oder -kiste, Mülltrennung, Licht ausschalten, kein Gerät auf standby, Joghurt und Milch wenn möglich in Mehrwegglasflaschen kaufen, usw. usf. Da ich seit Jahren Mitglied bei greenpeace bin, lag es nahe, auch den Strom von greenpeace energy zu beziehen.
Aber einige Dinge haben wir erst in den letzten Jahren richtig konsequent geändert. So ernähren wir uns seit dem letzten Herbst komplett nur noch mit Bioland- und Demeter- Produkten. Sie wissen ja, dass wir beide sehr gern kochen und noch lieber essen. Unabhängig davon, dass uns diese Lebensmittel wesentlich besser schmecken, es macht einfach Spaß, sich mit so hochwertigen Produkten zu beschäftigen. Wir kochen wesentlich kreativer und abwechslungsreicher als früher. Und ein Einkauf im Hofladen oder kleinen Biosupermarkt macht einfach viel mehr Spaß als sich beim Discounter durch die Billigmassenprodukte zu wühlen.

Die Herstellung dieser Lebensmittel dient auch der Umwelt. Natürlich macht es Sinn soweit wie möglich auf regionale Produkte zurückzugreifen. Schade, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, wie wir hier mit unseren Hofläden und Bioproduzenten im Landkreis. Ich bin dankbar, dass wir beide diesen Luxus haben, der uns unsere Lebenweise so vereinfacht. Vielleicht ist dies auch überhaupt der Grund, warum wir sie gewählt haben. In einer großen Stadt ist es leider nicht so einfach. Aber es gibt so viele ganz kleine Dinge, mit denen wir die Welt verbessern können. Und viele kleine Teilchen zusamengesetzt, ergeben ein großes Puzzle. Wollen wir gemeinsam die Welt verbessern? Ich finde, es ist eine schöne Aufgabe, gemeinsam dafür zu sorgen, dass die nachfolgenden Generationen ohne Angst in die Zukunft schauen können.


20 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
März 19, 2011 um 18:51
freidenkerin
Danke für den Link!
Zwar bin ich ein ganz klein bisserl “zu jung”, um noch den legendären 68-ern angehören zu können. Doch den sparsamen und achtsamen Umgang mit Energien und der Umwelt bin ich seit Kindesbeinen an gewöhnt – meine Eltern konnten nie die Entbehrungen und die Not der Nachkriegszeiten vergessen, da waren solche Dinge wie z. B. Licht ausschalten, wenn man sich nicht im Raume aufhält, gang und gäbe…
Ich wünsche euch ein trotz allen Widrigkeiten, trotz allem Leid ein schönes und erholsames Wochenende!
Ganz herzliche Grüße!
März 19, 2011 um 20:17
Frau Landgeflüster
Dir auch ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße zurück.
März 19, 2011 um 19:39
Birgit
Moin,
danke für die schönen Bilder. Wir haben zwar kein Häuschen, aber immerhin unseren Balkon heute Frühlingstauglich gemacht. Bin auch Mitglied bei GP, aber erst seid 5 Jahren.
Vieles kann ich nachvollziehen, weil ich ähnlich empfinde. Vor allen Dingen mit der Ernährung. An dem Scheitelpunkt bin ich bzw. sind wir jetzt angekommen. Habe vorgestern meine erste Bio-Kiste geschenkt bekommen *ggg* – war ein kleines Dankeschön für einen Gefallen.
Jetzt laufe ich seit 2 Tagen durch die Gegend und weiß nicht was ich machen soll *gg* – kreativ bin ich nicht grade. Aus dem meisten Gemüse werde ich morgen einen Frühlingseintopf machen. Und für den Rest findet sich auch noch was.
März 19, 2011 um 20:17
Frau Landgeflüster
Wenn mir mal nichts einfällt, gibt es einen schönen Gemüseauflauf. Das schmeckt auch immer
März 19, 2011 um 19:55
mayarosa
Liebe Frau Landgeflüster,
den Wunsch, die Welt zu verbessern kann ich gut nachvollziehen. Geht mir ganz ähnlich. Ich bin seit einer gefühlten Ewigkeit bei amnesty international und Ärzte ohne Grenzen. Und ich bin sicher, jeder, ob im Dorf oder in der Großstadt, kann in seiner persönlichen Umgebung viele kleine Dinge anders machen und damit etwas bewegen.
Und für alle, die vielleicht nicht genügend Geld haben, von Bioland und Demeter zu leben: auf dem Markt – und einen solchen gibt es in kleinen und großen Städten – verkaufen viele regionale Gemüsebauern zu Preisen, wie sie auch Supermärkte verlangen, aber mehr regional hergestellte Waren, weniger industriell gefertigt und weniger verpackt. Mir persönlich ist ein Elstar-, Topas- oder Berlepsch-Apfel aus der Region auch ohne Biosiegel lieber, als ein eingeschweißter Bio-Granny-Smith- oder Golden Delicous-Apfel aus Argentinien.
März 19, 2011 um 20:16
Frau Landgeflüster
Liebe Mayarosa,
da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich würde auch eher einen regionalen Apfel kaufen, als einen Übersee-Bio-Apfel, wenn ich keinen regionalen Bio-Apfel bekommen würde. Wir geben aber insgesamt nicht so viel mehr aus, nur weil es Demeter oder Bioland ist. Meine Geschmacksnerven haben sich in den letzten Monaten so geändert, dass ich vieles gar nicht mehr mag, wofür ich früher einiges Geld ausgegeben habe: Süßigkeiten zum Beispiel.
Liebe Grüße!!
März 19, 2011 um 20:40
zimtapfel
Ich habe mich auch total gefreut, als vor ein paar Monaten eine Bloggerin schrieb, das sie – angeregt durch einen Artikel von mir – endlich den Schritt zum Ökostrom-Anbieter gewagt hat. Und in den letzten Tagen habe ich wieder vermehrt Klicks auf meinen Atomausstieg-selbermachen-Link zu verzeichnen, der da ja schon seit letzten Herbst steht. Wenn nur ein Bruchteil davon ernst macht, ist das schon toll!
Und die Biokiste hab ich jetzt auch endlich geordert, am Dienstag kommt sie zum ersten Mal. Was bin ich gespannt!
März 20, 2011 um 9:00
Frau Landgeflüster
na, dann wünsche ich schon einmal guten Appetit!
März 19, 2011 um 21:29
april
Wieder mal ein wunderbarer Artikel. Ich werde in mich gehen, was wir noch alles verbessern können. Bei sich selbst ist es eben am leichtesten. Andere überzeugen ist schon schwerer.
März 20, 2011 um 8:59
Frau Landgeflüster
das stimmt. Es selbst tun, davon berichten und hoffen, dass der ein oder die andere sich davon inspiriert fühlt, mitzumachen.
März 20, 2011 um 8:46
katerwolf
wie schön sich das anhört. die sonne scheint regelrecht aus deinen zeilen heraus
und ich freue mich sehr zu lesen, dass du schmerzfrei bist, weiter so!!!
alles liebe, katerwolf
März 20, 2011 um 8:56
Frau Landgeflüster
♥
März 20, 2011 um 8:50
Frau Tonari
100% Wasserkraft…
Unser Strom: Ein großes Danke an Frau Momo, Bigi und nicht zuletzt auch an Frau Landgeflüster fürs Sensibilisieren im vergangenen Jahr. Und Ihr so?……
März 20, 2011 um 10:11
Ilsa
Ein schöner Beitrag, danke! Manchmal denkt man ja, als Einzelner kann man nichts tun, aber das stimmt nicht. Schon jeder einzelne kleine Schritt ist ein Anfang, und wenn viele Einzelne viele kleine Schritte gehen, dann ergibt sich daraus eine große Summe, die auch etwas bewirken kann. Deswegen gehe ich auch meine kleinen Schritte und bin stolz, wenn ich bei meinen mittlerweile recht großen Jungs sehe, dass sie die auch gehen – wieder zwei Menschen mehr, die sich daran beteiligen, die Welt ein wenig besser zu machen.
Und dir, liebe Eva, wünsche ich, dass die Tage schmerzfrei bleiben!
Ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Ilsa
März 20, 2011 um 10:25
Lisa
Schön, dass Sie mit Ihren Ideen und Maßnahmen so viele Menschen erreichen! Die Dinge, die ich bisher umgesetzt habe, ähneln Ihren Maßnahmen sehr stark. Und wenn jeder nur das tun würde, könnten wir die Welt gemeinsam schon sehr viel besser machen. Ein Blog, der mich auch sehr zum Nachdenken angeregt hat und mich inspiriert, ist übrigens zerowastehome.blogspot.com.
März 20, 2011 um 10:44
ichbindiegute
Liebe Frau Landgeflüster!
Ich bin so froh, dass es Sie gibt! Und Ihren Blog natürlich, denn sonst wüsste ich davon ja gar nichts.
Gestern habe ich mich auf die Suche nach dem Blogeintrag gemacht, den Sie und die freidenkerin besprochen haben. Und ich muss sagen, ich hätte ihn vielleicht lieber nicht gefunden. Gar nicht gut für die überreizten Nerven.
Um meinen Nerven ein wenig Ruhe zu gönnen werden wir nächste Woche auf unsere Lieblingsinsel fahren. Dort werde ich versuchen ganz auf Internet und Fernsehen zu verzichten. Das wird nicht leicht. Vielleicht schaffe ich das nicht.
Amrum! Waren Sie schonmal dort? Fahren Sie mal hin! Es würde Ihnen sicher gefallen.
Herzliche Grüße
März 20, 2011 um 10:48
Frau Momo
Ich ticke ja in vielem sehr ähnlich wie Du. Bei uns ist auch die Zahnpasta und das Reinigungsmittel aus dem Bioladen. Auch in der Großstadt ist es möglich, sich gut und regional zu ernähren. Und ich gebe Dir Recht, das Einkaufen auf Ökomärkten, in Bioläden ist nicht nur sinnvoller, sondern macht auch viel mehr Spaß.
Ich bin seit meiner Schulzeit auf dem Biotrip, gehöre also zu den alten Ökos….. und bin auch nicht mit allem einverstanden, was so aus Bio geworden ist, weshalb ich auch auf Demeter, Bioland und Naturland achte.
Auch bei Kleidung gucke ich inzwischen sehr genau hin, wobei einfach bei manchem auch Grenzen gesetzt sind… ich verdiene einfach nicht genug, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber da hab ich dann auch wieder das Glück der Großstadt und gehe leidenschaftlich gerne über Flohmärkte oder in Second Hand Läden, woher dann auch der Großteil des Inhaltes meines Kleiderschrankes stammt.
Ich denke, wenn jeder nur ein kleines bißchen sein Einkaufsverhalten reflektieren würde und nicht immer nur nach billig (und damit ja auch meistens nach nicht wirklich wertvoll) guckt, wenn der eigene Körper einem das auch wert wäre, dann sähe die Welt schon anders aus.
Und ich hab es selbst mit Hartz IV geschafft, zumindest Grundnahrungsmittel im Bioladen zu kaufen. Weniger ist eben manchmal mehr.
Sehr interessant dazu war übrigens gestern ein Spiegel Spezial zum Thema auf Vox.
Wir geben relativ viel Geld für gutes Essen aus und für konsequente Bioeinkäufe, aber wir haben auch ne Menge davon.
März 20, 2011 um 12:09
Brigitte
Vollkommen auf einer Linie mit dem, wie wir leben!!!!!!!
Einen schönen sonnigen Sonntag wünsche ich dir
Brigitte
März 20, 2011 um 14:02
GZi
Welch schönes Post – auch wir haben endlich genossen, dass es milder und frühlingshafter wird und da wir gestern Gäste hatten, habe ich die terrassenkübel alle schon bepflanzt. das macht gleich gute Laune und Stimmung!
März 20, 2011 um 20:08
Frau Landgeflüster
@ alle: Vielen Dank für Eure tollen Kommentare! Ich freue mich, dass wir gemeinsam versuchen, die Welt zu verbessern! ♥