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Solange ist das letzte Familientreffen mit meinen Eltern, den drei Schwestern und ihren Familien her. Heiligabend 2009. Unglaublich! Da der Michelmann so oft am Wochenende und auch an den Feiertagen die Welt rettet und meine Schwester mit ihrem Mann 400 Kilometer entfernt wohnt, sind wir auch bei Familienfeiern nie komplett. 17 Monate! Das finde ich ganz doof und deshalb habe ich versucht, ein Familientreffen im Sommer zu arrangieren. Aber leider zeigt sich, dass wir frühstens im Oktober ein gemeinsames Wochenende finden werden, an dem wir uns alle treffen können. Doof, doof, doof. Ich möchte unbedingt in diesem Jahr ein fröhliches Fest feiern. Denn es ist ja wie es ist: meist trifft man sich gezwungenermaßen zu traurigen Anlässen.

Unser gestriger Frauentag verlief ganz anders als geplant. Er wurde noch viel toller! Denn gerade, als ich mein Dessert für das Abendessen vorbereitete, klingelte das Telefon und Vater Landgeflüster fragte, wie es denn mit einem spontanen Besuch wäre. Na, dafür ist Frau Landgeflüster doch immer zu haben. Wildkräuter zupfen und alles andere, was sie sich für den frühen Nachmittag vorgenommen hatte, geht auch an einem anderen Tag.

Also machte ich Dessert fertig…

… hängte danach die Wäsche auf und bereitete auch noch den Teig für die Quiche zu. Und weil ich dabei so herumtrödelte, dauerte es auch gar nicht mehr lange, bis die Eltern Landgeflüster auftauchten. Und wie es immer so ist, wenn man sich recht selten sieht, gab es eine Menge zu erzählen und natürlich auch der obligatorische Spaziergang durch den Garten. Ganz viel Trost für den Kohlrabi, Mangold und Kürbisse, die die Wetterumschwünge der letzten Woche gar nicht gut überstanden haben und Komplimente für den Garten insgesamt, machten mich wieder fröhlicher und zufriedener mit meinem Garten. Gestern war ich ziemlich genervt, weil mein Gemüse das Zeitliche gesegnet hat, obwohl ich mir in diesem Jahr besonders viel Mühe gegeben habe. Ganz schnell verging die Zeit, aber spontan wie wir alle so sind, blieben die Eltern Landgeflüster auch noch zum Kaffee trinken mit der liebsten Freundin.

Als sie uns dann mit 20 Buchsbaumstrecklingen und einer Bibernelle wieder verließen, folgte der nächste Gartenrundgang und die obligatorischen Frauengespräche am Frauentag. Ehe wir es uns versahen, kam auch schon der Michelmann wieder nach Hause. Zeit, das Abendessen vorzubereiten.

Die liebste Freundin durfte sich mit dem Michelmann unterhalten, denn der sollte es sich erst einmal ganz gemütlich machen. Wer am Wochenende die Welt rettet, obwohl es gar nichts zu retten gibt, der verdient besonders viel Aufmerksamkeit.

Der Michelmann kam erst nach sechs nach Hause und trotzdem gab es ganz viele Kohlenhydrate. Das darf auch mal so sein, auch im Hause Landgeflüster. Doch zuerst gab es eine feine Spargelcremesuppe.

Der Hauptgang, ich verriet es bereits, war eine Sparglequiche mit Schinken. Selbst loben ist immer doof, aber die Quiche war ein Traum. Schinken ist immer eine etwas delikate Zutat, denn zu salzig, zerstört er die ganze Speise, zu lasch, fehlt ein entscheidenes Detail. Aber da der Michelmann der weltbeste Einkäufer ist und nur beim besten Fleischbauern im Landkreis direkt auf dem Hof kauft, hat er am Freitag beim obligatorischen Wocheneinkauf eine Schinkenverköstigung gemacht und den perfekten Schinken mit nach Hause gebracht.

Nun gut, ich hätte noch ein wenig Eigelb auf den Teig streichen können, dann sähe die Quiche schöner aus, aber geschmacklich war sie sehr gut.

Da wir nicht nur gerne kochen, sondern auch gerne essen, dauern unsere Dinner immer sehr lange. Ganz nach dem Motto: aus Respekt gegenüber der Küche sollte ein Essen mindestens so lange dauern wie die Zubereitung, besser doppelt solange. Und so war es schon nach weit neun, als wir zum Dessert kamen. Im Garten war es bereits so frisch, dass wir ins Esszimmer umzogen. Der Michelmann kredenzte dazu einen Espresso.

Es war ein ganz wundervoller Tag, der viel zu schnell vorbei ging. Für heute ist schlechtes Wetter mit Gewitter und Starkregen angekündigt. Glücklicherweise ist davon noch nichts zu sehen. Wir konnten im Garten frühstücken und während der Michelmann schon über eine Stunde die Welt rettet, sitze ich mit Läppi im Gartenwohnzimmer und berichte Ihnen von unserem Familien-Frauen-Gartentag.

Solange das Wetter so schön ist, werde ich noch ein wenig im Garten wirbeln. Sollte das Unwetter uns noch erreichen, erwartet mich ein Haufen Bügelwäsche und bestimmt noch die ein oder andere Sache, die ich im Haus erledigen könnte. Wir werden sehen.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sonntag und morgen einen guten Start in die Woche! Machen Sie es fein.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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