Du durchsuchst gerade das Monatsarchiv für den September 2011.


Das Foto des Tages:

Das Zitat des Tages:
“Wetten wir um eine Flasche Sekt, dass Du das nicht aushältst”
Der Michelmann zu Frau Landgeflüster am Frühstückstisch nachdem sie ihm erzählt hat, dass sie für vier oder fünf Wochen das Landgeflüster schließen wird, obwohl ihr Urlaub doch viel kürzer ist.
Das Wetter des Tages:
leicht herbstlich, regnerisch & grau bei 17 °C
Die Hauptaktivität des Tages:
Nach der Arbeit in den Garten. Kettensägenmassaker oder so. Aber erst einmal zuhause ankommen.
Der Film des Tages:
“Dialog mit meinem Gärtner”
Die Musik des Tages:
Revolverhelden
Das Essen des Tages:
Eine Champignon-Tarte
Das Buch des Tages:
“Der Schwarm” (die letzten Seiten!) von Herrn Schätzing.
Das nächste Mal wieder am 10.10.
Die Bürotür zu schließen und zu wissen, dass man sie erst wieder im nächsten Monat öffnen wird.
Dass ich fast jeden Tag in der großen Stadt eine große Schüssel voll Obstsalat mit selbstgemischten Müsli und Joghurt oder Salat in regelmäßig wechselner Zusammenstellung esse, haben die netten Kollegen in den letzten anderthalb Jahren natürlich mitbekommen. Auch, dass es bei uns auf dem Lande ganz viel gute Bioprodukte gibt. An den Papiertüten meines Lieblingsbäckers sehen sie ja, dass dieser ein Bioland- und Demeter-Bäcker ist. Und auf den Papiertüten aus unserem kleinen Supermarkt, in denen ich mein loses Obst oder gekochte Eier einpacke, lesen sie, dass ich im Bioladen einkaufe.
Da ich finde, dass jeder selbst für sein Leben verantwortlich ist, und ich nie versuchen würde, jemanden zu bekehren (wie anmaßend wäre das auch!), gehe ich mit meiner Ernährungsweise nicht hausieren. Ich habe aber sehr aufmerksame Kollegen, die interessiert sind, ohne neugierig zu sein, und fragen, wenn sie etwas genauer wissen möchten. Eine häufige Frage, die mir gestellt wird, ist, wie ich so viel essen könne bei einer Kleidergröße von 34/36 und das ohne Sport zu treiben. Dann erwähne ich natürlich das Kohlenhydrate-Ding und wenn sie erstaunt nachfragen (“Echt, das funktioniert??”), dann erzähle ich auch schon mal, dass der Michelmann allein auf diese Weise in seinem doch recht hohen Alter noch zu einem Sixpack-Bauch gekommen ist.
Vielleicht, weil ich beim Thema Essen so zurückhaltend bin, und ich die Meinung vertrete, dass meine Lebensweise für mich zwar die Richtige ist, aber dies nicht für alle so sein muss, werde ich immer wieder um Tipps und Anregungen gebeten. Ich freue mich aber sehr darüber, dass einige Kollegen inzwischen doch ein bisschen gesünder essen.
Ein Kollege bringt zum Beispiel seit einigen Monaten keinen Kuchen mehr mit, sondern stattdessen ab und zu einen Kohlrabi, weil er weiß, wie gern ich den esse. Den teilen wir dann brüderlich und knabbern genüßlich vor uns hin. Beim ersten Mal sagte er: “Frau Landgeflüster, guck mal, ich habe einen Kohlrabi mitgebracht. Extra für Dich. Und der ist sogar Bio.” Nett, oder? Und er isst jetzt jeden Tag ein bisschen Gemüse und Obst, statt nur noch Süßes.
Da wir ja gerade eine Schwemme von gar wundervollen Äpfeln haben und auch noch ein Rest einer ganz famosen Kürbissuppe (eigene Ernte, die Kürbisse!) übrig war, habe ich mir heute eben diese Suppe und eine große Schüssel Apfelspalten mit in die große Stadt genommen. Wir haben die alten Sorte Uelzener Rambour, die wunderbar fruchtig schmeckt, aber leider nicht lange gelagert werden kann. Also habe ich mir gedacht, ich esse die Äpfel pur am Vormittag und zum Mittag einen großen Teller Eintopf. Ich war ja heute keine Teilzeitschnecke und brauchte deshalb etwas mehr zu essen. Fünf Äpfel habe ich mir geschnippelt.
Wir hatten dann ein kurzes lockeres Meeting am Morgen und so habe ich meine Apfelspalten mitten auf den großen Besprechungstisch gestellt und sie meinen Kollegen angeboten. Und was soll ich sagen? Sie waren ganz verzückt ob des tollen Geschmacks dieser Apfelsorte. Ganz schnell haben sie die Vitamine verschlungen. Glücklicherweise hatte ich auch noch Gebäck vom Lieblingsbäcker mit, so dass ich nicht hungern musste. Und weil die Schüssel so schnell leer war, habe ich sie gefragt, ob sie morgen vielleicht auch Äpfel möchten. Ja, möchten sie. Also werde ich mich morgen mit einer Tüte voller Äpfel in den Urlaub verabschieden. Urlaubsrunden sind zwar bei uns nicht üblich, aber ein Abschiedsgeschenk für alle in Vitaminform ist doch ganz nett. Und für mich schön, weil ich langsam wirklich nicht mehr weiß, wohin mit diesen vielen Äpfeln.


Ich freu mich immer, wenn ein Apfel genau auf den Tisch fällt. Macht sich gut auf dem Foto. Der Apfel bekommt dann zwar eine Prellung, aber das merkt der Apfelsaft gar nicht.
Eine kurze Nacht und furchtbar rücksichtslose Mitreisende am frühen Morgen ließen mich müde in den Tag starten. Normalerweise kann ich nach kurzen Nächten gut im Zug dösen oder manchmal sogar schlafen. Schließlich sind die meisten Reisenden, die um sechs Uhr morgens in den Zug steigen, selbst noch müde oder nutzen die ruhigen Minuten für die Tageszeitung oder ein gutes Buch. Leider steigen auf halber Strecke aber eine bestimmte Spezie Menschen in den Zug, von denen ich immer hoffe, dass sie nicht ausgerechnet in meinen Waggon kommen. Das hoffe nicht nur ich, denn einige Mitreisende aus der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes stöhnen auch auf, wenn sie eintretene Exemplare dieser Menschengruppe erspähen. Es sind übrigens nicht immer die gleichen Personen, aber sie ähneln sich alle.
Da fällt mir ein, habe ich Ihnen überhaupt schon berichtet, dass ich Menschen studiere und zu diversen Themen Doktorarbeiten schreibe? Sehr beliebtes Thema zum Beispiel das Essverhalten am Frühstücksbuffet. Das zumindest erwähnte ich bereits. Heute, nach dieser ganz besonders kurzen Partynacht, hatte ich das Glück leider nicht auf meiner Seite.
Geweckt wurde ich mit einem Fußtritt, bevor ein fetter Rucksack meine Tasche auf den Boden schleuderte. Natürlich folgte keine Entschuldigung. Aber so sind sie, die Rücksichtslosen. Ich fahre ja nun schon fast anderthalb Jahre in die große Stadt und so habe ich viele Testpersonen analysieren können. Die Studie ist natürlich noch nicht wissenschaftlich belegt, aber ich kann Ihnen gern einen ersten Überblick über meine Studienergebnisse vorstellen. Natürlich können Sie meine Ergebnisse nicht verallgemeinern, denn der wichtigste Aspekt meiner Studie ist natürlich die frühe Morgenstunde. Mittags sieht das ganz anders aus!
Also ich stelle Ihnen die durchschnittliche rücksichtloseste Reisende in den frühen Morgenstunden vor:
- ca. 48-53 Jahre alt, zumindest optisch
- zu 90 % weiblich
- eher klein als schlank
- Giftpfeilfrisur (würde der Michelmann sagen)
- immer einen riesigen Rucksack auf dem Rücken, der mit vollem Schwung an- und abgeschnallt wird ohne Rücksicht Hintermänner, Vorderfrauen oder Nachbar/Innen. Alternativ eine riesige Handtasche, oft eine zusätzliche große Tasche.
- formlose Jacke in sehr auffälliger Farbe oder alternativ
farblosTon in Ton von Kopf bis Fuß. - das auffälligste Merkmal: diese Personen können nicht still sitzen. Entweder Husten sie ununterbrochen, rascheln wie blöde mit ihrer Zeitung, ziehen die Nase hoch oder rutschen ununterbrochen auf dem Sitz herum. Frau Landgeflüster holt dann das IwiPhone heraus und hört Musik. Wenn ich vorher nicht gedöst oder geschlafen, sondern gelesen habe, hole ich in meine Ohrstöpsel heraus, stopfe sie mir in die Ohren und lese dann weiter. Das wiederum hat dann oft zur Folge, dass die laute Person mich ganz erstaunt anstarrt. Und das kann ich auch nicht leiden. Aber die Zunge darf ich ja leider nicht rausstrecken und auch nicht sagen, wie doof ich die Unruhe finde. Also ignoriere ich das Drumherum und versuche mich weiter an dem Buch oder an der Musik zu erfreuen.
So, nun wissen Sie, wie das so ist, mit rücksichtslosen Mitreisenden morgens um sechs auf der Fahrt vom platten Lande in die große Stadt. Ich wende mich diesbezüglich gleich mal an eine Expertin aus der riesigen Stadt und frage: “Liebe Frau Meinigkeiten, ist das bei Ihnen in der Welt- und Bankenstadt auch so oder tarnen sich die Rücksichtlosen bei Ihnen besser?”
Es macht irre Spaß, ein Bad auszuwählen. Die Männer, die wir auserkoren haben, uns ein Angebot zu machen, sind auch wirklich willig. Ich muss aber zugeben, wir sind auch sehr pflegeleichte Kunden. Wir wissen genau, was wir möchten, haben 100 %ig den gleichen Geschmack und sind gleichzeitig offen für Anregungen. Nun bin ich gespannt, wie die Angebote aussehen.
Die Entscheidung für den Fliesenleger ist bereits gefallen. Leider werde ich nicht den “Fliesen-voice-Mann” kennenlernen. Zumindest nicht im Zuge der Badrenovierung. Aber ich kann ihn ja ab und zu mal anrufen. Mit Rufnumernunterdrückung natürlich und mich telefonisch beraten lassen. Hahaha, stellen Sie sich das mal vor.
Eines habe ich gelernt. Im Raum Frankfurt ist eine Badrenovierung günstiger als bei uns auf dem platten Lande. Aber da leben ja auch die reichen Banker, und die müssen ihr Geld in Aktien und Gold anlegen und können es deshalb nicht ins Eigenheim investieren.
In diesem Sinne wünsche ich allen badrenovierenden Menschen, die sich ins Landgeflüster verirren, besonders liebe Grüße!
Können Sie die Schale in dem Päckchen erkennen? Es ist eine silbergraue Keramikschale mit Goldrand. Sie stammt aus den fünfziger Jahren und ist sehr, sagen wir mal, stylisch.

Wir haben die Schale irgendwann einmal “geerbt” und sie stand lange Zeit im Regal im Stall, weil sie nicht wirklich in unser Haus passt. Da wir an jedem 06. September zum Geburtstag eingeladen sind und das Geburtstagskind einen eigenen humorvollen Sinn für Geschenke hat, haben wir unser Geschenk vor zwei Jahren in diese Schale getan und verpackt. Anlässlich unserer Gartenparty im letzten Jahr, war unser Geschenk von ihr dann zufällig in dieser Schale versteckt. War klar, dass ich unser Geschenk nun wieder in diese Schale packe, oder?



Ihr Geflüster