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Ich freu mich immer, wenn ein Apfel genau auf den Tisch fällt. Macht sich gut auf dem Foto. Der Apfel bekommt dann zwar eine Prellung, aber das merkt der Apfelsaft gar nicht.

Eine kurze Nacht und furchtbar rücksichtslose Mitreisende am frühen Morgen ließen mich müde in den Tag starten. Normalerweise kann ich nach kurzen Nächten gut im Zug dösen oder manchmal sogar schlafen. Schließlich sind die meisten Reisenden, die um sechs Uhr morgens in den Zug steigen, selbst noch müde oder nutzen die ruhigen Minuten für die Tageszeitung oder ein gutes Buch. Leider steigen auf halber Strecke aber eine bestimmte Spezie Menschen in den Zug, von denen ich immer hoffe, dass sie nicht ausgerechnet in meinen Waggon kommen. Das hoffe nicht nur ich, denn einige Mitreisende aus der Kleinstadt vor den Toren unseres Dorfes stöhnen auch auf, wenn sie eintretene Exemplare dieser Menschengruppe erspähen. Es sind übrigens nicht immer die gleichen Personen, aber sie ähneln sich alle.

Da fällt mir ein, habe ich Ihnen überhaupt schon berichtet, dass ich Menschen studiere und zu diversen Themen Doktorarbeiten schreibe? Sehr beliebtes Thema zum Beispiel das Essverhalten am Frühstücksbuffet. Das zumindest erwähnte ich bereits. Heute, nach dieser ganz besonders kurzen Partynacht, hatte ich das Glück leider nicht auf meiner Seite.

Geweckt wurde ich mit einem Fußtritt, bevor ein fetter Rucksack meine Tasche auf den Boden schleuderte. Natürlich folgte keine Entschuldigung. Aber so sind sie, die Rücksichtslosen. Ich fahre ja nun schon fast anderthalb Jahre in die große Stadt und so habe ich viele Testpersonen analysieren können. Die Studie ist natürlich noch nicht wissenschaftlich belegt, aber ich kann Ihnen gern einen ersten Überblick über meine Studienergebnisse vorstellen. Natürlich können Sie meine Ergebnisse nicht verallgemeinern, denn der wichtigste Aspekt meiner Studie ist natürlich die frühe Morgenstunde. Mittags sieht das ganz anders aus!

Also ich stelle Ihnen die durchschnittliche rücksichtloseste Reisende in den frühen Morgenstunden vor:

  • ca. 48-53 Jahre alt, zumindest optisch
  • zu 90 % weiblich
  • eher klein als schlank
  • Giftpfeilfrisur (würde der Michelmann sagen)
  • immer einen riesigen Rucksack auf dem Rücken, der mit vollem Schwung an- und abgeschnallt wird ohne Rücksicht Hintermänner, Vorderfrauen oder Nachbar/Innen. Alternativ eine riesige Handtasche, oft eine zusätzliche große Tasche.
  • formlose Jacke in sehr auffälliger Farbe oder alternativ farblos Ton in Ton von Kopf bis Fuß.
  • das auffälligste Merkmal: diese Personen können nicht still sitzen. Entweder Husten sie ununterbrochen, rascheln wie blöde mit ihrer Zeitung, ziehen die Nase hoch oder rutschen ununterbrochen auf dem Sitz herum. Frau Landgeflüster holt dann das IwiPhone heraus und hört Musik. Wenn ich vorher nicht gedöst oder geschlafen, sondern gelesen habe, hole ich in meine Ohrstöpsel heraus, stopfe sie mir in die Ohren und lese dann weiter. Das wiederum hat dann oft zur Folge, dass die laute Person mich ganz erstaunt anstarrt. Und das kann ich auch nicht leiden. Aber die Zunge darf ich ja leider nicht rausstrecken und auch nicht sagen, wie doof ich die Unruhe finde. Also ignoriere ich das Drumherum und versuche mich weiter an dem Buch oder an der Musik zu erfreuen.

So, nun wissen Sie, wie das so ist, mit rücksichtslosen Mitreisenden morgens um sechs auf der Fahrt vom platten Lande in die große Stadt. Ich wende mich diesbezüglich gleich mal an eine Expertin aus der riesigen Stadt und frage: “Liebe Frau Meinigkeiten, ist das bei Ihnen in der Welt- und Bankenstadt auch so oder tarnen sich die Rücksichtlosen bei Ihnen besser?”

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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~japanische Weisheit~

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