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Dass ich fast jeden Tag in der großen Stadt eine große Schüssel voll Obstsalat mit selbstgemischten Müsli und Joghurt oder Salat in regelmäßig wechselner Zusammenstellung esse, haben die netten Kollegen in den letzten anderthalb Jahren natürlich mitbekommen. Auch, dass es bei uns auf dem Lande ganz viel gute Bioprodukte gibt. An den Papiertüten meines Lieblingsbäckers sehen sie ja, dass dieser ein Bioland- und Demeter-Bäcker ist. Und auf den Papiertüten aus unserem kleinen Supermarkt, in denen ich mein loses Obst oder gekochte Eier einpacke, lesen sie, dass ich im Bioladen einkaufe.

Da ich finde, dass jeder selbst für sein Leben verantwortlich ist, und ich nie versuchen würde, jemanden zu bekehren (wie anmaßend wäre das auch!), gehe ich mit meiner Ernährungsweise nicht hausieren. Ich habe aber sehr aufmerksame Kollegen, die interessiert sind, ohne neugierig zu sein, und fragen, wenn sie etwas genauer wissen möchten. Eine häufige Frage, die mir gestellt wird, ist, wie ich so viel essen könne bei einer Kleidergröße von 34/36 und das ohne Sport zu treiben. Dann erwähne ich natürlich das Kohlenhydrate-Ding und wenn sie erstaunt nachfragen (“Echt, das funktioniert??”), dann erzähle ich auch schon mal, dass der Michelmann allein auf diese Weise in seinem doch recht hohen Alter noch zu einem Sixpack-Bauch gekommen ist.

Vielleicht, weil ich beim Thema Essen so zurückhaltend bin, und ich die Meinung vertrete, dass meine Lebensweise für mich zwar die Richtige ist, aber dies nicht für alle so sein muss, werde ich immer wieder um Tipps und Anregungen gebeten. Ich freue mich aber sehr darüber, dass einige Kollegen inzwischen doch ein bisschen gesünder essen.

Ein Kollege bringt zum Beispiel seit einigen Monaten keinen Kuchen mehr mit, sondern stattdessen ab und zu einen Kohlrabi, weil er weiß, wie gern ich den esse. Den teilen wir dann brüderlich und knabbern genüßlich vor uns hin. Beim ersten Mal sagte er: “Frau Landgeflüster, guck mal, ich habe einen Kohlrabi mitgebracht. Extra für Dich. Und der ist sogar Bio.” Nett, oder? Und er isst jetzt jeden Tag ein bisschen Gemüse und Obst, statt nur noch Süßes.

Da wir ja gerade eine Schwemme von gar wundervollen Äpfeln  haben und auch noch ein Rest einer ganz famosen Kürbissuppe (eigene Ernte, die Kürbisse!) übrig war, habe ich mir heute eben diese Suppe und eine große Schüssel Apfelspalten mit in die große Stadt genommen. Wir haben die alten Sorte Uelzener Rambour, die wunderbar fruchtig schmeckt, aber leider nicht lange gelagert werden kann. Also habe ich mir gedacht, ich esse die Äpfel pur am Vormittag und zum Mittag einen großen Teller Eintopf. Ich war ja heute keine Teilzeitschnecke und brauchte deshalb etwas mehr zu essen. Fünf Äpfel habe ich mir geschnippelt.

Wir hatten dann ein kurzes lockeres Meeting am Morgen und so habe ich meine Apfelspalten mitten auf den großen Besprechungstisch gestellt und sie meinen Kollegen angeboten. Und was soll ich sagen? Sie waren ganz verzückt ob des tollen Geschmacks dieser Apfelsorte. Ganz schnell haben sie die Vitamine verschlungen. Glücklicherweise hatte ich auch noch Gebäck vom Lieblingsbäcker mit, so dass ich nicht hungern musste. Und weil die Schüssel so schnell leer war, habe ich sie gefragt, ob sie morgen vielleicht auch Äpfel möchten. Ja, möchten sie. Also werde ich mich morgen mit einer Tüte voller Äpfel in den Urlaub verabschieden. Urlaubsrunden sind zwar bei uns nicht üblich, aber ein Abschiedsgeschenk für alle in Vitaminform ist doch ganz nett. Und für mich schön, weil ich langsam wirklich nicht mehr weiß, wohin mit diesen vielen Äpfeln.

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

 

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~japanische Weisheit~

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