Zum zwölften Mal wird in diesem Jahr im Hause Landgeflüster gefastet. Kein Heilfasten, sondern nur das Verzichten auf einige geliebte Speisen und Getränke. Ich nenne es trotzdem “Fasten”

In der Zeit vom 22. Februar bis zum 8. April werde ich wieder auf Alkohol, Fleisch, Zigaretten, Drogen, Süßwaren (auch Desserts, Kuchen usw.) und Kaffee verzichten. Dabei wird mir der Verzicht auf Kaffee am schwersten fallen, weil er mein Wachmacher am frühen Morgen ist. Vielleicht sollte ich auch auf Gemüse verzichten, das würde mir nämlich richtig schwer fallen. Aber sieben Wochen keine Gemüse? Das, geht nun wirklich nicht. Glück gehabt!

Ich suche mir beim Fasten keine Alternativen, sonst wäre es ja kein richtiger Verzicht. Wenn ich also am Nachmittag auf meinen Kuchen verzichte, esse ich stattdessen kein Käsebrot, um diese Lücke zu schließen. Und ich trinke auch kein alkoholfreies Bier als Ersatz für normales Bier. Alkoholfreies Bier oder alkoholfreien Sekt trinke ich übrigens gar nicht. Auch außerhalb der Fastenzeit nicht. Ich finde Getränke ganz ohne Alkoholgeschmack, -gehalt und -aussehen sind eine bessere Alternative.

Glücklicherweise gibt es inzwischen keine Diskussionen mehr, wenn ich die Einzige bin, die an der Kaffeetafel einen leeren Teller vor sich hat, oder bei der Party als Einzige keinen Begrüßungssekt trinkt. Das war in meinen ersten Fastenjahren leider nicht so. Besonders die Familie vom Michelmann kam damit gar nicht klar. Aber nach nun mehr als zehn Jahren hat es sich überall herumgesprochen und ich werde nicht mehr genötigt. Keine Rechtfertigungen und Entschuldigungen mehr, damit lässt es sich viel einfacher fasten. Schließlich liegen in der Fastenzeit viele Geburtstage im Familien- und Freundeskreis und da ist die Verführung eh schon groß genug.