Winterpostelein ~ ein feines Wunder der Natur

Über meine Begeisterung über den Winterpostelein, der sich in diesem Winter in unserem Garten ausgebreitet hat, habe ich Ihnen ja bereits berichtet. Heute möchte ich Ihnen einige Anregungen für die Verwendung in der Küche geben, damit Sie sehen, wie vielseitig dieses gesunde Kraut ist.

Am wertvollsten ist Winterpostelein als Rohkost, da er da den höchsten Vitamin C-Gehalt hat. Ich liebe die Kombination mit noch warmen gedünsteten Zwiebeln oder in Verbindung mit Früchten. In der Weihnachtszeit eignen sich frische Orangen mit einem Orangenjoghurt-Dressing. In der letzten Woche habe ich eingelegte Pfirsche verwendet, die ich von der Torte übrig hatte.

Die Zutaten für den Winterposteleinsalat mit gedünsteten Zwiebeln:

  • Winterpostelein
  • geröstete Sonnenblumenkerne (ohne Fett in der Pfanne rösten)
  • noch warme gedünstete Zwiebelringe
  • Salz
  • Pfeffer

Die Zutaten für den Winterposteleinsalat mit Fruchtjoghurt als Dressing:

  • Winterpostelein
  • Lauch in Streifen geschnitten (kein Muss)
  • Feldsalat (kein Muss)
  • Erdnüsse und/oder Walnüssen
  • Früchte (Orange, Clementine, o.a.)
  • Joghurt
  • evtl. etwas Zucker (falls die Frucht zu sauer ist)
  • Olivenöl
  • Pfeffer

Zunächst den Lauch in ganz feine Streifen schneiden und mit den Winterpostelein und Feldsalat mischen. Dazu die Erdnüsse und Walnüsse, etwas Pfeffer und Olivenöl geben und alles gut verrühren. Nun Fruchtfilets mit Joghurt pürieren und bei Bedarf etwas Zucker hinzugeben (ich nehme gern selbstgemachten Orangenzucker). Vor dem Servieren das Dressing gleichmäßig auf den Salat geben.

Die Zutaten für einen gemischten Salat mit Winterpostelein:

  • Winterpostelein
  • Olivenöl
  • Essig
  • Salz
  • Pfeffer
  • frische Kräuter und weitere Salatzutaten nach Wunsch
  • Früchte wie Orangen oder Pfirsiche (auch eingelegt) und/oder frisches Gemüse

Diese Zutatenliste habe ich nur aufgeführt, weil Winterpostelein auch super in der Kombination mit anderen Gemüsen wie Tomaten und Gurke oder anderen Blattsalaten und einem ganz simplen Dressing schmeckt.

Aber auch als warm kann man Winterpostelein prima verwenden, z.B. in der Falafel.

Die Zutaten für die Falafel:

  • 260 gr. getrocknete Kichererbsen
  • 2 Hände voll Winterpostelein
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • 1 EL Mehl
  • Öl für die Pfanne

Zunächst werden die getrockneten Kichererbsen etwa 10 Stunden eingeweicht. Die Zwiebel und den Knoblauch hacken und andünsten. Nun die abgetropften Kichererbsen mit dem Winterpostelein grob pürieren. Gewürzt habe ich dies mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel. Danach das Mehl und die Zwiebeln in den Mus geben und alles noch einmal durchmixen. Jetzt kleine Bällchen formen und diese in ausreichend Öl in der Pfanne ausbacken.

Eine weitere Möglichkeit Winterpostelein ist, es als Rahmgemüse zuzubereiten.

Die Zutaten:

  • Winterpostelein
  • 1 kleine Zwiebel
  • 40 ml Sahne
  • 40 ml passierte Tomaten
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • 1/2 TL Speisestärke

Zuerst den Winterpostelein und danach eine kleine Zwiebel fein hacken. Erst die Zwiebel im Topf anschwitzen, danach den Winterpostelein dazugeben.

Anschließen die Sahne, die passierten Tomaten mit dem Pfeffer, Zucker und Salz verrühren und die Speisestärke einrühren. Diese Mischung auf das Gemüse geben, kurz aufkochen lassen, damit die Stärke binden kann und anschließend Servieren. Passt hervorragend zu Kartoffelpüree.

Zum Schluss kann ich Ihnen auch noch eine Gemüsepfanne mit Winterpostelein empfehlen. Diese Variante passt auch sehr gut zu Reis.

Die Zutaten:

  • Winterpostelein
  • Zwiebel
  • Champignons
  • Walnüsse oder geröstete Sonnenblumenkerne

Zunächst die Zwiebeln in Öl andünsten, dazu die Champginons geben und ebenfalls dünsten, zum Schluss den Winterposteln und die Walnüsse bzw. Sonnenblumenkerne hinzufügen. Wer mag, kann natürlich mit den Zwiebeln auch Hackfleisch mit anbraten. Ich selbst bevorzuge die vegane Variante.

Wenn Sie bereits länger bei mir mitlesen, wissen Sie sowieso, dass meine Zutatenlisten eher Anregungen denn Rezepte sind. Alles ist „Pi mal Daumen“ berechnet und alle Zutaten vielseitig abwandelbar. Statt Sonnenblumenkerne können Sie Erdnüsse, Haselnüsse, Cashewkerne Sesam usw. nehmen, je nachdem, was Sie im Hause habe. Statt Feldsalat oder Lauch verwenden Sie gern etwas anderes Grünes oder Buntes wie Tomaten oder Paprika. Salate lassen sich auch mit Streifen von Hähnchen- oder Putenfleisch, geräuchertem Fisch oder Ei ergänzen

Dass die Gemüseauswahl in meinen Zutatenlisten oft wenig abwechslungsreich ist, liegt daran, dass wir versuchen, saional einzukaufen. Frische Tomaten also nur, wenn sie bevorzugt aus unserem Garten stammen oder im Ausnahmefall frisch aus einem Gewächshaus in der Region. Das Gleiche gilt für das andere Gemüse. Früchte gibt es leider manchmal nur aus unseren (europäischen) Nachbarländern. Das versuche ich zwar so wenig wie möglich zu kaufen, aber das lässt sich manchmal nicht vermeiden, um wenigstens ein wenig Gemüse und Obst im Winter zur Verfügung zu haben. Die passierten Tomaten ersetze ich mit den Tomatensaucen, die ich im letzten Jahr eingekocht habe.

Ich hoffe, Sie finden vielleicht die ein oder andere Anregung, Winterpostelein einmal zu probieren, falls Sie es noch nicht kennen. Sechsmal habe ich es in diesem Frühjahr bereits geerntet und den Rest der Pflanzen lasse ich im Garten stehen, damit ich mich auch im nächsten Jahr darüber freuen kann.

April 2021

Der April war so, wie ich mich an diesen Monat meiner Kindheit erinnere: abwechslungsreich im Wetter und daher auch mit viel Abwechslung in unseren Aktivitäten. Zumindest verglichen mit den letzten beiden Jahren. Wie immer passen wir unsere Freizeitgestaltung spontan dem Wetter an und so stört es mich auch gar nicht, dass wir nur wenige frühlingshafte und sonnige Tage im Garten genießen konnten.

Schlechtwettertage haben wir genutzt, um uns gemütlich Filme anzusehen und da waren drei dabei, die mir sehr gefallen haben: „Heute stirbt mir Kainer“, den wir im Fernsehen sahen, sowie „Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution“ und „Der Fall Collini“.

Trotz des Wetters haben wir insgesamt recht viel im Garten gewerkelt und daher habe ich auch „nur“ dreizehn Bücher gelesen, von denen mich aber kaum eins wirklich berührt hat. Am besten gefallen hat mir von Ken Follett „Auf den Schwingen des Adlers“. Das wiederum bringt neuen Platz in meinem Bücherregal und ist ja auch nicht schlecht.

Obwohl es so kühl im April war, ist die Natur explodiert und hat uns eine herrliche Blütenpracht beschert. Die Blüte der Mirabelle und der Frosythien wurde abgelöst von denen der Kupferfelsenbirnen, Zierjohannissträuchern und Zwetschgenbäumen. Auch die Apfelbäume stehen kurz vor dem Aufblühen. Bisher hatten wir Glück, dass die Temperaturen oberhalb der Frostgrenze blieben und hoffentlich bleibt es so.

Langsam füllen sich auch unsere beiden Hochbeete. Für das Neue, das frei steht, haben wir eine Vliesabdeckung gebaut, die gleichzeitig Frost- aber auch Sonnenschutz ist. Deshalb wachsen dort bereits Radieschen und Salate, weitere Radieschen und Ringelblüten sind bereits gesät, Bohnen und weitere Salate folgen in den nächsten Tagen.

Und mit diesen Impressionen aus unserem Garten wünsche ich Ihnen einen guten Start in einen wundervollen Mai. Möge er uns viele Glücksmomente und hoffentlich ein wenig mehr Freiheiten bieten.

Nur so, für uns

Der Michelmann und ich spekulieren seit ein paar Tagen. Seit Freitag sind wir uns ganz sicher. Und damit wir später mal sagen können, dass wir das ja schon immer gewusst hätten, schreibe ich unsere Vermutung hier auf. Wenn Sie Fußball doof oder unser Fußballgeplänkel uninteressant finden, können Sie jetzt aufhören, weiterzulesen.

Unsere Prognose ist: Herr Nagelsmann geht zu Bayern und Herr Glasner nach Leipzig.

Fakt ist: heute lasen wir in der Presse, Herr Nagelsmann verhandle mit Bayern. Wir sind gespannt, wer Nachfolger in Leipzig wird.

Nachtrag vom 29.04. Da Herr Glasner nun nicht nach Leipzig geht, wird er Frankfurts neuer Trainer. So unser aktualisiertes Orakel.

Pfirsich-Biskuit-Torte

Der Michelmann ist immer noch die weltgrößte Kaffeetante und liebt Torte. Am allerliebsten isst er Biskuitböden, was es mir einfach macht, jede Woche ohne Aufwand ein Törtchen für ihn zu backen. Und so gibt es an diesem Wochenende diese Pfirsich-Biskuit-Torte, denn er hat sich „eineTorte mit Pfirsichen und Krokant“ gewünscht. Im Sommer würde ich die Torte nicht so gern backen, weil ich lieber mit frischem Obst arbeite. Für diese obstfreie Zeit ist sie aber eine feine Alternative für mich.

Ich habe den Tortenboden in meiner 20 cm-Springform gebacken und – bis auf den Mohn – die gleichen Zutaten wie bei der Marzipan-Mohn-Torte verwendet:

Die Zutaten für den Tortenboden:

  • 3 Eier
  • 2 EL heißes Wasser
  • 60 Gramm Zucker
  • 70 Gramm Mehl
  • 1 gehäufter TL Backpulver

Wie immer bei Biskiut zuerst die Eier trennen und die Eiweiße steif schlagen. Jetzt wird das Eigelb mit dem Zucker und Wasser schaumig gerührt.  Da hinein nun das Mehl und Backpulver sieben und unterrühren. Zum Schluss den Eischnee vorsichtig unterheben und den Teig dann in die Springform füllen. Ich fette meine Form nicht ein, sondern lege nur den Boden mit Backpapier aus. Gebacken habe ich den Biskuit im kalten Ofen bei 150°C Umluft 40 Minuten.

Die restlichen Zutaten:

  • eingelegte Pfirsiche mit möglichst wenig Zucker
  • eine fruchtige Konfitüre (Ich verwende Rharbarber- oder Mirabellenkonfitüre, weil sie leicht säuerlich und nicht zu süß ist.)
  • 400 ml Sahne
  • 1-2 TL Vanillezucker zum Süßen der Sahne (Menge je nach eigenem Geschmack)
  • Krokant (nur Deko)

Ein paar Pfirsiche zu einem Mus pürieren – benötigt werden etwa 6 EL Mus für eine Schicht. Die restlichen Pfirsiche für die Deko zur Seite stellen. Die Sahne wird mit dem Vanillezucker sehr steif geschlagen. 

Nach dem Abkühlen den Boden einmal durchschneiden und die untere Hälfte mit der Koniftüre und einer Schicht Sahne bestreichen. Auf der Sahne nun den Pfirsichmus verteilen und die obere Hälfte des Bodens wieder darauf setzen.

Nun die Torte nach Wunsch bzw. Talent dekorieren und einige Stunden kühlstellen. Ich backe immer am Vortag, so dass sie gut durchkühlen kann. Gestern war die Torte die Belohnung für unseren fleißigen Gartentag, heute Genussmittel an unserem Entspannungstag auf dem Sofa. Lecker war sie an beiden Tagen.

Mit dem Foto meiner Küchenschelle aus dem Bauerngarten, über die ich mich jedes Frühjahr freue, wünsche Ihnen einen feinen Sonntag. Nicht, dass es hier zu tortenlastig wird.

Schokoladenbiskuit-Kirsch-Torte

An diesem Wochenende hat sich der Michelmann eine Schokoladen-Kirsch-Torte gewünscht, die es bereits öfter bei uns gab und herrlich unkomplizert ist. Deshalb stelle ich sie auch heute als Anregung für Sie ein. Da ich keine aktuellen Fotos gemacht habe, verwende ich für diesen Eintrag Fotos aus meinem alten Blog.

Es ist ein einfaches Grunderezept für eine 18 cm oder 20 cm-Springform, das sich wunderbar auch als hellen Biskuitboden abwandeln lässt. Sie nehmen dann einfach statt dem Kakaopukver entsprechend mehr Mehl und Speisestärke. Der Kuchen kommt zum Backen in den kalten Ofen, also bitte nicht vorheizen!

Die Zutaten für den Tortenboden:

  • 2 Eier
  • 1,5 EL Wasser
  • 70 Gramm Zucker
  • 65 Gramm Mehl
  • 65 Gramm Speisestärke
  • 15 Gramm Kakao
  • 1/2 Päckchen Backpulver

Zunächst die Eier trennen und die Eiweiße mit dem Wasser steif schlagen, dabei den Zucker hineinrieseln lassen. Wenn der Eischnee ganz fest ist, das Eigelb hineingeben und ganz kurz auf der niedrigsten Stufe unterrühren. Nun Mehl, Speisestärke, Kakao und Backpulver vermischen. Anschließend das Mehlgemisch auf die Eiermasse sieben und vorsichtig unterheben.

Den Boden der Springform mit Papier auslegen und den Teig einfüllen, dann die Form in den kalten Ofen stellen und bei 160°C etwa 40 Minuten backen. Nach dem Backen die Füllung und die Sahne zubereiten.

Die restlichen Zutaten:

  • Sauerkirschen
  • 1 gehäuften EL Speisestärke
  • 400 ml Sahne
  • 1-2 TL Vanillezucker zum Süßen der Sahne (Menge je nach eigenem Geschmack)

Die Sauerkirschen in ein Sieb abgießen und den Saft auffangen, benötigt werden etwa 125 ml. Für die Verzierung der Torte ein paar Früchte zur Seite stellen. Etwas Kirschsaft mit der Speisestärke glattrühren und den Rest des Saftes in den Topf geben. Die Speisestärke hineingeben und alles kurz aufkochen. Zum Schluß die Kirschen hineingeben, einmal verrühren und anschließend den Topf vom Herd nehmen.

In der Zwischenzeit die Sahne mit etwas (selbstgemachten) Vanillezucker steif schlagen. Wenn die Kirschen abgekühlt sind, Sahne auf die Kirschen geben, glattstreichen und die obere Bodenhälfte daraufsetzen. Jetzt die Torte komplett mir Sahne bestreichen und nach Wunsch verzieren. Anschließend im Kühlschrank kühlen.

Ich wünsche Ihnen ein schöne Woche!