Lavendel im Garten Landgeflüster

Ich liebe Kräuter! Das wissen Sie, wenn Sie mein Landgeflüster bereits länger verfolgen. Für mich sind es die perfekten Pflanzen in unserem Garten. Zum einen, weil wir hier in der Lüneburger Heide Sandboden haben und zu den wohl trockensten Gebieten unseres Landes gehören, zum anderen aber auch, weil es Pflanzen für alle Sinne sind: Sie sehen ansprechend aus, blühen meistens sehr hübsch, duften schön, sind – bis auf die Brennessel – feine Handschmeichler und richtig verwendet, schmecken sie prima. Im Laufe der Zeit sind es einige hundert duftige Pflanzen geworden, weil ich sie jedes Jahr mit großer Begeisterung selbst vermehre und großziehe.

Mehr denn je versuchen wir unseren Garten möglichst naturnah zu gestalten. Gleichzeitig achte ich darauf, dass er pflegeleicht und dem Klima angepasst ist. Wir gießen nur im Ausnahmefall, entsprechend müssen meine Beete oft wochenlang ohne Wasser auskommen. Allein deshalb wachsen in fast allen Beeten mehr Kräuter als Stauden.

Als wir angefangen haben, aus dem gekauften Garten mit Fußballplatzatmosphäre einen Garten der Sinne zu zaubern, habe ich meine Beete mit (selbstgezogenen) Buchsbaumpflanzen eingefasst. Ich habe mich leiten lassen, von dem was gerade angesagt war und wohl auch typisch für einen alten Garten auf dem Lande ist. Buchsbaumhecken machen aber eine Menge Arbeit, zumindest, wenn man so lange Hecken hat, wie wir damals. Inzwischen habe ich nur noch ein mit Buchs eingefasstes Kräuterbeet  und bin dabei, für die anderen Beete Hecken aus Salbei, Oregano oder Lavendel zu pflanzen. Das erklärt auch, warum ich so viele Kräuter habe.

Dieser Sommer ist bisher ein wahrer Kräutersommer und auch die Lavendel zeigen sich von ihrer schönsten, weil sehr blühfreudigen Seite. Inzwischen wachsen mehrere Lavendelgenerationen bei uns, von denen die beiden ältesten Pflanzen schon richtig alt sind. Trotz guter Pflege sind sie aber inzwischen verholzt, so dass sie nicht mehr wirklich schön ausehen. Sie stehen im Rosenbeet auf dem Dreiecksgrundstück.

Weil sie bereits verblüht waren, habe ich am Wochenende zurückgeschnitten und anschließend die längsten Triebe abgesenkt. Mit Krampen, die ich aus Drahtstücken gebogen habe, habe ich die verkahlten Zweige festgesteckt und mit Erde bedeckt. Nun können sie wurzeln und im nächsten Frühjahr umgepflanzt werden.

Anders als bei der Vermehrung mit Stecklingen, bekommt man also gleich größere Pflanzen.  Auf die gleiche Weise vermehre ich auch meinen Thymian und alle anderen Pflanzen mit langen Trieben, wie Salbei, Ysop und Rosmarin. Das klappt immer ganz wunderbar.

Die Lavendel am Sitzplatz auf dem Dreiecksgrundstück stammen auch von diesen beiden Pflanzen ab. Ich weiß aber nicht mehr, wie alt sie schon sind. Damals habe ich meine Babys aber nur aus Stecklingen gezogen.

Von diesen Pflanzen hier habe ich nur die gerade geöffneten Blüten am Wochenende geerntet, um neuen Lavendelessig anzusetzen. Weil wir in den letzten Wochen so oft Salat gegessen haben, ist der letzten Essig verbraucht. Perfektes Timing also!

Im letzten Jahr habe ich mein neues Kräuterbeet unter dem Apfelbaum im Hauptgarten angelegt und dort auch Lavendel als Beeteinfassung gepflanzt. Auch er war bereits verblüht und so habe ich ihn auch gleich zurückgeschnitten. Neben diesem Kräuterbeet habe ich ein neues reines Lavendelbeet angelegt, in das ich die Stecklinge und Ableger aus dem letzten Jahr gepflanzt habe.

Wenn Sie sich über den Bodenbelag wundern, so kann ich Ihnen verraten, dass ich diesen Tipp aus einer Fernsehgartensendung habe, in der über verschiedene Mulcharten berichtet wurde. Die Tonscherben sollen dafür sorgen, dass der Boden nicht unnötig austrocknet. Da ich viele zerbrochene Töpfe und Kübel habe, probiere ich es aus, auch wenn ich es sehr gewöhnungsbedürftig finde. Wenn die Lavendel groß und die Scherben verwitteter sind, wird das Beet hübscher sein.

Bekannterweise bin ich ja ein Handarbeitsmonster und deshalb ernte ich meinen Lavendel nicht, um Duftsäckchen zu nähen, was ja immer gern gemacht wird. Ich verwende die Blüten nur in Sträußen zur Deko und in der Küche zur Verfeinerung für Essig oder im Lavendelzucker. Sehr gern backe ich meine Lavendelplätzchen, die ich sehr liebe, weil sie so fein sind. Das Rezept finden Sie hier. Vielleicht möchten Sie es ausprobieren, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß dabei und guten Appetit.

Juli im Garten Landgeflüster

Es fühlt sich ein bisschen falsch an, Bilder aus dem Garten zu zeigen, während so große Teile unseres Landes und einiger Nachbarländer durch das Unwetter zerstört wurden. Da mein Landgeflüster aber nun bereits so viele Jahre mein Erinnerungsalbum ist, stelle ich auch heute eine kleine Serie mit aktuellen Impressionen ein.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Sommer 2021

Ich habe mir abgewöhnt, hohe Erwartungen in meine Obst- und Gemüsepflanzen zu setzen, zu unterschiedlich sind die Ernten von Jahr zu Jahr. Trotzdem freue ich mich natürlich über alles, was ich ernte.

In diesem Jahr ist das Wetter ganz anders als in den letzten beiden Dürrejahren und die Folgen sind deutlich in den Beeten zu sehen. Weniger Erdbeeren, mehr Nackt- und Weinbergschnecken, das sind die beiden Unterschiede, die mir als Erstes einfallen. Glücklicherweise haben die glitschigen Biester aber noch nicht die Hochbeete erklommen, wahrscheinlich, weil sie noch genug Auswahl in den Beeten haben und keine Lust haben, sich anzustrengen. Und so kann ich weiterhin fleißig Salate, Spinat und einjährige Kräuter ernten.

Spannend bleibt es noch bei den Gurken und Zucchins, weil im Regen die Bestäubung durch die Bienen fehlt. Meine Strategie für die übrigen, blühenden Beete ist auch in diesem Jahr: möglichst viele Kräuter und Stauden, die von den Schnecken verschmäht werden, Pflanzenreste in Form von Mulch als Fressalternativen und nicht so genau hinschauen, damit die Schnecken unsichtbar für mich bleiben. Das klappt bisher ganz gut.

Gestern hatten wir zum ersten Mal seit langer Zeit einen richtigen Regentag mit Starkregen, der kleine Überschwemmungen brachte. Dank des Sandbodens in der Lüneburger Heide fließen die aber immer recht schnell wieder ab, ohne allzu große Schäden zu hinterlassen. Ich hoffe, dass es die Sonne an diesem Wochenende schafft, die Beete wieder so weit zu trocknen, dass ich noch ein bisschen in den Beeten wirbeln kann. Viele selbstgezogene Lavendel, Salbeipflanzen und Ysope warten darauf, in die Beete zu ziehen, und das habe ich für heute geplant. In diesem Sinne wünsche ich uns einen sonnigen Tag!

Im Reich der wilden Tiere

Ich finde es sehr meditativ Insekten zu beobachten. Deshalb freue ich mich sehr, dass sich in diesem Jahr so viele Sommerrittersporne besonders direkt vor dem Esszimmerfenster ausgesät haben. Die lieben Hummeln und Bienen nämlich sehr. Wenn ich mich an ihnen satt gesehen habe, schnappe ich mir manchmal den Fotoapparat, um ihren Tanz an den Blüten auch in Bildern festzuhalten. Da sie aber nun mal Insekten und keine „Influencer“ sind, flattern sie lieber als zu posen. Deshalb werden die meisten Fotos so unscharf, dass ich sie gleich wieder lösche. Ein paar Impressionen habe ich aber für Sie und mit denen schicke ich Ihnen liebe Grüße aus dem Garten Landgeflüster. Haben Sie ein schönes Wochenende!

Juni 2021

Nachdem der Mai der traurigste Monat meines bisherigen Lebens war, bot der Juni mir die Möglichkeit, noch immer weitesgehend abgeschieden von der Außenwelt, Kraft zu tanken und die kleinen, schönen Dinge, die das Leben zu bieten hat, genießen zu können. Gartenarbeit ist und bleibt für mich die beste Therapie! Der positive Nebeneffekt ist dabei, dass ich zumindest im ganz Kleinen und für die Kleinsten – den Insekten, die Welt ein bisschen schöner machen kann. Gleichzeit konnten wir uns über ein reichhaltiges Angebot in den Gemüse- und Kräuterbeeten sowie dem Erdbeerrondell und -töpfen erfreuen.

Nachdem ich in den ersten Monaten des Jahres so viele Bücher gelesen habe, waren es im Juni nur zwei. Daran erkennen Sie, wie viel Zeit ich im Garten werkelnd verbracht habe! Dazu die Fußball-EM, die wir in diesem Jahr in unserem Fußballstudio im Gartenwohnzimmer zelebrieren. In diesem Jahr nicht kulinarisch, denn das haben wir bereits im letzten Jahr getan. Schließlich ist es die Fußball-Europameisternschaft 2020! Bei unserer eigenen EM haben wir übrigens erst im Finale verloren und zwar gegen Belgien.

Mein schönstes Erlebnis im Juni war das erste Treffen mit mehr als einer Person in unserem Garten. Wir hatten Besuch aus meiner großen Stadt und haben zu fünft im Garten gegrillt. Groß genug ist unser Hof ja, um mit Abstand Besuch zu empfangen. Es war so schön, uns nach anderthalb Jahren wiederzusehen! Vom Fußballspiel unserer Mannschaft, das nebenbei im Gartenwohnzimmer lief, haben wir kaum etwas mitbekommen. Vielleicht waren wir also schuld, dass Deutschland ausgeschieden ist, weil wir keine Daumen gedrückt haben. Aber, hey! Das war es mir der schönes Abend auch wert!

Ansonsten verfolge ich mit großen Staunen, was in der weiten Welt, hier in unserem Land, aber auch außerhalb, passiert. Seien es volle Strände, Fußballstadien, Rennstrecken in der Heimat meines Herzens während des angeblich wichtigsten Radrennens der Welt, Partyzonen oder Innenstädte. Es tobt das Leben, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich freue mich, dass wir wieder selbst die Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen übernehmen dürfen, und finde es äußerst faszinierend zu beobachten, wie jeder Einzelne mit dieser Freiheit umgeht. Gleichzeitig bin ich sehr gespannt, was die Folgen sein werden.

Der Juli startet wettertechnisch wie der Juni aufhörte: mit einem Regentag, den der Garten dringend braucht. Ich hoffe, dass wir weiterhin von Unwettern und Starkegen verschont und mit schönen, gleichmäßigen Landregen verwöhnt werden. Ich genieße ein freies langes Wochenende, das heute entspannt auf dem Sofa beginnt, weil es mir im Garten zu naß ist. Deshalb gibt es auch diese Einträge in meinen beiden Blogs zu so früher Stunde.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Juli und ein wundervolles Wochenende mit dem Wetter, das Sie sich wünschen. Haben Sie eine schöne Zeit.