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Gestern hatte ich meinen langen Arbeitstag in der großen Stadt. Danach hat der Michelmann mich vom Bahnhof abgeholt. Das Wetter war sehr herbstlich und so zog es uns gleich ins Haus. Ich habe zwar ein wenig gesportelt, aber mich sonst nur gemeinsam mit dem Michelmann auf dem Sofa entspannt. Deshalb hatte ich gestern auch gar nichts zu berichten.

Heute hatte ich zwar wieder früh Feierabend, aber das Wetter war noch gruscheliger als gestern. Sturm und Regenschauer, unterbrochen nur von einer kurzen Regenpause. Diese Pause habe ich genutzt, um das Unkraut im Quadratbeet zu zupfen. Der Michelmann hat gestern schon angefangen, mein neues Quadratbeet zu zimmern und hat heute noch ein bisschen weitergemacht.

Ansonsten ähnelt der Tag dem gestrigen: ein wenig Sport, leckeres Essen, Entspannung – eben die besten Zutaten für ein ausgeglichenes und entspanntes Leben. Und weil das Wetter wirklich nicht gartentauglich ist, genieße ich mit gutem Gewissen das süße Nichtstun im Hause. Das darf auch mal sein.

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Ich liebe meinen Kräutergarten so sehr. In diesem Jahr ist das Wetter ideal für die sonnenliebenden Kräuter. Deshalb wachsen und gedeihen sie gar wunderbar. Für einige Kräuter wie Dill, Schnittlauch und Kerbel war es teilweise zu warm, deshalb muckeln sie nur vor sich hin. Aber dafür ist das Basilikum eine wahre Pracht. Salbei, Thymian, Rosmarin, Estragon und die Minzen machen sich auch sehr gut. Klar, dass ich jeden Tag in meinen Beeten bin und frische Kräuter ernte. Wir verwenden sie frisch in jedem Abendessen. Da wir aber mehr Kräuter haben, als wir sie frisch verbrauchen können, konserviere ich sie auf verschiedene Arten. Davon möchte ich Ihnen heute berichten. Vielleicht finden Sie ja die ein oder andere Anregung für sich. Angefangen hat mein Küchenkräuterjahr mit dem Liebstöckelsalz, von dem ich Ihnen seinerzeit bereits berichtet habe.

Dillessig

Den wenigen Dill, den ich ernten konnte, habe ich eingefroren, weil ich gerade keine Verwendung für das Kraut hatte. Die Blüten aber habe ich in Essig eingelegt, um mir Dillessig zu machen. Wie Sie sehen, habe ich nur eine kleine Flasche verwendet und die auch nur halb gefüllt. Zum einen, weil ich eben nur so wenige Blüten ernten konnte. Zum anderen, weil ich gern verschiedene Essigsorten verwende, um ein wenig Abwechslung in meine Küche zu bekommen. Vom letzten Jahr habe ich noch etwas Lavendel– und auch Holdunderessig übrig. Da ich auch noch Basilikum- und Estragonessig herstellen möchte, reicht mir diese kleine Portion. Er duftet bereits nach drei Tagen ganz herrlich nach Dill.

Dillessig

Gestern habe ich die ersten Rosmarinzweige geerntet für den Ziegenkäse, den ich eingelegt habe. Ich liebe den Duft von Rosmarin, deshalb hege und pflege ich ihn liebevoll. Leider sehen zwei meiner drei Pflanzen noch etwas mickrig aus. Ich habe mir aber von der kräftigsten Pflanze Ableger genommen, um neue Pflanzen zu ziehen.

eingelegter Ziegenkäse

In der Küche verwende ich frischen Rosmarin eher selten. Hauptsächlich zum Räuchern, wenn ich Gemüse im Grillwok auf dem Holzkohlegrill grille. Ansonsten ist der Rosmarin ein wichtiger Bestandteil meines Kräutersalzes.

eingelegter Ziegenkäse

Die Idee, mal wieder Ziegenkäse einzulegen, hatte der Michelmann. Während er gestern die Welt rettete, habe ich nicht nur unzählige Blumenfotos gemacht und Wildkräuter aus den Ritzen auf dem Hof gepuhlt, sondern auch ein bisschen in der Küche gewerkelt.

eingelegter Ziegenkäse

Außer dem eingelegten Käse habe ich auch noch Basilikumöl angesetzt. Davon habe ich allerdings kein Foto gemacht. Ich habe es aber auch nur in ein unspektakulären Schraubglas gefüllt. Erst wenn das Öl ausreichend gezogen ist, fülle ich es in eine schöne Flasche.

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Heute habe ich ein Pesto aus Basilikum gemacht. Davon kann man nie genug haben, finde ich. Ich liebe Nudeln auch gern in der fluxen Salbeibutter- oder Pestovariante. Oft soll es auch bei uns mal schneller gehen und dann greifen wir gern auf gekaufte Spaghetti zurück. Wenn es dann sehr schnell gehen soll, ist Pesto die perfekte Zutat.

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Auch wenn Sommer ist und wir jetzt fast täglich frische Minze für unseren Tee ernten, kann man nicht früh genug an den Winter denken. Deshalb trocknet auch schon die erste Minze. Dafür verwende ich Wäschesäckchen. So können sie luftig hängen, ohne, dass sie einstauben oder von Tieren belästigt werden. In den nächsten Tagen werde ich beginnen, auch Salbei und Thymian für Tee zu trocknen. Außerdem möchte ich wie jedes Jahr Gewürzgläser mit getrockneten Kräutern zum Kochen füllen. Ich bereite Gewürzmischungen aus Salbei, Thymian, Oregano und Rosmarion zu. Oregano und Thymian kommen aber auch als Sologewürz in Gewürzgläser, da wir sie in der kalten Jahreszeit sehr viel verwenden. Weil die Wäschesäckchen wirklich langweilig aussehen, gibt es davon heute kein Foto.

Der Michelmann hatte die Idee, einmal einen Kräuterschnaps anzusetzen. Auslöser waren die Samen vom Liebstöckel in meinem Kräuterbeet. Ich habe sie zusammen mit Fenchel-, Kümmel und meiner Rosmarin-Thymian-Salbei-Gewürzmischung in einer Tee-Filtertüte gefüllt und in die Karaffe mit Weinbrand gehängt. Ich bin gespannt auf das Resultat. Wir sind beide keine Schnapstrinker. Nur wenn einer von uns Halsweh hat, spülen wir den mit “Killepitsch” weg. Vielleicht ist unser Kräuterschnaps ja eine wirksame Alternative. Duften tut er schon recht gut. Auf jeden Fall werden wir auch in diesem Jahr den ein oder anderen Gast bei unserer Sommerausklangsparty begrüßen, der nach dem Essen gern einen magenfreundlichen Schnaps mag.

Kräuterschnaps

Der Michelmann hat heute frei, weil er ja am Wochenende die Welt gerettet hat. Er ist zu unserem Holzhändler gefahren und hat Holz gekauft. Ich habe mir nämlich ein viertes Quadratbeet gewünscht und das möchte der Michelmann nun für mich bauen. Dieses Quadrat möchte ich ebenfalls mit Kräutern bepflanzen. Ich kann dann die Kräuter besser sortieren: in “frische” Kräuter wie Schnittlauch, Kerbel, Petersilie, Dills, usw. und den “sonnigeren” Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Thymian. Ich habe zwar auch einige Kräuter im Beet an der Auffahrt zwischen meinen Blumen, aber Quadratbeete haben den Vorteil, das sie dort leichter zu pflegen sind. Außerdem sind die Quadrate viel besser vor Frost zu schützen.

Auf meinem Pflanztisch warten schon die ersten Salbeipflänzchen, die ich in den nächsten Tagen in einzelne Töpfe setzen werde. Gesteckt habe ich sie vor einigen Wochen und alle sind brav angewachsen.

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Auf das noch viele tolle Kräuter den Garten Landgeflüster bereichern und die Küche verfeinern. ♥

Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die das Leben lebenswert machen.

~Guy de Maupassant~

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~japanische Weisheit~

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