Die erste Adventswoche

In diesem Jahr bin ich wirklich spät in die Adventszeit gestartet. Wir haben zwar unsere Lichterbögen in die Fenster gestellt und die Herrnhuter Sterne im Garten aufgehängt, aber die erste Kerze meines Adventskranzes brannte erst am Montag. Das lag daran, dass ich vergessen habe, Kerzen zu kaufen. Das ist mir auch schon im letzten Jahr passiert. Darüber muss ich ein wenig schmunzeln, weil wir doch viel mehr Zeit zuhause verbracht haben als die Jahre zuvor.

Kaum zu glauben, wie lange wir bereits in unserer Pandemieblase leben! Im Dezember 2019 sind wir das letzte Mal verreist, wie schon zuvor in meine Herzensweihnachtsstadt. Es kommt mir so weit weg vor und die schönen Tage in Nizza zu Weihnachten sind eines der wenigen Dinge, die ich wirklich vermisse. Schauen Sie mal, wie schön es dort zu Weihnachten ist:

Eine andere Tradition, auf die wir in diesem Jahr verzichtet haben, ist unser Ausflug am ersten Adventswochenende, den wir traditionell mit einem Weihnachtseinkauf als Spende für das Hamburger Leuchtfeuer verbinden. In diesem Jahr werden wir unsere Spende direkt überweisen und unseren Besuch nachholen, sobald sich die Lage wieder entspannt hat. Glücklicherweise ist es von uns aus ja nur ein etwas weiterer Katzensprung.

Eine Tradition, an die ich aber auch in diesem Jahr festgehalten habe, ist das Backen des fluxen Lebkuchens in der ersten Adventswoche. Nachdem der Apfelstrudel verspeist ist, freuen wir uns seit Freitag auf Lebkuchen zum Nachmittagskaffee.

Stimmungsmäßig geht es uns beiden noch immer gut. Da wir es bereits vor Ausbruch der Pandemie gewohnt waren, viel Zeit zu zweit oder allein zu verbringen, sind die Einschränkungen noch gut auszuhalten. Auch die Arbeitskollegen vermisse ich nicht wirklich, weil ich zwar in einer großen Abteilung arbeite, aber teamübergreifend, also nicht beschränkt auf wenige Personen. Die Vorteile, die zwei Jahre Home Office mit sich bringen, überwiegen eindeutig: um die 800 Stunden Fahrzeit- und 6000 Euro Fahrkostenersparnis helfen mir, den mehr oder weniger freiwilligen Lockdown entspannt zu überstehen. Dazu kommt, dass wir unsere Lieblingsfreizeitbeschäftigungen wie Fitnesstraining, Lesen, Musikhören, schöne Filme gucken, Wandern und Spaziergänge in der Natur, das Werkeln mit Holz und im Garten oder in der Küche auch zuhause ohne Einschränkungen genießen können. Und das Lebenfeiern an anderen schönen Orten oder in großer Runde mit Freunden, Bekannten und Kollegen holen wir nach, wenn es wieder besser ist.

Ich bin dankbar und demütig ob der Tatsache, dass wir gesund und auch so gut versorgt sind. Gleichzeitig tut es mir sehr leid, dass es so vielen anderen Menschen nicht so geht. Einiges ist sicherlich durch eigene Entscheidungen selbst verschuldet, aber dennoch sollten wir nie vergessen, dass keiner von uns dieses Virus verursacht oder gewollt hat. Auch, wenn ich viele Beweggründe und Verhaltensweisen nicht verstehe oder nachvollziehen kann, so hoffe ich doch, dass wir alle gemeinsam schnellstmöglich gut und gesund durch die Pandemie kommen. Auch wenn ich nicht glaube, dass es jemals ein Leben ohne Corona geben wird. Aber ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass wir alle bald wieder ein Leben ohne diese gravierenden Einschränkungen führen können und Corona irgendwann zur gleichen Normalität wie die Grippe wird. Ich würde mir auch wünschen, dass die Bedeutung von tatsächlichen Fakten im Unterschied zur eigenen Meinung von allen Teilen unserer Gesellschaft wieder erkannt wird. Und sich dadurch auch das gegenseitige Verständnis und das Bewusstsein verstärken, dass wir wirklich Glück haben, in einem Land freier Meinungsfreiheit zu leben, und es uns immer noch wesentlich besser geht als Menschen in so vielen anderen Ländern. Allerdings ist meine Erwartung hier wesentlich kleiner als mein Glaube daran.

Ich schicke Ihnen dennoch ganz viele positive Gedanken aus dem Hause Landgeflüster und  wünsche Ihnen einen schönen zweiten Advent!

 

Apfelstrudel

Diese Woche startete mit zunächst recht freundlichem Wetter, doch dann folgten zwei ungemütliche Sturmtage, an denen sogar ich keine Lust hatte, meinen täglichen Spaziergang durch Wald und Wiesen zu machen. Noch nicht einmal für eine kleine Runde durch das Dorf konnte ich mich selbst motivieren. Dafür habe ich mir die Zeit genommen, in anderen Blogs zu stöbern. So fand ich auch das wunderbare Rezept von Christa für einen fluxen Apfelstrudel. Wie Sie wissen liebe ich solche Rezepte, die sich auch spontan zuzubereiten lassen, wenn man zufällig die – einfachen, weil gewöhnlichen – Zutaten zuhause hat.

Ich hatte noch einige Äpfel, die verbraucht werden mussten, zwar nicht genug für das Originalrezept, aber doch ausreichend für einen Strudel. Also machte ich mich gleich daran, einen zu backen. Zusätzlich habe ich noch Walnüsse zugefügt, weil sie bei mir in jeden Apfelkuchen dürfen. Mein Apfelstrudel ist bei weitem nicht so hübsch geworden wie Christas, was daran liegt, dass ich den Teig an den Außenkanten nicht dünn genug gerollt und auch falsch eingeschlage habe. Sie sehen es auf dem Foto am Ende der Rolle. Das mache ich beim nächsten Mal besser. Geschmacklich war aber auch mein Apfelstrudel sehr lecker! Serviert habe ich ihn mit Vanilleeis.

Dies meine angepassten Zutaten für den Teig:

  • 100 Gramm Mehl
  • 1 kleines Ei
  • 1 TL Öl
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Wasser

Die Zutaten für die Füllung:

  • 500 gr. Äpfel
  • Walnüsse
  • Zitronensaft *
  • 3 EL Zucker
  • 1 TL Zimt
  • etwas zerlassene Butter
  • 50 ml Sahne
  • 50 ml Milch

* Ich friere regelmäßig Zitronensaft in einem Eiswürfelbehälter ein, so dass ich ihn immer vorrätig habe. Für diesen Apfelstrudel habe ich einen Würfel verwendet.

Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Teig kneten, mit Öl bestreichen und 30 Minuten im Warmen ruhen lassen. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, entkernen, würfeln und mit dem Zucker, Zimt und Zitronensaft mischen. Die Walnüsse grob hacken und zu den Äpfeln geben.

Den Ofen auf 180°C vorheizen und die Auflaufform einfetten. Nun den Teig auf einer bemehlten Fläche ganz dünn ausrollen, auf eine Küchenhandtuch legen und mit der flüssigen Butter einpinseln. Anschließend die Äpfel verteilen, die Seiten einklappen und den Teig vorsichtig einrollen, in die Form legen und mit flüssiger Butter besteichen. Den Strudel 30 Minuten backen, danach die Milch sowie die Sahne zugeben und weitere 20 Minuten backen.

Nachdem der Strudel etwas abgekühlt ist, Puderzucker darüberstreuen und servieren. Ich liebe Strudel mit Vanilleeis oder warmer Vanillesauce. Deshalb war ich sehr glücklich, dass der Michelmann ein paar Tage zuvor zufällig Eis gekauft hatte. Dieser Strudel war die perfekte Leckerei an dem grauseligen Sturmtag. Danke, Christa, für diese schöne Anregung!

Sonnige Novemberimpressionen

Und schon ist auch der November am Ende. Geweckt wurde ich vom ersten richtigen Novemberregen in diesem Herbst. Es war auch sehr stürmisch – zusammen mit dem Regen war es also das perfekte gruselige „Ich-bleibe-zuhause-Wetter“. Inzwischen hat es aber aufgehört zu regnen und auch der Wind hat nachgelassen.

Im November gab es einige trübe und graue Tage, aber genau so viele sonnige Tage. Und so haben wir auch in diesem Monat viele ausgiebige Spaziergänge machen können. Auf einigen habe ich Impressionen eingefangen, witzigerweise nur an sonnigen Tagen. Und so verabschiede ich den November mit diesen strahlenden Bildern, mit denen ich Ihnen gleichzeitig einen guten Start in den Dezember wünsche. Möge es ein schöner, besinnlicher, aber auch fröhlicher Monat für Sie werden.

Wir haben uns auch in diesem Jahr gut mit der Situation arrangieren können und befinden uns seit unserem Wochenende in Timmendorf mehr oder weniger wieder im freiwilligen Lockdown. Glücklicherweise können wir es zuhause gut zu zweit aushalten.

Haben Sie haben einen schönen Tag!

Gemüsetortilla ~ eine wundervolle Herbst- und Reste-Speise

Am letzten Wochenende haben der Michelmann und ich zu einem kleinen Abendessen geladen. Serviert haben wir als Hauptspeise diese Gemüse-Tortilla. Für mich das perfekte Herbstessen, weil es sich wunderbar mit den Gemüsesorten zubereiten lässt, die der Herbst zu bieten hat.

Ich mag Tortillas sehr, weil sie nicht nur lecker schmecken, sondern sich gut vorbereiten lassen und die Zubereitung wirklich einfach ist. Außerdem sind sie ein feines Resteverwertungsessen, bei dem man großzügig mit den Zutaten und den Mengenangaben umgehen kann. Solche Rezepte liebe ich sehr.

Die Zutaten für die Tortilla mit Porree und Möhren:

  • 3 Möhren
  • 1 Stange Porree
  • 6 Kartoffeln
  • 1 Zwiebeln
  • 2 Knoblauch
  • getrocknete Tomaten *
  • Sardellen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chilipulver bzw. Cayennepfeffer
  • 50 ml Sahne (alternativ Milch)
  • 4 Eier

* Die Tomaten haben wir einige Stunden vorher in Öl eingelegt.

Die Möhren und Kartoffeln grob raspeln, den Porree und die Tomaten in feine Streifen schneiden, die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken. Nun alles in einer Pfanne andünsten.

Anschließend das Gemüse in die Form füllen. Darauf die Sardellenfilets gleichmäßig verteilen, so dass es schön aussieht. Die Eier mit der Sahne verrühren und mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Chili würzen. Gebacken wird die Tortilla etwa 40 Minuten bei 200°C. Nach dem Backen ein paar Minuten ruhen lassen und dann servieren.

Bereits in meinem alten Blog hatte ich ein paar ähnliche Zubereitungsvorschläge eingestellt, die als weitere Anregung hier noch einmal zeige.

Zunächst die Zutaten für eine vegetarische Kürbistortilla:

  • 1 kleiner Hokkaido
  • Lauch
  • 1 Zwiebel
  • Knoblauch
  • 3-4 Eier
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer,
  • Thymian
  • Walnüsse

Den Kürbis klein würfeln und in der Pfanne in Olivenöl anbraten. Währendessen das restliche Gemüse kleinschneiden, die Walnüsse hacken. Beides zum Kürbis geben und zusammen weiter dünsten, danach in die gefettete Auflaufform geben. Nun die Eier mit Salz und Pfeffer verquirlen, den Thymian zupfen und in das Ei geben. Zum Schluss gleichmäßig über das Gemüse verteilen und ab in den Ofen.

Bei der nächsten – sehr schlichten – Variante hatten wir keine Tomaten zuhause und stattdessen Tomatenmark verwendet. Auch das ist lecker.

Die Zutaten:

  • Kartoffeln
  • Möhren
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 Eier
  • 50 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Sardellen
  • Schnittlauchröllchen

Die Zubereitung unterscheidet sich nur darin, dass zunächst nur das Gemüse angedünstet wird und zum Schluss das Tomatenmark untergerührt wird. Vor dem Servieren haben wir noch Schnittlauchröllchen auf die Tortilla gestreut.

Eine weitere Variante ist diese mit Mangold und Kartoffeln:

Die Zutaten:

  • 5 getrocknete Tomaten
  • 500 Gramm Kartoffeln
  • 1 Mangold
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Zwiebel
  • Salz
  • Pfeffer
  • 60 ml Milch
  • 5 Eier
  • Thymian
  • Oregano

Auch hier zunächst die Kartoffeln grob raspeln, den Mangold klein schneiden und Knoblauch sowie die Zwiebeln hacken. Zunächst haben wir den Mangold mit dem Knoblauch und der Zwiebel angedünstest, anschließend die Kartoffeln mit den Tomaten. Nun alles vermischen und mit Salz sowie Pfeffer würzen und in die Form füllen. Anschließend werden 5 Eier mit 60 ml Milch verrührt und gewürzt. Wir haben frischen Thymian und Oregano und Salz genommen.

Zum Schluss noch diese sommerliche Variante mit frisch geernteten statt getrockneter Tomaten. In dünnen Scheiben geschnitten und auf der Oberfläche verteilt, sehen sie sehr hübsch auf der Tortilla aus.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in die Woche!

Apfel-Crumble und Rosmarin-Walnuss-Gebäck

Bei diesem doch sehr ungemütlichen Wetter freue ich mich sehr, dass wir unseren Garten schon so früh winterfest gemacht haben. So fühle ich mich nicht verpflichtet, etwas im Garten tun zu müssen. Außer einiger kleiner Spaziergänge findet draußen nicht viel statt. Dafür genieße ich es umso mehr, in der Küche zu werkeln und zum Beispiel kleine Küchlein oder anderes Gebäck zu backen. Der Michelmann ist bekannterweise die weltgrößte Kaffeetante der Welt und so findet sich immer ein dankbarer Esser.

In dieser Woche habe ich einen Apfel-Crumble und ein Rosmarin-Walnuss-Gebäck gebacken, die ich Ihnen als Anregung vorstellen möchte. Beides habe ich in einer 20 cm-Tarte-Form gebacken.

Die Zutaten für den Apfel-Crumble (alles „Pi mal Daumen“):

  • 2-3 Äpfel
  • evtl. Zitronensaft
  • 40 Gramm Butter
  • 2 EL flüssiger Honig
  • 2 EL gehackte Mandeln
  • brauner Zucker
  • 2 EL Mehl
  • 1 EL Haferflocken
  • Zimt

Die Äpfel schälen, entkernen und klein würfeln. Wer hat, beträufelt sie mit Zitronensaft. Ich selbst hatte keinen, aber unsere Apfelsorte „Uelzener Rambour“ ist schön säuerlich und fruchtig, daher geht es auch wunderbar ohne. Die Äpfel mit dem Honig vermischen und in die gefettete Form geben. Nun die restlichen Zutaten zu Bröseln verkneten und gleichmäßig auf den Äpfeln verteilen. Statt Mandeln passen auch Walnüsse ganz wunderbar.

Der Apfelcrumble wird bei 200°C etwa 25 Minuten gebacken, bis er eine schöne Farbe bekommt. Noch warm schmeckt er am besten. Dazu passt ganz wunderbar eine Kugel Vanilleeis.

Das zweite Rezept, dass ich Ihnen zeigen möchte, ist ein Rosmarin-Walnuss-Gebäck, das zwar warm auch sehr lecker schmeckt, dann aber noch sehr krümelig ist. Wenn es vollständig abgekühlt ist, bekommt es eine keksartige Konsistenz.

Die Zutaten:

  • 125 Gramm Mehl
  • 60 Gramm Zucker
  • frischer Rosmarin, grob gemahlen
  • 115 Gramm Butter
  • etwas Salz
  • gehackte Walnüsse

Aus allen Zutaten einen krümeligen Teig kneten und diesen in die gefettete Form drücken. Wer möchte, verziert das Gebäck. Ich selbst mag es puristisch und habe daher darauf verzichtet. Die Form für etwa 40 Minuten bei 160°C backen. Danach einge Minuten auskühlen lassen und anschließend in Stücke schneiden.

Auch hierzu schmeckt Vanilleeis ganz wunderbar und selbstverständlich auch Schokoladeneis!